Corona-Krise: BdKEP sieht deutlich weniger Warenaufkommen

Trotz vermehrter Online-Bestellungen und geschlossener Geschäfte können die KEP-Unternehmen den Wegfall von internationalen Lieferungen und Geschäftsfracht nicht kompensieren.

Kaum Reserven: Der BdKEP warnt vor Geschäftsaufgaben, weil die kleinen Betriebe nicht auf die rasant veränderte Lage in der Krise reagieren können. | Foto: Adobestock
Kaum Reserven: Der BdKEP warnt vor Geschäftsaufgaben, weil die kleinen Betriebe nicht auf die rasant veränderte Lage in der Krise reagieren können. | Foto: Adobestock
Johannes Reichel

Der Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V. (BdKEP) sieht die Branche in einer kritischen Lage. Vor allem durch den Wegfall von Warenlieferungen aus den USA und aus Asien und weniger Aufkommen an Geschäftssendungen hätte die Corona-Krise einen insgesamt deutlich negativen Effekt, so die Einschätzung des Verbandes, der die Subunternehmer der großen KEP-Dienste und kleinere Kurierfirmen vertritt. Das gelte trotz geschlossener Einzelhandelsgeschäfte und vermehrten Online-Bestellungen. Vor allem die lukrativen Touren von Firmenzentralen zu deren Filialen blieben aus, bei denen in einem effizienten Verfahren mehrere Pakete an eine Adresse geliefert würden. Auch die Tatsache, dass vermehrt Grenzen geschlossen wurden, hätten negative Folgen.

"Im Durchschnitt fällt deutlich mehr weg als dazukommt", erklärte BdKEP-Vorsitzender Andreas Schumann gegenüber der DPA. 

Der Verband hat in der außergewöhnlichen Lage ein sogenannten KEP Corona-Lagezentrum eingerichtet, in dem die Informationen für die Mitgliedsunternehmen zusammenfließen und die Firmen sich gegenseitig unterstützen können unter dem Motto "KEP hilft KEP". Hier geht es etwa auch um ganz konkrete Hilfestellungen und Handlungsoptionen für Unternehmen in akuter Schieflage wie etwa durch die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen, mit Hilfe derer der Verband helfen will, die "Krisenlage zu meistern statt den Betrieb aufzugeben", wie es heißt. 

Prekäre Lage der Unternehmen: Warnung vor Versorgungsengpässen

Besondere Gefahr sieht der Verband für die "Nachunternehmen" der KEP-Netzwerke. "Dieser Teil der Branche ist durch wirtschaftlich schwache kleine und mittelständische Unternehmen geprägt. Sie werden deshalb bei Mitarbeitermangel, Über- oder Mindermengen sowie nach Betriebsstilllegung eher schnell (binnen 2-4 Wochen) als langsam (mehr als 4 Wochen) den Betrieb einstellen", heißt es auf der Verbandshomepage. Einmal eingestellte Betriebsabläufe bzw. Lieferketten würden in der Krise und könnten nicht wieder hochgefahren werden. So werde die Versorgung in den betroffenen Regionen weiter eingeschränkt. Nach Rückgang der Infektionen fehlten belastbare Lieferketten um Wirtschaft und Verwaltung wieder hochzufahren, warnt der Verband weiter.

Die KEP Unternehmen in einigen der Netzwerke kämpften aktuell schon gegen eine starke finanzielle Mehrbelastungen durch Kosten für zusätzliches Personal, gestiegene Zustellkosten beispielsweise aufgrund längere Zustelldauer oder Mehrmenge für einen dezimierten Mitarbeiterbestand.

"Sollten Einnahmeausfälle durch sinkende Sendungsmengen dazukommen, verschärft sich die Situation schnell. Das Risiko für Betriebsschließungen steigt schon heute deutlich", so die eindringliche Warnung.

 

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