DAF Trucks: In der WiFi-Kolonne Sprit sparen

Bis zu 10 Prozent weniger Verbrauch verspricht sich DAF von der geregelten Kolonnenfahrt. Projekt mit Forschungsinstitut gestartet
Johannes Reichel

Nach Scania übt sich auch DAF in der Kunst der Kolonnenfahrt: 2-Truck-Platooning ist der Name des Konzepts, bei dem zwei Lkw mithilfe einer Technologie zum automatisierten Fahren vernetzt sind, während der zweite Lkw in kurzem Abstand zum ersten fährt. Die Absicht hinter dem EcoTwin-Experiment mit TNO - der niederländischen Organisation für angewandte wissenschaftliche Forschung - sei es laut DAF gewesen, zu zeigen, dass das zweite Fahrzeug technisch in der Lage ist, dem vorderen Fahrzeug unter Verwendung von Radar- und Kameradaten und dank der drahtlosen Kommunikation zwischen den beiden Fahrzeugen in kurzem Abstand zu folgen. Während dieses Vorgangs beschleunigt, bremst und lenkt das zweite Fahrzeug automatisch.

Ziel des Projektes mit TNO sei es, den Abstand zwischen den beiden Lkw-Kombinationen so weit wie möglich zu reduzieren, sodass langfristig eine Kraftstoffersparnis von 10 % sowie eine entsprechenden Reduzierung der CO2-Emissionen erreicht werden könne. Allerdings dämpft der DAF-Chef zu große Erwartungen: „Nur weil wir gezeigt haben, dass das „automatisierte Platooning“ mit zwei Lkw technisch machbar ist, heißt dies noch lange nicht, dass wir dies schon tatsächlich einführen können“, erklärte Ron Borsboom, Mitglied des Vorstands von DAF Trucks N.V. und verantwortlich für die Produktentwicklung. „Wir haben noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten, um zu gewährleisten, dass die Technologie in jeder Situation vollkommen zuverlässig ist. Zudem müssen Themen wie Gesetzgebung, die Haftungsfrage und Akzeptanz sorgfältig berücksichtigt werden. Gemeinsam mit TNO erwarten wir, dass Transportunternehmen die ersten Lkw mit Platooning ungefähr 2020 sicher auf niederländischen Autobahnen und einigen größeren Landstraßen einsetzen können“.

Wettbewerber Scania ist zusammen mit Volkswagen seit 2013 Teil des über drei Jahre laufenden EU-geförderten Projekts "Companion", bei dem die Möglichkeit der Kolonnenfahrt untersucht werden soll. Nach derzeitigem Stand wollen die Beteiligten das System ab Herbst 2016 auf spanischen Autobahnen im Einsatz bei einem spanischen Transportunternehmen erproben.

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