Daimler tritt Amazon-Klimaprogramm bei und liefert 1.800 E-Vans

Mit dem Beitritt zum sogenannten "Climate Pledge" des US-Großhändlers bekommt das Klimaschutzprogramm einen starken Schub - und Daimler kann mit 1.800 E-Vans für Amazon Stückzahlen machen.

Stern unter Strom: Mit dem Großauftrag an Amazon bekommen die Elektrifizierungsbestrebungen des Daimler-Konzerns einen kräftigen Schub. | Foto: Amazon/Daimler
Stern unter Strom: Mit dem Großauftrag an Amazon bekommen die Elektrifizierungsbestrebungen des Daimler-Konzerns einen kräftigen Schub. | Foto: Amazon/Daimler
Johannes Reichel

Trotz eigener Pläne für ein eigenes elektrifiziertes Zustellfahrzeug, das mit Rivian entwickelt und gebaut werden soll, hat der US-Online-Händer Amazon eine Kooperation mit Mercedes-Benz Vans über die Lieferung von 1.800 Elektrotransportern unterzeichnet. Dieser bisher größte E-Van-Auftrag fügt sich in den Rahmen des Beitritts von Daimler zum sogenannten "Climate Pledge" der Amerikaner, das im vergangenen Jahr gelaunchte Klimaschutzprogramm. Amazon und Mercedes-Benz haben sich beide dazu verpflichtet, die Emissionen im Transportsektor zu reduzieren. Das Programm fordert von den Unterzeichnern, bis 2040 in allen Geschäftsbereichen CO2-neutral zu sein – ein Jahrzehnt vor dem Ziel des Pariser Klimaschutzabkommen von 2050, wie Amazon wirbt.

„Wir brauchen fortlaufend Innovationen und Partnerschaften mit Autoherstellern wie Mercedes-Benz, um den Transportsektor zu dekarbonisieren und die Klimakrise zu bewältigen“, erklärte Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon.

Die zusätzlichen 1.800 elektrischen Lieferfahrzeuge, 600 eVito und 1.200 eSprinter, sieht er als "weiteren Schritt auf dem Weg zum Aufbau der nachhaltigsten Transportflotte der Welt". Man setze alles daran, die Fahrzeuge noch in diesem Jahr auf die Straße zu bringen, versprach der CEO. Derzeit hat der Hersteller den eVito sowie den größeren eSprinter, jeweils als Standard-Kastenwagen im Programm. Ein eCitan in der City-Van-Klasse ist in Kooperation mit Renault für nächstes Jahr angekündigt.

„Durch unseren Beitritt zu bekräftigen wir unsere Ambition, den Weg in Richtung emissionsfreier Mobilität und nachhaltiger Fahrzeugproduktion konsequent weiterzugehen“, erklärte Ola Källenius, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und der Mercedes-Benz AG.

Gemeinsam mit Amazon, Global Optimism und den weiteren beteiligten Unternehmen wolle man bis 2040 CO2-neutral sein. Källenius glaubt, dass man mit diesem Schritt den Nachhaltigkeitsbemühungen noch mehr Schwung verleihen könne. Er verwies auf das bereits existierende Konzernprogramm „Ambition 2039“, einer Roadmap für CO2-neutrale Mobilität. Dabei prüft das Unternehmen, wie Kohlenstoff aus der gesamten Wertschöpfungskette entfernt werden kann, von der Entwicklung über das Zulieferernetz, die eigene Produktion bis hin zur Elektrifizierung der Produkte, und darüber hinaus wie erneuerbare Energien für die Nutzungsphase von Elektrofahrzeugen eingesetzt werden können, wie es heißt.

„Mit dieser Investition setzt Amazon ein wichtiges und deutliches Zeichen und steht im Einklang mit den Prioritäten der EU“, meint Fabio Massimo Castaldo, Vizepräsident des Europäischen Parlaments.

Amazon trage weiterhin zum Erfolg der Ziele des EU Green Deals bei, fördere technologische Innovationen und schaffe stabile und nachhaltige Stellen in Europa. "Ich hoffe, dass andere Unternehmen schon bald Amazons Beispiel folgen werden“, warb der EU-Politiker.

Seit 2018 gibt es Kooperationen in Sachen E-Mobilität

„Mit dem eVito und dem eSprinter haben wir Elektrofahrzeuge in unserem Portfolio, die sich hinsichtlich ihrer Ausstattung und Reichweite hervorragend für die Anforderungen der Kurier-, Express- und Paketdienstbranche zur Auslieferung auf der sogenannten ‚letzten Meile‘ eignen", warb Marcus Breitschwerdt, Leiter Mercedes-Benz Vans.

Mercedes-Benz Vans und Amazon Logistics Deutschland kooperieren im Bereich der Elektromobilität seit 2018, asl man gemeinsam mit dem Mercedes-Benz Vertragspartner Fahrzeug-Werke LUEG AG und weiteren Partnern das Amazon Verteilzentrum Bochum mit Ladeinfrastruktur ausstattete. Im Juli 2020 folgte durch die LUEG basecamp GmbH Europas größte zusammenhängende Ladeinfrastruktur mit rund 340 Ladepunkten am Amazon Standort in Essen. Auch international gibt es bereits seit längerem eine Zusammenarbeit, wie der Hersteller mitteilt.

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