Corona-Krise: Auch Hermes setzt auf kontaktlose Zustellung

Der KEP-Dienstleister stellt auf kontaktlose Lieferung um. Dabei wird nicht auf eine Unterschrift verzichtet. Diese erfolgt aber nicht auf dem Scanner, sondern auf dem Paketlabel und wird fotografiert.

Auf Nummer sicher: Die Unterschrift erfolgt auf dem Paketlabel und wird dann vom Zusteller abfotografiert. | Foto: Hermes
Auf Nummer sicher: Die Unterschrift erfolgt auf dem Paketlabel und wird dann vom Zusteller abfotografiert. | Foto: Hermes
Johannes Reichel

Auch der Paketdienstleister Hermes Germany hat unter den Vorzeichen der Corona-Krise die Möglichkeit der kontaktlosen Zustellung geschaffen. Dafür wurde kurzfristig eine Lösung entwickelt, bei der die Unterschrift auf dem Scanner entfällt. Stattdessen wird der Sendungserhalt per Fotonachweis belegt, wie der KEP-Dienstleister mitteilte. Wer eine Zustellung ohne jeden Personenkontakt bevorzugt, könne sich seine Sendung zudem weiterhin an einen vorab definierten WunschAblageort liefern lassen. "Das Wichtigste ist, dass wir alles Erdenkliche tun, damit Zusteller*innen und Kund*innen, sich möglichst nicht gegenseitig anstecken können“, meinte Marco Schlüter, Chief Operations Officer (COO) bei der Hermes Germany.

„Während die Menschen zum Schutze der Gesundheit aller zu Hause bleiben sollen, sind die Zusteller*innen unverändert im Einsatz. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag dafür, die Versorgung unserer Kund*innen weiterhin sicherzustellen. Ihnen allen gebührt großer Dank und Respekt. Es braucht aber auch die Mithilfe der Paketempfänger*innen, indem sie ebenso Abstand wahren, die Empfehlungen zur Husten- und Niesetikette beachten und uns möglichst vorab informieren, wenn sie derzeit keine persönliche Zustellung möchten“, appellierte der KEP-Dienstleister.

Im Vergleich zu anderen Paketdiensten verzichte man bei dieser Zustellform nicht auf die Unterschrift des Empfängers, sondern etabliere einen digital gestützten Unterschriftsprozess, der gleichzeitig einen direkten Kontakt zum Zusteller und dem Scanner vermeidet, wirbt der Anbieter für die Lösung. Mit der Unterschrift sei so auch im Reklamationsfall eine lückenlose Übergabedokumentation sichergestellt.

Scanner mit Foto-Funktion als Basis

Künftig quittierten Kund*innen den Erhalt ihrer Sendung statt auf dem Scanner direkt auf dem Label ihres Pakets. Danach fotografierten die Zusteller*innen mit ihrem Scanner Unterschrift und Angaben auf dem Paketlabel. Technisch möglich sei dies, weil alle der rund 18.000 Scanner, die in der Zustellung und an den Logistikstandorten genutzt werden, mit einer Kamera ausgestattet seien. Aktuell wurde die auf den Geräten installierte Zustell-App um eine Fotoverarbeitungsfunktion erweitert.

In der aktuellen Situation profitiere man davon, dass in den vergangenen Jahren den Zustellprozess konsequent digitalisiert worden sei, proklamiert der Anbieter. Dadurch sei es gelungen, die neue Lösung innerhalb weniger Tage von der Idee über die Entwicklung bis in den operativen Betrieb zu bringen, warb Schlüter weiter. Es würden nun bundesweit rund 11.000 Zusteller*innen informiert und entsprechend geschult, sodass der neue Zustellprozess bereits ab Montag, 23. März, in die flächendeckende Umsetzung gegangen sei.

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