Werbung
Werbung
Werbung

Digitalisierung: 5G in der Logistik

Mittlerweile ist der neue Mobilfunkstandard 5G in ersten deutschen Großstädten wie Berlin, Köln und München nutzbar. Die Supply-Chain-Spezialisten von BluJay Solutions zeigen, wie sich Unternehmen auf den kommenden Mobilfunkstandard vorbereiten können.

5G kann RFID ergänzen und langfristig zu ersetzen – und so verfügbare Frachtkapazität schneller auf die Straße bringen. | Bild: GettyImages
5G kann RFID ergänzen und langfristig zu ersetzen – und so verfügbare Frachtkapazität schneller auf die Straße bringen. | Bild: GettyImages
Werbung
Werbung
Tobias Schweikl

Weltweit investieren Telekommunikationsunternehmen derzeit Milliarden Euro in die Modernisierung ihrer Netzinfrastruktur, um neue 5G-Dienste für Verbraucher und Unternehmen anbieten zu können. Mit geringen Latenzzeiten und einer Bandbreite von bis zu 10 Gbit/s schafft 5G die Voraussetzungen, um etwa eine Million Geräte pro Quadratkilometer anzubinden. In Deutschland soll das 5G-Netz voraussichtlich im Jahr 2025 alle Autobahnen, Bundesstraßen und Schienentrassen abdecken – die Grundvoraussetzung etwa für autonomes Fahren und neue Konzepte zur Verkehrslenkung.

In puncto Logistik und Lieferkette sollten die Erwartungen an den neuen Mobilfunkstandard indessen nicht zu hochgeschraubt werden. Eine Gartner-Studie geht davon aus, dass die Telekommunikationsunternehmen ihre Infrastruktur erst zwischen 2025 und 2030 vollständig auf 5G umstellen werden. Zudem schöpfen die meisten in der Logistik eingesetzten Systeme die Vorteile des vor zehn Jahren eingeführten LTE-Standards bis heute nicht voll aus. Es ist daher wahrscheinlich, dass sich dieser Trend fortsetzt und Veränderungen sich weiterhin eher schleichend als schlagartig vollziehen werden.

Vorbereitet in die Zukunft

Das gemächliche Tempo muss nicht zu verpassten Chancen führen, im Gegenteil: Für Logistik-Verantwortliche in Unternehmen eröffnet sich dadurch die Gelegenheit, den technologischen Wandel vorzubereiten und in die richtigen Bahnen zu lenken. 

Supply-Chain-Profis sollten zunächst eine Bestandsaufnahme ihrer bestehenden Arbeitsprozesse und der eingesetzten Technologien vornehmen. Dazu gehört unter anderem, die Digitalisierung im eigenen Unternehmen voranzutreiben und papierbasierten Prozessen und isolierten Datensilos wie Excel-Tabellen den Garaus zu machen.

Auf den Prüfstand gehören auch die Abläufe innerhalb der Lieferkette und die Frage, ob die eingesetzte Software den reibungslosen Datenaustausch gewährleistet: Ist auf allen Stufen der bidirektionale Informationsfluss gewährleistet, ohne den die umfassende Vernetzung via 5G ins Leere läuft? Erst wenn auf allen Ebenen die nötigen Vorbereitungen getroffen sind, sorgt die Integration des neuen Mobilfunkstandards für echten Mehrwert im Unternehmen.

In der Tat sind die Möglichkeiten, wie 5G die Logistikbranche positiv beeinflussen kann, vielfältig – hier nur eine kleine Auswahl:

  • Schnellere Zollabwicklung: Über 5G lassen sich Informationen zu Containern und ihrem Inhalt schneller und zuverlässiger übertragen. Bereits eine Einsparung von wenigen Tagen kann erhebliche Auswirkungen haben, weil Unternehmen weniger Lagerbestände vorhalten müssen und im Fall von Lebensmittellieferungen den Verderb reduzieren können.
  • Besseres Yard Management: Immer noch warten Lkw-Fahrer oft stundenlang auf das Be- oder Entladen ihres Fahrzeugs. RFID galt lange als Lösung der Wahl, ist aber nach wie vor kostspielig zu implementieren. 5G kann dazu beitragen, RFID zu ergänzen und langfristig zu ersetzen – und so verfügbare Frachtkapazität schneller wieder auf die Straße zu bringen.
  • Echtes autonomes Fahren: Erst 5G macht den Traum vom autonom fahrenden Truck möglich. Stufenweise wird in den kommenden Jahren der Wandel von immer ausgefeilteren Assistenzsystemen bis hin zum vollständig automatisierten Fahren erfolgen. Fahrer werden in Zukunft immer weniger direkt am Steuer gebraucht und überwachen stattdessen wie heutige Drohnenpiloten die Fahrzeuge aus der Ferne. Damit entfallen auch gesetzliche Ruhezeiten; die Lkw können länger auf der Straße bleiben und die Produktivität im Straßentransport steigt – eine Studie der Beratungsgesellschaft Strategy& geht von einer Kostenreduktion von bis zu 47 Prozent bis 2030 aus.

Bis es soweit ist, ist die richtige Vorbereitung auf Unternehmensseite das A und O, erklärt David Landau, Chief Product Officer bei BluJay Solutions:

„Die neue 5G-Technologie an sich wird keine größeren Veränderungen in der Lieferkette mit sich bringen. 5G schafft jedoch das Potenzial, einen massiven Wandel in der Branche zu ermöglichen. Man kann den Standpunkt vertreten, dass weder die bisherige Infrastruktur noch vorhandene Systeme die Vorteile von LTE voll ausschöpfen. Ohne größere Investitionen könnte der Wandel also sehr begrenzt ausfallen. Aber bei einer flächendeckenden Einführung sind die Möglichkeiten äußerst spannend.“

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung