Die Mineralölwirtschaft schafft sich ab – irgendwie und irgendwann

Der en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. sieht das Ende der Mineralölwirtschaft in der heutigen Form kommen. Netto null CO2-Emissionen bis 2045 erfordern radikales Umdenken.

„Unsere Branche kann und will mit ihren Technologien, ihrem Know-how und mit neuen Produkten Teil der Lösung sein. Und das heißt ganz klar: Am Ende des Prozesses wird die Mineralölwirtschaft keine Mineralölwirtschaft mehr sein“, sagte Dr. Fabian Ziegler, Vorstandsvorsitzender des en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. und Vorsitzender der Geschäftsführung der Shell Deutschland GmbH, auf der Auftakt-Pressekonferenz des Verbandes. | Bild: en2x
„Unsere Branche kann und will mit ihren Technologien, ihrem Know-how und mit neuen Produkten Teil der Lösung sein. Und das heißt ganz klar: Am Ende des Prozesses wird die Mineralölwirtschaft keine Mineralölwirtschaft mehr sein“, sagte Dr. Fabian Ziegler, Vorstandsvorsitzender des en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. und Vorsitzender der Geschäftsführung der Shell Deutschland GmbH, auf der Auftakt-Pressekonferenz des Verbandes. | Bild: en2x
Tobias Schweikl

Wie der neu gegründete en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. verkündete, strebe die Mineralölwirtschaft in Deutschland das Ziel von netto null CO2-Emissionen bis 2045 an.

„Unsere Branche kann und will mit ihren Technologien, ihrem Know-how und mit neuen Produkten Teil der Lösung sein. Und das heißt ganz klar: Am Ende des Prozesses wird die Mineralölwirtschaft keine Mineralölwirtschaft mehr sein“, so Dr. Fabian Ziegler, Vorstandsvorsitzender en2x und Vorsitzender der Geschäftsführung der Shell Deutschland GmbH.

Im Lobbyverband en2x sind das Institut für Wärme und Mobilität (IWO) und der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) vereinigt worden. Der Name stehe laut eigener Aussage für „energy to x“ – wobei das „x“ die Vielzahl an Energieträgern, Herstellungs- und Einsatzmöglichkeiten darstelle, die für die Klimaziele benötigt werden.

Der Anteil von Mineralöl an der gesamten deutschen Energieversorgung betrage aktuell rund ein Drittel. Einschließlich der Kundenemissionen entspreche dies in etwa auch dem Anteil des nationalen CO2-Fußabdrucks der Branche an den gesamten Kohlendioxid-Emissionen:

Von den Mineralölprodukten gingen demnach derzeit rund 60 Prozent in den Verkehr und knapp 20 Prozent in die Wärmeversorgung; der Rest von gut 20 Prozent sind Ausgangsstoffe für die chemische Industrie, etwa als Bitumen für Dächer, Straßen und Radwege sowie als Schmierstoffe für Maschinen oder Windräder. Um die Energiewende zum Erfolg zu machen, müssten auch die von der Politik gesetzten Rahmenbedingungen stimmen, forderte Ziegler.

„Der Koalitionsvertrag klingt vielversprechend. Kosteneffizienz, Technologie-Offenheit und der CO2-Preis sollen demnach eine wichtige Rolle spielen.“

Positiv seien zudem „das Update der nationalen Wasserstoffstrategie und die Förderung strombasierter Kraftstoffe, insbesondere für den Luftverkehr“. Dagegen seien etwa nachhaltigere dekarbonisierte Chemie-Produkte „noch nicht ganz greifbar“, und einiges, wie Biokraftstoffe, auch fortschrittliche, fehle gänzlich.

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