DB Cargo: Wasserstofftransport zu den Kunden

Die Bahn sieht ihr Schienennetz als bestens geeignet an zum Wasserstofftransport. Dazu arbeitet die Frachttochter an wirtschaftlichen Lösungen, um künftig große Mengen dringend benötigen Wasserstoffs per Güterzug zu transportieren.

Die Infrastruktur ist schon da: Schiene statt Pipeline für den Transport von Wasserstoff.| Foto: Pixabay/E. Westendarp
Die Infrastruktur ist schon da: Schiene statt Pipeline für den Transport von Wasserstoff.| Foto: Pixabay/E. Westendarp
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Thomas Kanzler)

In Kooperation mit der Industrie möchte die Bahn eine effiziente Alternative zu Pipelines für Wasserstoff bieten. Einen Vorteil hat die Bahn bereits auf ihrer Seite: Während Container-Züge zum Transport des Wasserstoffs existieren und die Infrastruktur relativ schnell ausbaubar ist, ist der Bau von Wasserstoff-Pipelines noch in weiter Ferne.

Wasserstoff-Bedarf steigt

Den Bedarf an Wasserstoff schätzt die Bundesregierung bis ins Jahr 2030 auf rund 100 Terawattstunden jährlich ein. Zum Vergleich: der Gesamt-Stromverbrauch in Deutschland lag zuletzt bei rund 580 Terawattstunden pro Jahr.

„Das deutsche Schienennetz ist ein Umweltnetzwerk mit mehr als 35.000 Kilometer Streckenlänge“, erklärte Dr. Sigrid Nikutta, Chefin der DB Cargo AG und Vorstand Güterverkehr des DB-Konzerns, „allein DB Cargo bedient dabei mehr als 2.100 Schnittstellen, Kundenanschlüsse, Terminals und Binnenhäfen. Grüner Wasserstoff braucht grüne Logistik – und das können wir heute schon bieten.“

Übliche Kesselwagen der DB Cargo zum Transport

Wasserstoff, der nach Deutschland importiert wird, ist in der Regel nicht gasförmig, sondern in Flüssigkeiten gebunden. Dadurch kann er unkompliziert und effizient per Seeschiff transportiert werden. DB Cargo hat in Zusammenarbeit mit Energieversorgern ein Konzept für den Transport zu Empfängern, weitab von Seehäfen entwickelt. Der Wasserstoff wird in dieser Flüssigkeits-Bindung belassen. Damit können die üblichen Kesselwagen im Schienengüterverkehr genutzt werden. Sie sind heute schon vielfach für die chemische Industrie im Einsatz. Erst dort, wo Wasserstoff als Energiespender eingesetzt werden soll, wird das Ladegut wieder in seine Bestandteile „gecrackt“, der Wasserstoff separiert und als Energieträger genutzt.

„Wasserstoff wird eine gewichtige Rolle im künftigen Energiemix spielen. Es gibt derzeit viele neue Initiativen, wie grüner Wasserstoff auf dem Seeweg nach Deutschland kommt“, sagt Dr. Nikutta. „Wir haben dafür eine Lösung entwickelt, die den Wasserstoff einfach und effizient von den Häfen zu den Verbrauchern im Hinterland bringt, vor allem zu unseren Industriekunden. So schaffen wir für die deutsche Wirtschaft eine sichere und leistungsfähige Lieferkette.“

Wassersoff-Logistik im bayerischen Chemiedreieck

DB Cargo beteiligt sich an vielfältigen Lösungen zur Wasserstoff-Logistik. Die größte europäische Güterbahn ist auch Mitgesellschafterin des „Reallabor Burghausen ChemDelta Bavaria“ – einer gemeinnützigen Gesellschaft im bayerischen Chemiedreieck. Die Zukunftstechnologie Wasserstoff wird hier im harten Industriealltag erprobt.

 

Ebenso engagiert sich die DB Cargo bei der Entwicklung innovativer Wasserstoff-Container und testet die Logistik von reinem Wasserstoff. Diese Lösung ist sinnvoll, wenn es um die kleinteilige Verteilung von reinem Wasserstoff an dezentrale Kunden und Anwender geht – beispielsweise Wasserstoff-Tankstellen. Ganz konkret wird von DB Cargo auch die Belieferung der Wasserstoffzüge von DB Regio organisiert, die derzeit auf verschiedenen Linien im Praxisbetrieb getestet werden.

Was bedeutet das?

Der Bedarf an Wasserstoff steigt rasant. Im Verkehrs-Sektor setzen bereits einige Van-Hersteller auf Wasserstoff-Fahrzeuge. Unter anderem hat auch Premium-Hersteller BMW kürzlich den X5 mit Brennstoffzellen-Technik vorgestellt und für die zweite Hälfte des Jahrzehnts weitere FCV-Fahrzeuge angekündigt. Auf Wasserstoff-Pipelines sollte sich in Deutschland, dass sich häufig schwer damit tut, schnelle Entwicklungsprozesse im Bau von Infrastruktur umzusetzen, niemand verlassen.

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