Coronapandemie: Sicherer Abstand im Lager

Die coronabedingten Hygieneauflagen fordern die Einhaltung des Mindestabstandes auch in der Intralogistik. Beim Handling schwerer Güter können technische Hilfsmittel sinnvoll sein.

Kontaktlose Übergabe: Mit dem mobilen Transport- und Hebegerät lift2move von EXPRESSO können die Mitarbeiter Werkstücke, Bauteile, Halbzeuge und Behälter handeln, ohne ihren Kollegen zu nahe zu kommen. | Bild: Expresso
Kontaktlose Übergabe: Mit dem mobilen Transport- und Hebegerät lift2move von EXPRESSO können die Mitarbeiter Werkstücke, Bauteile, Halbzeuge und Behälter handeln, ohne ihren Kollegen zu nahe zu kommen. | Bild: Expresso
Tobias Schweikl

Je nach Branche und Betrieb lassen sich die coronabedingten Hygiene- und Verhaltensregeln, insbesondere das Distanzgebot, nur schwer mit der bisherigen Materialfluss-Organisation vereinbaren. Zahlreiche Prozesse stehen daher auf dem Prüfstand und eingeübte Routinen müssen kurzfristig an die neue Situation angepasst werden.

„Etliche Unternehmen betrachten die Krise als Chance und nehmen nun ihre Abläufe unter Effizienz-Gesichtspunkten unter die Lupe; andere sind schon einen Schritt weiter und benötigen dringend technische Lösungen, um ihre Intralogistik möglichst schnell auf die Non-Contact- und Keep-Distance-Regeln der Corona-Verordnungen abzustimmen“, berichtet Dr. Alexander Bünz, Geschäftsführer der Expresso Deutschland GmbH.

Das Unternehmen stellt unter anderem manuelle Transportgeräte, angetriebene Hebe-, Handhabungs- und Transportsysteme sowie Gepäckwagensysteme her. Bereits seit einigen Wochen arbeiteten die Produkt- und Vertriebsmanager des Kasseler Herstellers laut eigener Aussage daran, ihre Kunden in Industrie und Handel mit entsprechenden Fördermitteln und Handhabungssystemen auszustatten.

Im Fokus stehen bei Expresso dabei vorrangig das mobile Transport- und Hebegerät „lift2move“ sowie das Freischwenk-Positioniersystem „BalanceLift“. Beide ermöglichen das kontaktlose Handling von Werkstücken, Bauteilen, Halbzeugen und Behältern. Wer mit diesen Systemen agiere, komme keinem Kollegen zu nahe, heißt es bei Expresso.

„Sowohl mit dem lift2move als auch mit dem pneumatischen oder elektrischen BalanceLift lassen sich viele Hebe-, Senk- und Förderarbeiten in Prozessen der Bestückung, Zuführung, Entnahme und Übergabe berührungslos und unter Einhaltung der nötigen Schutzabstände ausführen“, so Bünz weiter.

Flexibles Fördern

Der lift2move ist ein manuelles Vorschub-Flurförderzeug mit elektrisch höhenverstellbarem Hubmast, der zahlreiche spezifische Anbaugeräte aufnehmen kann. Es lässt sich dadurch auf rasch wechselnde Aufgabenstellungen abstimmen. Weil kostengünstig und rasch verfügbar, seien derzeit insbesondere die Einsteiger-Variante „BASIC“ sowie die erst kürzlich vorgestellte Baureihe „SELECTIVE“ gefragt. Diese wird mit drei verschiedenen Masthubwegen (1.192/ 1.442/ 1.692 mm) für Traglasten bis 125 kg angeboten. Dazu passend gibt es sechs Lastaufnahmen: Drei Plattformen für Behälter und Bauteile, einen V-Block für Zylindrisches, einen 500mm-Dorn für Coils und einen 450mm-Ausleger mit Lasthaken.

Kontaktloses Versetzen

Für Entnahme- und Übergabeprozesse, bei denen kürzere Wegstrecken zu überwinden sind, bietet sich der BalanceLift an. Dieses ergonomische Freischwenk-Positioniersystem gibt es als Pneumatik- oder Elektroversion. Es ermöglicht es einer einzigen Person, große und schwere Objekte innerhalb eines handhabungstechnisch definierten Aktionsfeldes zu bewegen. Behälter oder Bauteile können damit mit minimalem Krafteinsatz und ohne direkten Kontakt zu anderen Mitarbeitern aufgenommen und versetzt werden. Dabei lässt sich jeder BalanceLift über diverse Trägersysteme und das Greifersortiment an seine Aufgabe und sein Umfeld anpassen. Während die Druckluft-Variante bis zu 150 kg schwere Lasten bewegt und sich auch für Ex-Zonen eignet, kann der Elektro-Balancer Nutzlasten von bis zu 600 kg aufnehmen.

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