Corona-Krise: Group7 macht Inventur per Skype

Innovationen in der Krise: Die erste Jahresinventur via Skype führte die Group7 im Logistikcenter in Kelsterbach durch. Man löste dabei ein Dilemma. Auch auf Drohnenunterstützung setzt man mittlerweile.

Voll digital: Die Inventur per Skype lässt sich bei Group7 durchführen. | Foto: Group7
Voll digital: Die Inventur per Skype lässt sich bei Group7 durchführen. | Foto: Group7
Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Matthias Pieringer)

Kunden und Wirtschaftsprüfer müssen seit Mitte März für eine Inventur nicht mehr persönlich vor Ort in den Logistikcentern von Group7 sein. Man biete Inventuren per „Skype“ an allen Lagerstandorten in Deutschland auf mehr als 220.000 Quadratmetern an, wie Group7 jetzt in München vermeldete.

Artikelstellplätze per Videokonferenz

Eine Skype-Inventur läuft nach Angaben des Logistikdienstleisters in folgenden Schritten ab: Nach Abschluss der Inventurhauptzählung werden die Zählergebnisse elektronisch an den jeweiligen Wirtschaftsprüfer übermittelt. Dieser wählt dann bestimmte Artikel als Stichproben aus. Im nächsten Schritt organisiert Group7 eine Videokonferenz, in der die einzelnen Stellplätze der Artikel angesteuert werden, um für die vorab ermittelte Anzahl den physischen Beweis zu erbringen.

„Wir haben mit Hochdruck an dieser Lösung gearbeitet, um unseren Kunden auch in der Corona-Krise solide Jahresinventuren zu ermöglichen“, sagte Günther Jocher, Vorstand der Group7 AG.

Jahresinventur trotz Coronakrise

Die erste Skype-Inventur führte Group7 im Logistikcenter Kelsterbach bei Frankfurt durch. „Wir standen vor einem Dilemma: Einerseits war eine klassische Inventur durch die Corona-Vorschriften nicht möglich. Andererseits kam eine Verschiebung der Bestandszählung aufgrund des Geschäftsjahresabschlusses auch nicht in Frage“, berichtet Hubert Borghoff, Leiter Logistik und Prokurist von Group7.

Schnell hat Group7 nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Kunden und dem Wirtschaftsprüfer eine Lösung gefunden. Geholfen habe dabei die Erfahrung des Logistikdienstleisters mit innovativen Themen der mobilen Datenerfassung. „Das hat die Entwicklung unserer Lösung per Skype beschleunigt“, so Borghoff. Wie Group7 weiter mitteilte, setze man als weiteres innovatives Verfahren im Bereich Inventur Drohnen im Schmalgang ein.

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