Digitalisierung und Künstliche Intelligenz: Große Mehrheit sieht Deutschland im Rückstand

(dpa) Das Allensbach-Institut hat für das European Center for Digital Competitiveness an der ESCP Business School 500 Führungskräfte nach Digitalisierung und KI in Deutschland gefragt. Das Ergebnis ist ernüchternd und Besserung nicht in Sicht.

Nach dem Stand der Digitalisierung in Deutschland gefragt, geben sich weder Bevölkerung, Politiker noch Wirtschaftslenker großen Illusionen hin. | Bild: Marijan Murat/dpa
Nach dem Stand der Digitalisierung in Deutschland gefragt, geben sich weder Bevölkerung, Politiker noch Wirtschaftslenker großen Illusionen hin. | Bild: Marijan Murat/dpa
Tobias Schweikl

Eine große Mehrheit der Führungskräfte sieht Deutschland bei der Digitalisierung im Hintertreffen. Auch bei der Wettbewerbsfähigkeit bei Künstlicher Intelligenz (KI) erkennen die Entscheider einen erheblichen Rückstand. Das geht aus den Ergebnissen einer aktuellen Befragung des Allensbach-Instituts für das European Center for Digital Competitiveness an der ESCP Business School hervor.

Die dafür im Dezember befragten rund 500 Spitzenkräfte aus Politik und Wirtschaft haben auch wenig Hoffnung auf rasche Besserung. Große Fortschritte bei der Digitalisierung in Deutschland erwartet laut Umfrage jede vierte Führungskraft aus der Wirtschaft. Die befragten Politiker waren etwas optimistischer. 42 Prozent von ihnen rechnen damit. Die Bevölkerung insgesamt hat niedrigere Erwartungen. 23 Prozent der Menschen gehen davon aus, dass es in den kommenden Jahren große Fortschritte auf diesem Gebiet geben wird.

Zu den Ursachen für diesen Rückstand zählt 65 Prozent der Bevölkerung das Fehlen einer klaren Strategie. Dass eine Zersplitterung der Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Kommunen hier negativ wirkt, glauben laut Untersuchung 62 Prozent der Menschen in Deutschland. Dass zu geringe Investitionen eine Rolle spielen, denken 55 Prozent.

Für den Digitalreport, der jährlich entsteht, wurden rund 500 Spitzenkräfte aus Politik und Wirtschaft befragt, darunter Geschäftsführer, Vorstände, Minister, Staatssekretäre und Fraktionsspitzen. Die Bevölkerungsumfrage zwischen dem 1. Dezember und dem 14. Dezember fußt auf Interviews mit 1.013 Menschen im Alter ab 16 Jahren. Dieser Teil der Umfrage ist repräsentativ.