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Deutscher Logistik-Kongress 2023: Deutscher Logistik-Preis geht an Dachser und Fraunhofer IML

Der Logistikdienstleister Dachser und sein Forschungspartner Fraunhofer IML wurden mit dem Deutschen Logistik-Preis 2023 ausgezeichnet. Im Projekt „Digitaler Zwilling @ILO“ wird die Stückgutlogistik mit Hilfe von Barcodes, Kameras und KI optimiert.

MIt dem Deutschen Logistik-Preis 2023 gewürdigt: Der digitale Zwilling @ILO steigert die Transparenz im Warenumschlag. (Foto: Dachser)
MIt dem Deutschen Logistik-Preis 2023 gewürdigt: Der digitale Zwilling @ILO steigert die Transparenz im Warenumschlag. (Foto: Dachser)
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Tobias Schweikl
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Matthias Pieringer)

Der Logistikdienstleister Dachser und das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML sind für das gemeinsame Projekt „Dachser Future Terminal – innovativer digitaler Zwilling @ILO für eine leistungsstarke Stückgutlogistik“ mit dem Deutschen Logistik-Preis 2023 prämiert worden. Das Siegerprojekt setzte sich gemäß dem Urteil der Jury gegen die weiteren Finalisten Hermes Germany, Greenplan und Modility durch. Die Preisverleihung fand am Abend des 18. Oktober im Rahmen des Deutschen Logistik-Kongresses 2023 im Berliner Hotel InterContinental statt. Als Mitglied des Auditing-Teams und Ausrichter des Wettbewerbs sagte der BVL-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Thomas Wimmer über das Preisträgerprojekt: „Hier wurde ein Grundproblem der Stückgutlogistik gelöst.“

Mit dem Deutschen Logistik-Preis 2023 würdigte die Jury, in der auch LOGISTIK HEUTE mit Chefredakteur Matthias Pieringer vertreten ist, das gemeinsame Projekt des Logistikdienstleisters Dachser und des Fraunhofer IML, alle Packstücke, Assets und Abläufe in einem Umschlaglager in Echtzeit abzubilden. @ILO steht für „Advanced Indoor Localization and Operations“ (LOGISTIK HEUTE berichtete). Auf jedes Packstück kommt ein zweidimensionaler Datamatrix-Code als Identifikator. Diese Codes werden durch Hunderte optische Scan-Einheiten im Deckenbereich der Halle erfasst.

Kameras haben Packstücke im Blick

Von den Forschungspartnern im Dachser Enterprise Lab neu entwickelte, auf künstlicher Intelligenz basierende Algorithmen interpretieren die im Sekundentakt von den optischen Scan-Einheiten erfassten Daten, um so zu gewährleisten, dass alle Packstücke in Echtzeit automatisch identifiziert, lokalisiert, vermessen und visualisiert werden. Dadurch entsteht ein Echtzeit-Abbild aller Packstücke, Assets und Abläufe eines Umschlaglagers im europäischen Stückgutnetzwerk von Dachser.

Die vollautomatische Identifizierung und Lokalisierung von Paletten macht, wie aus einer Pressemitteilung des Kongressveranstalters Bundesvereinigung Logistik (BVL) hervorgeht, das manuelle Scannen von Barcodes unnötig und führt zu einer Beschleunigung einzelner Prozesse zwischen Wareneingang und Warenausgang. Die Mitarbeiter im Lager bekommen demnach die wichtigsten Informationen für den innerbetrieblichen Transport sowie zusätzliche Informationen wie Gefahrguthinweise oder priorisierte Verladeanweisungen direkt angezeigt.

„Wir investieren in die gemeinsame Forschung mit dem Fraunhofer IML, um die Digitalisierung der Logistik voranzutreiben und um die Qualität unserer Dienstleistung für unsere Kunden weiter zu verbessern“, sagte Burkhard Eling, CEO von Dachser, anlässlich der Verleihung des Deutschen Logistik-Preises 2023. „Der Digitale Zwilling @ILO ist ein wichtiger Meilenstein in unserer digitalen Transformation und ein Quantensprung in der Stückgutlogistik.“

Im nächsten Innovationsschritt wollen Dachser und Fraunhofer IML die vollautomatische und permanente Vermessung aller Packstücke in die Praxistauglichkeit überführen. Die ermittelten Volumendaten lassen sich dann unter anderem von intelligenten Algorithmen nutzen, um die Verladungs- und Tourenplanung zu unterstützen und die Auslastung von Laderaum zu optimieren. Dies leistet den Angaben zufolge einen Beitrag zum Klimaschutz, indem Transportkilometer und damit unnötige CO2-Emissionen reduziert werden.

Unterschleißheim und Öhringen als Pilotanlagen

Für das Projekt des digitalen Zwillings wurden die Umschlaghallen zweier Dachser-Niederlassungen, in Unterschleißheim bei München sowie in Öhringen bei Heilbronn, zu @ILO-Pilotanlagen umgerüstet. 2024 soll der Roll-Out der neuen Technologie starten und dann sukzessive in den europäischen Dachser-Niederlassungen erfolgen. Laut Analysen sollen sich die Investitionen schon nach wenigen Jahren amortisieren.

Prof. Dr. Dr. h.c. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer IML, sagte: „Aus der Forschung in die Praxis – und das europaweit. Das ist auch vor dem Hintergrund der langen Historie des Fraunhofer IML ein ganz außerordentlicher Forschungserfolg. Er verdeutlicht, dass sich die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis lohnt. Vor allem dann, wenn sie in den gemeinsamen Teams so intensiv und nachhaltig mit Leben erfüllt wird wie im Enterprise Lab mit Dachser.“

Die 17-köpfige Jury des Deutschen Logistik-Preises unter Vorsitz der Journalistin Dr. Ursula Weidenfeld votierte nach den Evaluationsterminen bei den vier Finalisten eindeutig für das Sieger-Konzept. „Das Konzept ist übertragbar auf Logistikdienstleister und Verlader. Bewährte Technologien werden innovativ und praxisorientiert verknüpft und genutzt“, so die Jury.

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