Corona-Krise: Amazon priorisiert Alltagswaren und schafft neue Jobs

US-Online-Händler reagiert auf die Situation, stellt in den USA 100.000 neue Mitarbeiter ein und erhöht den Lohn. Zudem priorisiert man Waren des täglichen und sanitären Bedarfs und schafft einen Nothilfefonds.

Priorisierung im Warenlager: Sanitätsartikel und Haushaltswaren haben derzeit Vorfahrt bei Amazon. | Foto: Amazon/Jordan Stead
Priorisierung im Warenlager: Sanitätsartikel und Haushaltswaren haben derzeit Vorfahrt bei Amazon. | Foto: Amazon/Jordan Stead
Johannes Reichel

Der US-Online-Großhändler Amazon hat im Kontex der COVID-19-Pandemie einen starken Anstieg der Online-Bestellungen spezieller Waren des täglichen Bedarfs verzeichnet und reagiert darauf mit der Einstellung von 100.000 neuen Mitarbeitern in den USA. Man priorisiere zudem vorübergehend Haushaltswaren, Sanitätsartikel und andere wichtige Produkte, um diese Waren schneller vereinnehmen, lagern und versenden zu können, wie es in einem Statement des Konzerns heißt. Daneben erhielten aber auch Kunden der Sparte Web Services digitale Produkte und Support, "um die Sicherheit und Effizienz ihrer Unternehmen und Organisationen zu gewährleisten", so der Onlinehändler weiter.

Mehr Mitarbeiter und mehr Geld

In den USA werden zudem 100.000 neue Voll- und Teilzeitstellen in den Logistikzentren und dem Zustellnetzwerk geschaffen, um die steigende Nachfrage zu bedienen. Darüber hinaus zolle man dem Einsatz der Mitarbeiter mit einer Lohnerhöhung Respekt: In den USA steigt der Stundenlohn im April zusätzlich zwei US-Dollar zum derzeitigen Stundenlohn von 15 US-Dollar, in Großbritannien erhalten die Mitarbeiter zwei Pfund pro Stunde und in vielen EU-Ländern etwa zwei Euro pro Stunde mehr. Diese Entscheidung für eine Lohnerhöhung bis Ende April bedeute eine Investition von über 350 Millionen US-Dollar, so der Konzern. Man empfehle den Mitarbeitern, wo immer das möglich ist, von Heimarbeit Gebrauch zu machen. Wo das nicht möglich sei, stünden die Optionen zu bezahlten und unbezahlten Freistellungsleistungen zur Verfügung.

Nothilfefonds soll Corona-Patienten und in Quarantäne unterstützen

Auch eine Art Nothilfefonds richtet der Konzern ein. Er dient zur Unterstützung unabhängiger Lieferservice-Partner und deren Fahrern, sowie für Flex-und Saisonarbeiter, die sich in einer finanziellen Notsituation befänden. Das Grundkapital soll bei 25 Millionen US-Dollar liegen. Über den Fonds könnten Mitarbeiter dieser Gruppen weltweit Zuschüsse von bis zu zwei Wochenlöhnen beantragen, wenn bei ihnen COVID-19 diagnostiziert wurde oder sie unter Quarantäne gestellt würden, versprach der US-Konzern. Der Zuschuss beträgt zwischen 400 und 5.000 Dollar pro Person. Zudem soll der Fonds künftig erhalten bleiben, um bei Naturkatastrophen, Notständen oder persönlichen Notlagen Mittel bereitzustellen. 

Darüber hinaus habe man am Stammsitz in Seattle, zugleich größter Standort, einen Hilfsfonds über 5 Millionen US-Dollar für Kleinunternehmen eingerichtet. Daraus gewähre man etwa kleinen Nachbarschaftsläden finanzielle Zuschüsse, wenn sie Unterstützung benötigten, um "wirtschaftliche Herausforderungen in Bezug auf COVID-19 zu bewältigen", heißt es weiter.

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