Daimler Mobility: Aufsplittung bis Ende des Jahres

Bis Jahresende soll unter dem Namen Daimler Truck Financial Services das „größte firmeneigene Unternehmen für Finanzdienstleistungen im Truck- & Bus-Bereich“ aufbaut werden. Daimler Mobility bleibt für den Verkauf von Luxusautos und Premium-Vans zuständig, zudem soll der Finanzdienstleister das starke Wachstum bei Elektrofahrzeugen noch fokussierter unterstützen.

Stephan Unger, der aktuell im Vorstand der Daimler Mobility AG die Bereiche Finanzen & Controlling, Risikomanagement und Digital Mobility Solutions verantwortlich zeichnet, wird, wird die Leitung des neu geschaffenen Finanzdienstleiters Daimler Truck Financial Services übernehmen. (Foto: Daimler)
Stephan Unger, der aktuell im Vorstand der Daimler Mobility AG die Bereiche Finanzen & Controlling, Risikomanagement und Digital Mobility Solutions verantwortlich zeichnet, wird, wird die Leitung des neu geschaffenen Finanzdienstleiters Daimler Truck Financial Services übernehmen. (Foto: Daimler)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei Transport von Johannes Reichel)

Daimler splittet weiter auf – nachdem der Konzern zwei eigenständige Einheiten für das Pkw- und Van- sowie das Lkw- und Bus-Geschäft geschaffen hat, sollen nun auch im Bereich Finanzdienstleistungen bis Jahresende zwei eigenständige Organisationen entstehen. Mit der geplanten Aufteilung sollen die beiden neuen Unternehmen künftig noch näher an ihre jeweiligen Schwesterunternehmen und ihre Kunden rücken. Ziel ist, bis Ende des Jahres zwei voll funktionsfähige und effiziente Organisationen zu etablieren.

Die geplante neue Gesellschaft für Finanzdienstleistungen im Bereich Lkw und Busse wird unter dem Namen Daimler Truck Financial Services firmieren und den Weg zum batterieelektrischen, wasserstoffbetriebenen und automatisierten Fahren ab Ende des Jahres gezielt fördern und stärken. Die Leitung übernimmt Stephan Unger, der aktuell im Vorstand der Daimler Mobility AG die Bereiche Finanzen & Controlling, Risikomanagement und Digital Mobility Solutions verantwortet.

„Durch die Neuausrichtung können wir uns mit Daimler Truck Financial Services voll und ganz auf das Investitionsgütergeschäft mit Transportmitteln konzentrieren. Das ist ein großer Vorteil gegenüber der heutigen Aufstellung, da das Segment anderen Regeln folgt als das stark auf Endkunden fokussierte Geschäft mit Pkw und Vans“, sagt Stephan Unger. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Mit Daimler Truck Financial Services werden wir ein neues Kapitel in der Geschichte der Finanzdienstleistungen für Daimler Truck aufschlagen.“

Geplant ist, dass Daimler Truck Financial Services bis Ende 2022 mit rund 1.900 Mitarbeitern in voraussichtlich 16 Märkten tätig sein wird. Dazu gehören acht europäische Märkte (Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, Belgien, die Niederlande, Spanien und Türkei), auf dem amerikanischen Kontinent die USA, Kanada, Brasilien, Argentinien und Mexiko sowie die Überseemärkte Japan, Australien und Südafrika.

Nach dem vollen Hochlauf dürfte das Unternehmen über ein Vertragsvolumen von bis zu 24 Mrd. Euro verfügen, rechnet der Konzern hoch. Die künftige Organisation orientiert sich an der globalen Aufstellung von Daimler Truck und ihren starken Marken in den jeweiligen Regionen, wie Mercedes-Benz Lkw mit Fokus auf Europa, Lateinamerika und einige Überseemärkte, Freightliner, Western Star und Thomas Built Buses mit Fokus auf Nordamerika und die Marken Fuso und Bharat Benz mit Schwerpunkt im asiatischen Raum.

Daimler Mobility, dessen Leitung unverändert weiter in den Händen von Franz Reiner verbleibt, wird im Pkw- und Van-Geschäft künftig vor allem zwei Themen vorantreiben. Zum einen steht der Beitrag zum Verkauf von Luxusautos und Premium-Vans stärker im Vordergrund. Zum anderen wird Daimler Mobility den Wechsel der Kunden hin zu Elektrofahrzeugen aktiv unterstützen und Leasing- und Finanzierungsangebote für alle Elektro-Fahrzeuge von Mercedes-Benz anbieten.

Daimler Mobility ist weltweit in 39 Märkten das Vertragsvolumen wird mit rund 125 Mrd. Euro beziffert. Eng verzahnt mit dem Schwesterunternehmen Mercedes-Benz AG wird Daimler Mobility die Möglichkeiten offensiv nutzen, die in der Transformation der Automobilindustrie liegen, Innovationen noch schneller vorantreiben und die Wachstumspotenziale künftig noch effektiver erschließen, schreibt das Unternehmen.

„Die Neuausrichtung eröffnet uns die große Chance, die Angebote von Daimler Mobility noch stärker zu fokussieren, noch stärker auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Kunden zuzuschneiden und so unser Geschäft noch erfolgreicher zu machen. Wir schaffen aus einem erfolgreichen Finanzdienstleister zwei fokussierte, schlagkräftige und eigenständige Finanzdienstleister. So können wir noch agiler auf sich verändernde Kundenbedürfnisse reagieren, innovative Produkte noch schneller auf den Markt bringen und Kundenloyalität noch effektiver fördern. Dadurch trägt Daimler Mobility in Zukunft noch stärker zum Markterfolg der beiden Schwesterunternehmen bei“, erläutert Franz Reiner, Vorstandsvorsitzender der Daimler Mobility AG, die neue Marschroute.

Nach Daimlerinformationen wird bereits heute jedes vierte Fahrzeug der Daimler Truck AG durch die Daimler Mobility finanziert oder verleast. Durch die Fokussierung auf das Truck- und Busgeschäft und maßgeschneiderte Leasing- und Finanzierungslösungen soll dieser Anteil signifikant erhöht und das starke Wachstumspotenzial ausgeschöpft werden.

Als künftige Wachstumstreiber sieht das Unternehmen darüber hinaus die massiv zunehmende Bedeutung des Online-Vertriebs sowie digitale und zugleich persönliche, datengetriebene Kundenlösungen. Dafür wird Daimler Mobility für Kunden eine durchgängige, personalisierte Betreuung über alle Kontaktpunkte mit dem Unternehmen sowie seinen Partnern im Autohandel aufbauen – on- und offline.  

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