Corona-Virus: Liefery verzeichnet starken Zuwachs bei Home-Delivery

Laut dem Lieferdienst ist das Bestellvolumen in Deutschland seit Anfang März um 70 Prozent gewachsen. Generell könnte die Bündelung durch Heimbelieferung Chancen für die Verkehrsreduktion bieten.

Gefragter denn je: Speziell bei der Lebensmittelbelieferung stiegen die Bestellvolumina seit Anfang März drastisch an. | Foto: Liefery
Gefragter denn je: Speziell bei der Lebensmittelbelieferung stiegen die Bestellvolumina seit Anfang März drastisch an. | Foto: Liefery
Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Matthias Pieringer)

Um während der Coronavirus-Krise einzukaufen, nutzen offenbar deutlich mehr Menschen in Deutschland den Lieferservice ihrer Supermärkte: Laut aktuellen Zahlen von Liefery und seinen Partnern wuchs das Bestellvolumen in diesem Bereich seit Anfang März um 70 Prozent. Dies teilte Liefery, die Technologie- und Serviceplattform für Same Day- sowie Next Day-Zeitfenster-Zustellungen jüngst mit.

Kunden wie Rewe, HelloFresh, Marley Spoon, real.digital und Getnow sehen Liefery zufolge „einen deutlichen Anstieg von Onlinebestellungen bei Lebensmitteln in den letzten Tagen“. Die Nachfrage zeige, dass die Verbraucher gerade in dieser speziellen Situation das Lieferangebot der Lebensmittelhändler zu schätzen wüssten.

Zustelloption „Safe-Place-Delivery“

Um nicht nur die Menschen zu schützen, die Lebensmittel bestellen, sondern auch die Kuriere und Lieferanten, bietet Liefery nach eigener Aussage verstärkt seine Zustelloption „Safe-Place-Delivery“ an. Damit könne der Kunde einen sicheren Ablageort auswählen, an dem die Bestellung in einem bestimmten Zeitfenster abgestellt wird. So wird Liefery zufolge unnötiger Kontakt vermieden und die Bestellungen kommen weiterhin zuverlässig an.

Die Mehrheit an Liefery hält seit März 2017 die Otto Group. Das Liefergebiet deckt nach Unternehmensangaben alle deutschen Ballungsgebiete ab, darunter Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und das Ruhrgebiet.

LOGISTRA-Kommentar:

Wie bei den Pendlerströmen, die jetzt ausbleiben, weil viele Menschen im Homeoffice arbeiten, und die den Logistikern endlich die Priorität lassen, die sie immer bräuchten, könnte die Corona-Virus-Krise auch für das Thema Heimbelieferung einen weiteren Schub bringen, der insgesamt gesehen den Verkehr drastisch reduziert. Denn Experten aus der KEP-Branche sind sich einig, dass in der Bündelung von Waren eine große Chance liegt, weil individuelle und meist motorisierte Fahrten zum Einkaufen unterbleiben. Gut möglich, dass wie in Peking die Luft auch in deutschen Metropolen selten so sauber war wie in diesen Tagen.

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