DHL transportiert Pakete in Schwerin per Tram

Paketsendungen in Schwerin werden umweltfreundlich per Paketbahn transportiert. Die stoppt an City-Haltestellen mit DHL-Packstationen. Gemeinschaftsprojekt mit Landeshauptstadt und Nahverkehr Schwerin.

Auf's Gleis gesetzt: Das bundesweit ziemlich einmalige Projekt nutzt eigene Gütertrams für die Paketbeförderung. | Foto: DHL
Auf's Gleis gesetzt: Das bundesweit ziemlich einmalige Projekt nutzt eigene Gütertrams für die Paketbeförderung. | Foto: DHL
Johannes Reichel

Die Deutsche Post DHL Group hat in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns heute offiziell den Pakettransport via Paketbahn gestartet. Ab sofort werden auf der neuen Sonder-Linie im Citybereich werktäglich rund 450 DHL-Paketsendungen transportiert. Die Zusatzfahrt startet um 11:17 Uhr am Betriebshof Haselholz und stoppt an den Haltestellen Kieler Straße, Platz der Freiheit und Hegelstraße. Fahrgäste sind nicht an Bord. An den Haltestellen werden die Sendungen auf Packstationen verteilt. Mit diesem Konzept will man Emissionen einsparen und Verkehre im Innenstadtbereich reduzieren. Die Anlieferung der Sendungen am Betriebshof erfolgt CO2-neutral per ökostrom-betriebenem E-Transporter vom Typ StreetScooter.

Die Initiative ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Landeshauptstadt Schwerin und dem Nahverkehr Schwerin (NVS). Sie ist Teil des Projektes "Lieferverkehr der Zukunft für die Landeshauptstadt Schwerin", deren Ziel die Umsetzung umweltfreundlicher Konzepte für Schwerins Lieferverkehre bis zum Jahr 2035 ist.

"Ein wunderbares Projekt. Die Paketbahn in Schwerin macht erlebbar, wofür wir hart arbeiten und woran wir fest glauben: eine maximal grüne, nachhaltige und innovative Logistik und Daseinsvorsorge für die Menschen der Region. Ich freue mich, dass es mit unseren starken Partnern gelungen ist, dieses deutschlandweite Pilotprojekt in Schwerin an den Start zu bringen", erklärte Wilfried Schumann, Niederlassungsleiter der Deutschen Post für Mecklenburg-Vorpommern.

Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier betonte, dass sich Schwerin der Herausforderung einer nachhaltigen Ausgestaltung des Lieferverkehrs stellen wolle. Die Paketstraßenbahn unterstütze das Bestreben nach einer Verkehrswende hin zum öffentlichen Nahverkehr.

"Mit diesem bundesweit einmaligen Projekt sammeln wir Erfahrungen, die für viele andere Kommunen von großer Bedeutung sein können", meint Badenschier.

Für Umweltdezernent Bernd Nottebaum ist die Paketbahn erst der Anfang. Bei der Erarbeitung des Leitbildes seien in mehreren Workshops viele weitere innovative Vorschläge von Unternehmen, Logistikern und Bürgerinnen und Bürgern der Landeshauptstadt zusammengetragen worden. Diese will man in den nächsten zwei Jahren in der zweiten Projektphase prüfen und durch Förderung des Bundes erproben, kündgite er an.

Wilfried Eisenberg, Geschäftsführer der NVS, bezeichnet im Rahmen der Inbetriebnahme die Straßenbahn als "Reisverschluss von Schwerin", die die Stadt nachhaltig verbinde, seit 114 Jahren zuverlässig und elektrisch. Sie könne mehr als Personen befördern.

"Mit einer guten Verknüpfung von handelnden Personen und Ideen haben auch Pakete und Päckchen einen sicheren Platz in der Bahn. Den Halt an einer Haltestelle mit einer Paketannahme oder -abgabe zu verbinden, passt in unser Konzept, ein moderner und nachhaltiger Mobilitätsdienstleister zu sein", meint Eisenberg.

Auch Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern, begrüßt das Engagement der Beteiligten für dieses Projekt und will in Mecklenburg-Vorpommern bis spätestens 2040 klimaneutral sein. Auf diesem Weg zähle jeder einzelne Schritt. Der Pakettransport mit der Paketbahn in Schwerin spare Emissionen ein und reduziere den Lieferverkehr in der Innenstadt. "Das wertet die Landeshauptstadt als Lebens- und Arbeitsort weiter auf", findet er.

Die Schweriner Paketbahn fügt sich ein in die Nachhaltigkeits-Strategie von Deutsche Post DHL. Die sieht sich als der klimafreundlichste Post- und Paketdienstleister in Mecklenburg-Vorpommern und verweist auf eine E-Zustellflotte von knapp 500 E-Fahrzeugen sowie elektrischen Lastenrädern, vor allem E-Trikes und E-Bikes. Damit werden die Brief- und Paketsendungen in ca. einem Drittel der Zustellbezirke bereits heute CO2-neutral ausgeliefert, so der Konzern.

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