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Daimler will Akkus in Polen klimaneutral fertigen

Der Hersteller macht weiter Tempo bei der Erschließung der Schlüsselressource Akku und erweitert sein Netzwerk um eine Batteriefabrik in Polen. Dort soll klimaneutral gefertigt werden.

Wie in Kamenz sollen künftig auch im polnischen Jawor Batterien gefertigt werden, CO2-neutral, verspricht Daimler. | Foto: Daimler
Wie in Kamenz sollen künftig auch im polnischen Jawor Batterien gefertigt werden, CO2-neutral, verspricht Daimler. | Foto: Daimler
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Johannes Reichel

Im Rahmen der E-Mobilitätsoffensive hat der Automobilhersteller Daimler mit seiner Marke Mercedes-Benz Cars den Bau einer weiteren Batteriefabrik initiiert. Diese soll am polnischen Standort Jawor entstehen und erweitert damit den globalen Batterie-Produktionsverbund auf neun Fabriken.

„Wir werden bis 2022 das gesamte Portfolio elektrifizieren und unseren Kunden in jedem Segment verschiedene elektrifizierte Alternativen anbieten. Dazu gehören auch mehr als zehn reine Elektro-Pkw. Die Batterien dafür produzieren wir selbst und sehen darin einen wichtigen Erfolgsfaktor im Zeitalter der Elektromobilität“, skizziert Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain den Hintergrund.

An dem rund 100 km von der deutschen Grenze entfernten Standort entsteht derzeit eine Motorenfabrik, in der Vierzylinder-Motoren für Hybridfahrzeuge und konventionell angetriebene Pkw hergestellt werden sollen. Die erste Produktionsstätte der Marke in Polen soll über 1.000 Mitarbeiter beschäftigen. Wert legt man auf die Feststellung, dass man als eines der ersten großen Industrieunternehmen in Polen Verträge mit lokalen Ökostrom- und Wärmeversorgern abgeschlossen habe. Damit soll sowohl die Motorenfabrik als auch die Batteriefabrik CO2-neutral mit Energie versorgt werden, ein wichtiger Faktor in der Gesamtökobilanz eines Elektrofahrzeugs. Auch innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks gehöre Jawor damit zu den Vorreitern.

Akkus mit Kohlestrom fertigen, macht keinen Sinn

Der Hersteller investiert mehr als eine Milliarde Euro in einen globalen Akku-Produktionsverbund innerhalb des Werksverbunds. Derzeit gehören dazu acht Fabriken an sechs Standorten auf drei Kontinenten, in Deutschland wird in Kamenz bereits seit 2012 produziert, eine weitere Fabrik derzeit gebaut, die 2019 in die Serienfertigung starten soll. In Untertürkheim ist je eine Akkufertigung in Brühl und Hedelfingen geplant. Erst im November hatte der koreanische Hersteller LG Chem angekündigt, seine Batteriefertigung in Polen verdreifachen zu wollen. Grund dafür war vor allem ein Großauftrag von Volkswagen, die LG Chem neben anderen Zellherstellern als strategischen Partner gewählt hatten. Ein Grund für die Standortwahl waren auch die günstigen Energiekosten für die aufwändige Produktion.

LOGISTRA Kommentar:

Mit der dem Vernehmen klimaneutralen Fertigung von Akkus in Polen würde Daimler den Kritikern der E-Mobilität den Wind aus den Segeln nehmen - und seinen Elektrofahrzeugen die riesige Bürde eines gewaltigen CO2-Rucksacks. Der entstünde, wenn die Energiespeicher etwa mit dem heillos kohlelastigen polnischen Standard-Strommix produziert würden. Aber dann würde nicht nur das Fahren mit Kohlestrom - wie VW-Chef Herbert Diess jüngst anprangerte - "ein Wahnsinn", sondern auch die Produktion würde das Fahren mit Strom ad absurdum führen. "Sie stellen nicht auf Elektro um, sondern auf Kohlebetrieb", warnte der VW-Chef völlig zurecht. Bei der Produktion einer Batterie mit Kohlestrom entstünden fünf Tonnen Kohlendioxid (CO2), bezifferte er. Umso wichtiger ist es, bereits in der Startphase der E-Mobilität die gesamte Energiekette mit zu berücksichtigen. Nicht, dass da falsche Pfade eingeschlagen werden. Diese zu verlassen, wird später umso schwerer. Wenn es dann so wäre, dass Elektroautos deutlich teurer würden, dann ist das eben so. Denn dies ist wenigstens ein "ehrlicher" Preis, inklusive externer Kosten. Alles andere ist Augenwischerei.

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