Continental: Cybersicherheit und Nachhaltigkeit bleiben 2024 Top-Themen

Zum Jahresabschluss bilanzierte Mirco Brodthage, Leiter des Reifenersatzgeschäfts von Continental, Trends und Tendenzen des Jahres 2023 in der Transportbranche. Für das kommende Jahr 2024 wagte er einen vorsichtigen Ausblick. Sicher ist: Es bleibt spannend.

Gemütliches Beisammensein am Kamin: der traditionelle Continental-Presseabend zum Jahresende. (Foto: Continental)
Gemütliches Beisammensein am Kamin: der traditionelle Continental-Presseabend zum Jahresende. (Foto: Continental)
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Über die großen Herausforderungen der Transport- und Nutzfahrzeugbranche sprach Mirco Brodthage, Leiter des Reifenersatzgeschäfts von Continental in Deutschland, beim traditionellen Presseabend zum Jahresende. 

Wie in den Vorjahren standen die aktuellen Entwicklungen in der Transport- und Logistikbranche im Mittelpunkt. Der Continetal-Manager wies in diesem Zusammenhang auch auf die seit Jahren immer wiederkehrenden Herausforderungen der Branche hin.

„Wenn meine Kolleginnen und Kollegen im Außendienst unsere Flottenkunden fragen: ‚Was sind eure größten Probleme?‘, dann bekommen sie häufig die gleichen Antworten: Fahrermangel, Kostendruck, Emissionsziele und Investition in alternative Antriebe. Immer öfter werden sie aber auch nach digitalen Lösungen gefragt, die nachweislich zu besserer Wirtschaftlichkeit und mehr Nachhaltigkeit beitragen“, berichte Brodthage aus seinem reichen Erfahrungsschatz.

Er zitiert dazu aus einer Studie der Bundesvereinigung Logistik BVL, die zwar erst 2024 erscheine, in der Continental aber bereits mitlesen durfte. Sieben Top-Trends würden darin genannt. Die Cybersicherheit werde erstmals am häufigsten genannt - noch vor dem Fahrermangel. Das Thema Nachhaltigkeit habe es erstmals auf die Liste geschafft.

Viele Spediteure würden mit Investitionen in die Digitalisierung die Hoffnung auf finanzielle Effekte verbinden, erklärt Brodthage die im Vergleich zu 2022 deutlich veränderte Sicht auf die Herausforderungen.

„Große Potenziale sehen die Befragten in den Bereichen Datenmanagement, Datenanalyse und vorausschauende Wartung.“

Denn auch wenn der Kostendruck im Vergleich zu den Vorjahren nachgelassen hat - in Zeiten knappen Laderaums drückt die Verfügbarkeit auf den Preis - ist nur eine Minderheit der Kunden bereit, für nachhaltigere Logistik mehr zu bezahlen. Lediglich 30 Prozent der von der BVL Befragten gaben an, dass ihre Kunden bereits heute bereit sind, für mehr Nachhaltigkeit einen Aufpreis zu zahlen.

„Trotzdem sehen zwei Drittel der Unternehmen Wettbewerbschancen durch die Reduzierung von CO2-Emissionen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus“, resümiert der Leiter des deutschen Reifen-Ersatzgeschäfts.

In direktem Zusammenhang mit den Aspekten Kostendruck und Klimaschutz stehen die regulatorischen Vorgaben. Erst am 21. November hat das Europäische Parlament beschlossen, dass die Emissionen neu zugelassener schwerer Nutzfahrzeuge bis 2040 um 90 Prozent sinken sollen. Und im Dezember tritt die neue Mautkomponente für verkehrsbedingte CO2-Kosten als Teil der EU-Taxonomie in Kraft. Pro ausgestoßener Tonne Kohlendioxid wird nun ein Aufschlag von 200 Euro fällig.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2023

Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung verwies Brodthage auf rückläufige Umsätze im Reifenersatzgeschäft. Dies sei auf hohe Lagerbestände und einen Rückgang der Lieferungen von Lkw- und Busreifen um mehr als 20 Prozent in den ersten zehn Monaten des Jahres zurückzuführen.

Lösungen für Transport und Logistik

Entscheidend seien aber letztlich die Lösungen, auf die auch Brodthage hinwies. Continental arbeitet deshalb daran, Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen. Konkret heißt das, Ökonomie und Ökologie zusammenzubringen - egal, ob es um Reifen, digitale Services oder Beratungskompetenz geht.

„Wir fahren Premiumreifen von Continental, denn wer billig kauft, kauft zweimal“, zitiert Brodthage an dieser Stelle sichtlich genüsslich einen langjährigen Großkunden.

Drei Errungenschaften des vergangenen Jahres - „Meilensteine“, wie er sie nennt - zählt der Vertriebsprofi dann noch auf.

Da ist die TireTechApp, eine Ergänzung der Fleet Solutions.

„Fuhrparkbetreiber erhalten über die App nutzerfreundlich, mobil und in Echtzeit alle relevanten Daten zu den Reifen, können technische Daten abrufen und auch sofort unseren technischen Service kontaktieren – einfach und effizient“, beschreibt Brodthage.

Neu ist auch das Reifenmanagementsystem ContiConnect 2.0, das nun auch Daten von abgestellten Trailern erfasst, was bisher nur während der Fahrt möglich war.

Perspektivisch soll durch den Einsatz von KI auch die vorausschauende Wartung verbessert werden. Hervorgehoben wurde auch die Bedeutung des LODC-Beratungsansatzes zur Kostensenkung. Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit verspricht sich der Hersteller auch von seinem ContiCasing Account, über den Reifenhändler seit diesem Jahr gebrauchte Lkw-Reifenkarkassen auf ein Konto einzahlen und dafür Gutschriften erhalten können.

Nicht unwesentlich war auch der Beratungsansatz LODC. Ziel dieses Angebots ist es, den Kunden zu helfen, ihre Kosten effizient zu senken.

„Wir treffen hier genau die Erwartungshaltung der Flottenbetreiber: mit digitalen Lösungen Kosten reduzieren. LODC steht für ‚Lowest Overall Driving Costs‘. Damit nehmen wir alle Ausgaben in den Blick, die durch Reifen beeinflusst werden, etwa eine optimale Reifenwahl, datengesteuertes Servicemanagement, 24/7-Pannenservice oder die Bestell-, Verwaltungs- und Abrechnungsprozesse beim Kunden“, berichtet den Chef des Reifen-Ersatzgeschäfts.

Ausblick auf das nächste Jahr

Digitalisierung und Nachhaltigkeit werden wohl weiter zu den Megatrends in der Branche gehören. Auch die Unternehmensstrategie von Continental werden sie daher weiterhin prägen. Brodthage kündigte die Einführung weiterer Reifenmodelle der fünften Generation und die Fortsetzung der #ContiEuropeanRoadshow quer durch Europa an.