Digitalisierung: Speditionskaufleute müssen sich anpassen

Wie der Deutsche Speditions- und Logistikverband DSLV meldet, hat das BAG das Berufsbild der Speditionskaufleute im Zeitalter der Digitalisierung untersucht. Der Fortschritt bleibt auch hier nicht folgenlos.
Das Aufgabenspektrum der Speditionskaufleute wird sich mit zunehmender Digitalisierung wandeln. | Foto: Kratzer Automation
Das Aufgabenspektrum der Speditionskaufleute wird sich mit zunehmender Digitalisierung wandeln. | Foto: Kratzer Automation
Tobias Schweikl

Die Beschäftigung der Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung entwickelt sich positiv, das Tätigkeitsprofil befindet sich jedoch im Wandel. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) auf Datenbasis von 2015. Untersucht wurden Beschäftigungsstruktur, Arbeitsbedingungen, berufliche Ausbildung und Arbeitsmarktsituation von ausgewählten kaufmännischen Verkehrsberufen.
Auffallendste Änderung: im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung treten verwaltungsorganisatorische Routinetätigkeiten immer mehr in den Hintergrund. Das Aufgabenspektrum verschiebt sich zu Gunsten von Prozesskontrolle und Kundenbetreuung, so dass analytisches Denken und Sozialkompetenz an Bedeutung gewinnen.
Von den Kaufleuten für Spedition und Logistikdienstleistung werden IT-Affinität und Beherrschung gängiger Computerprogramme verbunden mit fortlaufender Weiterbildungsbereitschaft erwartet. Arbeitsplätze würden bei fortschreitender Digitalisierung vermutlich nicht in großem Umfang wegfallen, aber das Tätigkeitsprofil werde sich aber hin zu mehr Kontrollfunktion und Prozessüberwachung verschieben. Auch das Eingreifen in Problemlagen, manuelle Nachsteuerung, Kundenakquise und Kundenpflege würden zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Komplexität der Aufgaben werde trotz oder wegen der Entlastung bei Routineaufgaben zunehmen, so der Bericht. Neben Kommunikation werden andere Soft Skills noch wichtiger.

Freiräume und Technik bereitstellen


Der Bericht gibt auch Empfehlungen: Ein stabiles und leistungsstarkes Internet und sichere, in sich geschlossene Kommunikationsnetze schüfen Freiräume. Der kaufmännische Arbeitsplatz mit festen Anwesenheitszeiten im Büro verliere an Bedeutung. Tablets und Smartphones ermöglichten, ortsungebunden zu arbeiten. Mobiles Arbeiten erhöhe nicht nur die räumliche Unabhängigkeit, sondern auch die zeitliche Flexibilität. Laut BAG-Umfrage bieten allerdings erst 22 Prozent der befragten Unternehmen ihren kaufmännischen Angestellten Homeoffice an.
Der Turnusbericht zu den kaufmännischen Berufen in Güterverkehr und Logistik wird im Rahmen des Aktionsplans Güterverkehr und Logistik alle zwei Jahre erstellt. Er umfasst die Berufsbilder Kaufleute für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen, Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung und Schifffahrtskaufleute. Der Bericht soll den Sozialpartnern eine belastbare und aktuelle Informationsgrundlage für die Diskussion über die Arbeitsbedingungen der Branche liefern.
Der Bericht 2016 „Marktbeobachtung Güterverkehr: Auswertung der Arbeitsbedingungen in Güterverkehr und Logistik 2016-II- kaufmännische Berufe“ steht auf der Internetseite des BAG kostenlos zur Verfügung. Das Thema Ausbildung Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung wird im Kapitel 4.3 auf den Seiten 26 bis 31 behandelt.

Printer Friendly, PDF & Email