Corona-Pandemie: Logistiker in Baden-Württemberg sehen sich gerüstet

Der Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg (VSL) sieht die Logistiker im Land gerüstet für die Versorgung der Bevölkerung. Die Politik müsse aber Restriktionen bei Arbeitszeitregelungen, Quarantäne und Lenkzeiten bis auf Weiteres aussetzen – schon, um die Bundeswehr zu entlasten.

VSL will mehr Bewegungsfreiheit im Logistikfluss | Abb.: 024-657-834 auf Pixabay
VSL will mehr Bewegungsfreiheit im Logistikfluss | Abb.: 024-657-834 auf Pixabay
Tobias Schweikl
(erschienen bei Transport von Dr. Karsten Düsdieker)

VSL-Präsident Karlhubert Dischinger fordert die Regierung auf, arbeitsrechtliche Beschränkungen für Lkw-Fahrer, Disponenten, Lager- und Krankenhauspersonal, Polizei und Feuerwehr auszusetzen, um systemrelevante Logistikketten speziell bei Lebensmittel und Pharma zu sichern.

Der Speditionsverband sieht die Unternehmen für anstehende Herausforderungen gerüstet und fordert die Regierung auf, das Logistikpersonal von Restriktionen zu befreien und in puncto Arbeitszeit und Quarantäne dem Personal in Krankenhäusern, bei Polizei und Feuerwehr gleichzustellen.

Verband sieht vorschnelle Quarantäne als Bumerang

Die Branche habe bereits Pandemiepläne erarbeitet und umgesetzt, schicke Teams ins Homeoffice und lasse Backupteams räumlich getrennt arbeiten. Auch im Lager arbeiten Schichten zeitversetzt, um direkten Kontakt zu vermeiden. Um diese Maßnahmen zu unterstützen, seien Ausnahmen für das Personal zu erlassen.

Laut VSL dürfe die Schließung der Grenzen zu Frankreich und der Schweiz nicht dazu führen, dass Lkw-Fahrer, die dort unterwegs sind, in Quarantäne geschickt würden, weil dies die Versorgungsketten gefährde. Ferner verpflichten sich Logistikunternehmen, besondere Maßnahmen zum Schutz eingesetzter Fahrer einzuhalten.

Aufgrund der komplexen Prozesse in Logistiksystemen gelte es, bestehende Strukturen aufrecht zu halten. Die Übertragung der Aufgaben an die Bundeswehr zöge laut Dischinger erhebliche Störungen der Logistikkette nach sich.

Auf die Bundeswehr könnten ganz andere Aufgaben zukommen, so Dischinger. Er hoffe, dass uns dies erspart bleibt.

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