Corona-Infektionen: Austria Post tauscht Belegschaft gegen Soldaten

Soldaten des Bundesheers ermöglichen in zwei Paketzentren einen Komplettaustausch der bisherigen Belegschaft, weil es zu COVID-19-Infektionen gekommen war.

Auch im Logistikzentrum Niederösterreich der Österreichischen Post wurde die Belegschaft vorübergehend durch Soldaten ersetzt. (Foto: Österreichische Post)
Auch im Logistikzentrum Niederösterreich der Österreichischen Post wurde die Belegschaft vorübergehend durch Soldaten ersetzt. (Foto: Österreichische Post)
Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Therese Meitinger)

Die Österreichische Post hat am 18. Mai bekanntgegeben, die Unterstützung des Österreichischen Bundesheeres für ein Paket-Logistikzentrum in Wien beantragt zu haben. Die Streitkräfte der Alpenrepublik sollen allen bisher dort Beschäftigten eine Heimquarantäne ermöglichen. Bei wie vielen Mitarbeitern zuvor eine konkrete COVID-19-Infektion nachgewiesen werden konnte, gab der Logistikdienstleister nicht bekannt.  

Bereits in der Kalenderwoche 20 hatte die Österreichische Post nach Eigenangaben die Unterstützung des Österreichisches Bundesheeres für das Logistikzentrum Niederösterreich (Hagenbrunn) angefordert, um einen Kompletttausch der Mannschaft zu ermöglichen. Alle der dort rund 300 tätigen Personen befänden sich nun als vorbeugende Maßnahme in Heimquarantäne, so der Anbieter. Das Bundesheer habe auf Anfrage der Post hin den kompletten Standort desinfiziert und rund 280 MitarbeiterInnen für die Paketlogistik zur Verfügung gestellt, die unter Leitung der Schlüsselpersonen der Post den Sortierbetrieb aufnahmen. Da die Unterstützung des Bundesheeres der Österreichischen Post zufolge sehr gut anläuft, wolle man nun am Standort Wien-Inzersdorf aus Sicherheitsgründen ein ähnliches Vorgehen durchführen.

ABC-Abwehr desinfiziert Standort

Voraussichtlich 21. Mai sollen sich alle im Paket-Logistikzentrum Wien beschäftigten Personen in Heimquarantäne begeben. Die ABC-Abwehr des Bundesheeres soll laut dem Dienstleister auch dort den kompletten Standort desinfizieren, in Folge das Bundesheer den operativen Betrieb übernehmen. Die Post stellt nach Eigenangaben eine Führungsmannschaft, um das Bundesheer einzuweisen und das Personal anzuleiten. Aufgabe ist dem Logistikdienstleister zufolge die Verteilung und Sortierung von Paketen, die Zustellung erfolgt weiterhin durch Mitarbeiter der Post. Der durchgehende Betrieb beider Paket-Logistikzentren im Großraum Wien sei damit sichergestellt, so der Logistikdienstleister, die Kosten für den Einsatz trage die Österreichische Post.

Der Logistikstandort in Wien-Inzersdorf besteht nach Firmenangaben aus einem Paket- und einem Brief-Logistikzentrum. Hierbei handele es sich um zwei baulich sowie organisatorisch vollkommen getrennte Betriebe, so die Österreichische Post. Der Betrieb des Brief-Zentrums laufe wie gewohnt weiter, kleinformatige Paketsendungen würden seit Ende vergangener Woche zur Entlastung der Paket-Logistikzentren dorthin sowie an andere Paket-Logistikzentren in Österreich umgeleitet.

Die Österreichische Post verfügt laut Eigenangaben über ein professionelles Gesundheitsmanagement, das bereits seit Beginn von COVID-19 aktuelle Entwicklungen überwacht, Vorsichtsmaßnahmen trifft und diese ständig evaluiert. Alle der mehr als 20.000 Mitarbeiter wurden dem Unternehmen zufolge umfangreich durch ihre Führungskräfte und mittels interner Medien über die Sicherheitsmaßnahmen informiert – vom SMS-Dienst bis hin zur Infokampagne über das richtige Verhalten.

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