Coronakrise: EDAG entwickelt Maske für alle

Der Engineering-Spezialist liefert in Kooperation mit Möller Medical und Göttlicher die "mask4all", die jeder zu Hause fertigen können soll. Vlies oder andere Stoffe einziehbar, Daten für 3D-Druck frei.

Ein Mundschutz für Alle: Weil Atemschutzmasken medizinischem Personal vorbehalten sein sollten, entwickelte EDAG in Kooperation eine schlichte Lösung für Haushalte. Von links mit Maske: Martin Göttlicher (Geschäftsführer Göttlicher GmbH & Co. KG), Torsten Müller (Managing Director Möller Medical GmbH), Matthias Moser (EDAG Geschäftsbereichsleiter Business Development) | Foto: EDAG
Ein Mundschutz für Alle: Weil Atemschutzmasken medizinischem Personal vorbehalten sein sollten, entwickelte EDAG in Kooperation eine schlichte Lösung für Haushalte. Von links mit Maske: Martin Göttlicher (Geschäftsführer Göttlicher GmbH & Co. KG), Torsten Müller (Managing Director Möller Medical GmbH), Matthias Moser (EDAG Geschäftsbereichsleiter Business Development) | Foto: EDAG
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Redaktion (allg.))

Der automobile Engineering-Dienstleister und Prototypenspezialist EDAG GmbH hat in einer Kooperation die Atemmaske „mask4all“ entwickelt, mittels der sich Käufer mit haushaltsüblichen Stoffen selbst einem Mundschutz bauen können sollen. Auch simple Masken sorgen in der Coronakrise nach aktuellen Erkenntnissen für mehr Schutz und verhindern die Ansteckungsgefahr für Mitmenschen. Die Versorgungslage für solche Atemmasken sei momentan allerdings schwierig. Zudem sollten professionelle Schutzmasken primär für die Mitarbeiter in Krankenhäusern, Arztpraxen und Rettungsdiensten reserviert werden, argumentiert der in Wiesbaden ansässige Dienstleister. Zusammen mit normalen haushaltsüblichen Stoffen oder freiverkäuflichen medizinischen Vliesmaterialien sollen aus dem Set Atemmasken montiert werden können. Die Atemmasken sind zur Selbstmontage für gewerbliche Kunden, kommunale Einrichtungen und Privatpersonen gedacht.
 

Zwischen die Halterung können beliebige Stoffe gespannt werden

Die EDAG Group hat laut eigener Aussage die „mask4all“ bewusst zweckmäßig, funktional und nachhaltig gestaltet. Sie soll sich durch Halterelemente, zwischen denen beliebige Stoffe bzw. Vliese eingespannt werden können, auszeichnen. So soll man sich das aufwendige Nähen von Masken ersparen. Der Stoff beziehungsweise das Vlies kann zudem regelmäßig und schnell gewechselt oder gewaschen werden, wirbt der Anbieter weiter.

Um neben den 15.000 Mitarbeitern der Firmen EDAG, Möller Medical / Centrotec SE und Göttlicher auch weiteren Abnehmern den Zugang zur „mask4all“ zu ermöglichen, sind im April entsprechende Vereinbarungen zwischen den Unternehmen geschlossen worden. Die Projektpartner stellen seit Mitte April im Spritzgussverfahren den Mundschutz in großen Stückzahlen her und vertreiben sie über ihre Verkaufskanäle und ihre Partnerunternehmen.

„Als in Fulda ansässiges Medizintechnikunternehmen, freuen uns sehr in dieser Kooperation als Produktions- und Vertriebspartner beitragen zu können. In Anbetracht der besonderen Situation werden diese Masken in der nächsten Zeit unseren Alltag begleiten, betont Peter Schrempp, Geschäftsführer der Möller Medical GmbH.

Dabei auch noch die Nachhaltigkeit im Blick zu behalten und die Masken immer wieder einsetzen zu können, sei ökologisch als auch ökonomisch sehr vorteilhaft, meint Schrempp weiter.

„Die „Maske für alle“ hat uns sofort überzeugt und wir freuen uns, dass wir dieses Projekt mit unserer langjährigen Kompetenz unterstützen und damit schnell und effektiv helfen können“, erklärte Martin Göttlicher, Geschäftsführer der Firma Göttlicher.

Daten frei verfügbar: Per 3D-Drucker zur eigenen Maske

Mit der Initiative will der Anbieter einen pragmatischen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise leisten. Als Goodie für alle 3D-Drucker Besitzer hat die EDAG Group zudem auf ihrer Website die 3D-Druckdaten der „mask4all“ zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt. Die EDAG Group bietet komplementäre Ingenieurdienstleistungen in den Segmenten Vehicle Engineering (Fahrzeugentwicklung), Electrics/Electronics (Elektrik/Elektronik) und Production Solutions (Produktionslösungen). Von dieser Expertise profitierte man auch bei der Entwicklung der Maske.

Was bedeutet das?

Die Maske, wie auch immer man sie nun nennt, wird zur Alltagserscheinung - so wie man das aus Japan, Korea oder China schon lange kennt. Um dieser Nachfrage nachzukommen, bedarf es origineller Ansätze. Gerade um die aktuell und künftig wohl weiter sehr hohe Nachfrage nach Masken unter dem künftig weiter gelockerten Pandemie-Regime zu decken, scheint die Kooperation zwischen EDAG und anderen eine schnelle und simple Lösung zu sein. Vor allem das Bereitstellen der 3D-Druckdaten ist ein origineller und wirkungsvoller Ansatz.  Damit kann auch eine breite Versorgung ermöglicht werden. Auch nach Corona wird womöglich eine stete Nachfrage nach Schutzprodukten bestehen bleiben. Valentin Hein/Johannes Reichel

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