Dataforce-Studie: Apps statt Tankkarten - E-Mobilität als Treiber

Digitalisierung an der Tank- und Ladesäule: Mit der Elektrifizierung verbreitet sich die Nutzung von Apps statt Tankkarten. Dabei liegt EnBW bei Ladekarten weit vorn, DKV bei Tankkarten.

Was geht App? Im Zuge der Elektrifzierung verstärkt sich der Trend der Smartphone-Nutzung für den Ladevorgang, die Karte ist auf dem Rückzug. | Foto: EnBW
Was geht App? Im Zuge der Elektrifzierung verstärkt sich der Trend der Smartphone-Nutzung für den Ladevorgang, die Karte ist auf dem Rückzug. | Foto: EnBW
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Die neue Tank- und Ladekartenstudie 2023 des Datenspezialisten Dataforce hat über die letzten Jahre eine steigende Verbreitung von Tankkarten gezeigt. Beim Laden von Elektrofahrzeugen setzen viele Unternehmen und Privatpersonen dagegen auf Apps, so die Analyse. Bei Gewerbekunden baut DKV seine Führung sowohl bei Tank- als auch bei Ladekarten weiter aus. Aral/BP und Shell behaupten die Plätze 2 und 3. Im privaten Lademarkt dominiert EnBW mit dem ADAC als Partner. Apps sowie Plug-and- Charge verdrängen die Karten.

Aktuell nutzen 75 Prozent der deutschen Unternehmen Tankkarten für ihre Firmenfahrzeuge. Damit sei die Quote im Vergleich zu den Vorjahren sogar noch weiter angestiegen, so die Analyse. Ausschlaggebend dafür sind vor allem die kleinen und mittleren Flotten mit bis zu 49 Fahrzeugen, denn bei Großflotten ist die Tankkarte sowieso fast immer gesetzt. Das sieht bei den Ladekarten noch anders aus.

Nur 64 Prozent der befragten Unternehmen mit Elektrofahrzeugen hatten eine reine Lade- oder eine kombinierte Tank- und Ladekarte im Einsatz. Viele setzen bei einer überschaubaren Anzahl E-Fahrzeuge auf Einzellösungen. Was beide Lösungen gemeinsam haben: Eine Karte reicht vielen nicht aus. 49 Prozent der tankartennutzenden und sogar 64 Prozent der ladekartennutzenden Unternehmen arbeiten mit mehr als einem Anbieter zusammen.

DKV liegt bei Tank- und Ladekarten vorn - EnBW bei App-Nutzung

DKV bleibt dabei der Spitzenreiter bei den Tankkarten. Mehr als jedes vierte Unternehmen, das Tankkarten einsetzt, arbeitet mit diesem Anbieter zusammen. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als im Vergleichsjahr 2019. Diese Marktführerschaft hat DKV auch ins Elektrozeitalter übernommen. Bei den Ladekartennutzern kommen sie ebenfalls auf eine Durchdringung von 25 Prozent und liegen damit knapp vor EnBW. Rang drei bei den Ladekarten geht an die Euroshell, die sich hier deutlich von Aral/BP absetzen. Bei der Tankkartendurchdringung konnten auch UTA und Logpay zulegen. UTA gewann 1,6 Prozentpunkte hinzu. Logpay hat sich mit knapp 3 Prozent Durchdringung erfolgreich am Markt etabliert.

Trend: Von der Karte zur App

In 38 Prozent der befragten Unternehmen nutzen die Dienstwagenfahrenden Tank-Apps. Im Vordergrund steht dabei das Finden von Tankstellen. Doch die Studie zeigt, dass die Elektrifizierung der Digitalisierung einen weiteren Schub gibt. Denn bei den Ladekarten-Nutzenden setzen schon 75 Prozent zusätzlich auf Apps, die dann auch breiter eingesetzt werden. Im Privatmarkt laden fast 2 von 3 Menschen mit EnBW Für die Anbieter von Tankkarten bedeutet das eine drastische Änderung des Geschäftsmodells. Nicht nur treten mit den Stromkonzernen und Autoherstellern neue Wettbewerber auf, sondern auch die Softwarelösungen werden entscheidend. Diese müssen einerseits den Fuhrparkverantwortlichen das Leben bei der Abrechnung erleichtern, andererseits aber auch den Fahrer*innen eine alltagstaugliche App bieten.

Insgesamt dominiert EnBW den Privatmarkt

Wie der Wettbewerb in Zukunft aussehen könnte, zeigt ein Blick auf die Marktdurchdringung im Privatmarkt. Karten und Apps zusammengerechnet kommt EnBW hier auf die mit Abstand höchste Durchdringung (51 %). Dahinter folgen der ADAC und Maingau Energie. Da der ADAC EnBW als Whitelabel Anbieter nutzt, können die beiden zusammen auch betrachtet werden. Dabei kommen sie auf 63 Prozent. Zum Vergleich: Shell als erfolgreichster Mineralölkonzern landet mit einer Durchdringung von 17 Prozent nur auf Platz 4.