Datenbrillen im Service: Virtueller Schulterblick bei Beumer

Die Beumer Group will mit Datenbrillen den Kundenservice verbessern. Mit den Smart Glasses ist der Servicetechniker vor Ort, ohne da zu sein.

Mit den Smart Glasses schalten sich Techniker der Beumer Group virtuell auf die Kundenanlage und lösen gemeinsam mit dem kundenseitigen Servicepersonal das Problem. | Bild: Beumer
Mit den Smart Glasses schalten sich Techniker der Beumer Group virtuell auf die Kundenanlage und lösen gemeinsam mit dem kundenseitigen Servicepersonal das Problem. | Bild: Beumer
Tobias Schweikl

Mit den „BEUMER Smart Glasses“ hat die Beumer Group ein Hilfsmittel entwickelt, mit dem Servicetechniker den Anlagenanwender unterstützen können, ohne selbst anwesend zu sein. Mitarbeiter des Kundendienstes blicken mit der Datenbrille dem kundenseitigen Servicetechniker virtuell über die Schulter. Probleme können so gemeinsam gelöst werden. Die digitale Lösung soll Reisezeit und -kosten senken.

Der Mitarbeiter an der Maschine setzt sich die Brille auf und startet via Sprachbefehl die „BEUMER Support App“. Er übermittelt eine Servicenummer und einen Pincode an die Hotline, und die Verbindung mit Bild und Ton baut sich auf. Dem Beumer-Techniker wird dasselbe Bild übertragen, das auch der Kunde sieht. So kann er ihm Instruktionen geben und alle relevanten Informationen ins Sichtfeld einblenden. Der Mitarbeiter hat beide Hände frei, um den Anweisungen des Experten zu folgen und die nötigen Handgriffe zu tätigen. Anwender buchen im Rahmen des „BEUMER Customer Supports“ die Smart Glasses als Erweiterung zur Hotline auf Basis einer monatlichen oder jährlich geltenden Vereinbarung.

„Mit den BEUMER Smart Glasses können unsere Kunden überall und zu jeder Zeit live mit unseren Service-Experten in Kontakt treten“, verspricht Christopher Kirsch, Teamleiter der BG.evolution.

BG.evolution ist eine Ausgründung der Beumer Group am Uni-Standort Dortmund. Das Projekt soll digitale Innovationen von außen ins Unternehmen bringen.

„Wir nehmen uns mit Unterstützung von Start-ups eines Kundenproblems an und entwickeln sogenannte ‚Minimum Viable Products‘. Das sind minimal ausgestattete Prototypen, deren Marktpotenzial und Kundenakzeptanz wir auf Herz und Nieren prüfen“, so Kirsch.

Die Beumer Group kann dann entscheiden, ob eine neue Technologie sinnvoll ist und daraus ein fertiges Produkt entwickeln. Die Smart Glasses haben die Mitarbeiter in Dortmund gemeinsam mit ihren Kollegen aus dem Beumer-Kundendienst sowie der Forschung- und Entwicklungsabteilung am Stammsitz in Beckum zur Marktreife gebracht.

„Dazu fanden von Oktober 2018 bis Januar 2019 bei verschiedenen Kunden Langzeittests statt, unter anderem bei einem langjährigen Kunden aus der Baustoffbranche mit Live-Erprobung. Diese Phase konnten wir erfolgreich abschließen“, so Kirsch.

Der Testanwender setzt seit Jahren einen Palettierer vom Typ „BEUMER paletpac“ sowie eine Verpackungsanlage der Baureihe „BEUMER stretch hood“ ein.

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