Coronakrise: Scania produziert Desinfektionsmittel statt Einspritzdüsen

Bevor die Werke wieder anfahren, macht sich die Fertigung von Scania XPI nützlich und produziert statt Einspritzdüsen Desinfektionsmittel.

Flexibel in den Zeiten der Krise: Die Standortleiterin Scania XPI Malin Malmstedt stellte in der Produktionspause auf die Abfüllung von Desinfektionsmitteln um. | Foto: Scania
Flexibel in den Zeiten der Krise: Die Standortleiterin Scania XPI Malin Malmstedt stellte in der Produktionspause auf die Abfüllung von Desinfektionsmitteln um. | Foto: Scania
Johannes Reichel

Mit nur wenigen Tagen Vorlauf haben die Mitarbeiter von Cummins/Scania XPI von der Herstellung von Einspritzdüsen und Kraftstoffpumpen für die Motorenfertigung auf die Produktion mit dringend benötigten Handdesinfektionsmitteln umgestellt. In den Räumlichkeiten, die normalerweise für die Qualitätssortierung des eingehenden Materials für die Kraftstoffeinspritz-Systeme genutzt werden, arbeiteten derzeit etwa ein Dutzend Scania-Mitarbeiter daran, Handdesinfektionsmittel aus 1.000-Liter-Behältern in handlichere kleine Flaschen umzufüllen, teilte der Hersteller mit. Die Behälter, die im nordschwedischen Örnsköldsvik vom eigenen Transportlab-Fuhrpark des Lkw-Herstellers abgeholt wurden, befinden sich jetzt in einem mobilen, sauberen Zelt, in dem Freiwillige der VW-Tochter das Handdesinfektionsmittel in kleinere Flaschen umfüllen.

Ein schwieriges Unterfangen

Ende letzter Woche erhielt Malin Malmbrandt, Standortleiterin für Cummins/Scania XPI, einen Anruf von der Kommandozentrale, die Scania, das Karolinska Universitätskrankenhaus und die Region Stockholm eingerichtet haben, um Schutzausrüstung für das medizinische Personal zu beschaffen. Die Frage war, ob DI mit erfahrenem Personal in der Lage wäre, 12.000 Liter Handdesinfektionsmittel in kleinere Flaschen umzufüllen, um sie dem Gesundheitswesen schnell zur Verfügung zu stellen.

„Hier sind die Reinheitsanforderungen sehr hoch, so dass wir für diese Arbeit gut geeignet sind", meint Malin.

Doch zunächst mussten die Mitarbeiter der Gesundheits- und Sicherheitsabteilung des Lkw-Herstellers eine Risikobewertung vornehmen und für eine sichere Arbeitsumgebung sorgen. "Das Desinfektionsmittel besteht zu 70 Prozent aus Alkohol und die Behälter stehen unter hohem Druck“, skizziert Malin.

Freiwillige Unterstützung

Eine der freiwilligen Helferinnen, die am Mittwoch Flaschen packte, war Salem Tadesse. „Ich arbeite normalerweise als SBA-Technikerin hier bei DI. Jetzt ziehe ich es vor, statt im Urlaub zu Hause zu sein, etwas zu tun, das einen Mehrwert schafft", erzählt sie. Salem ist auch ausgebildete Krankenschwester und nach ihrem Einsatz bei Scania zieht sie in das neu eröffnete Feldkrankenhaus in Älvsjömässan im Süden Stockholms um. „Ich gehe davon aus, dass es auch dort in den kommenden Wochen viel Arbeit geben wird. Wir haben jetzt eine Krise, alle Ressourcen werden gebraucht und in Zeiten wie diesen ist Geld alleine nicht ausreichend. In Zeiten wie diesen werden vor allem Menschen gebraucht", meint sie noch.

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