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Distribution: Aldi Süd testet Erdgas-Lkw von Iveco in der Praxis

Über fünf Jahre will der Discounter ermitteln, welche Klimaschutz- und Kostenpotenziale die alternative Antriebstechnik bietet. Zudem will man ab Herbst einen Elektro-Lkw testen.
Versuchsballon: Aldi Süd will in der Flotte nachhaltiger werden und startet einen Fünf-Jahres-Feldtest mit Erdgas-Lkw von Iveco. Auch die elektrische Kühlung wird per CNG betrieben. | Foto: Iveco
Versuchsballon: Aldi Süd will in der Flotte nachhaltiger werden und startet einen Fünf-Jahres-Feldtest mit Erdgas-Lkw von Iveco. Auch die elektrische Kühlung wird per CNG betrieben. | Foto: Iveco
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Redaktion (allg.)

Der Discounter Aldi Süd hat heute in Ulm vier erdgasbetriebene Lkw vom Hersteller Iveco übernommen. Die Sattelzugmaschinen sind jeweils mit einem 400 PS starken Motor und einem Automatikgetriebe ausgestattet. Die Tanks eines Lkw fassen insgesamt 130 Kilogramm CNG-Erdgas. Damit hat ein Fahrzeug laut Iveco eine Reichweite von 500 Kilometern. Der Hersteller übergab die Fahrzeuge im Rahmen einer kleinen Feier, zu der auch die Presse eingeladen war. Der Director Logistics Management bei Aldi Süd, Andreas Kremer, erklärte, dass die Fahrzeuge vom Typ „Stralis NP“ jeweils in den Gebieten Düsseldorf, Frankfurt, München und Stuttgart Filialen versorgen werden. Dabei werden sie in Düsseldorf und Stuttgart fast nur im städtischen Raum unterwegs sein. Zum Frankfurter und Münchner Gebiet gehören jedoch auch viele ländliche Filialen.

Die Erdgas-Lkw sind im Einzugsgebiet von vier Regionalgesellschaften unterwegs. Sie unterstützen jeweils den Warentransport zwischen den Logistikzentren und Filialen im Umland von Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München. Der Test findet bewusst in Ballungsräumen statt, in denen die Grenzwerte für Stickoxide besonders oft überschritten wurden. Um den Ausstoß gesundheits- und umweltschädlicher Abgase zu minimieren, komme es neben der innovativen Fahrzeugtechnik auch auf eine ausgefeilte Tourenplanung an, so der Lebensmittellogistiker. Der Erdgas-Lkw beliefert durchschnittlich etwa fünf bis acht Filialen am Tag. Aldi Süd will die für fünf Jahre geleasten Lkw möglichst umfassend auf Alltagstauglichkeit testen, die Wirtschaftlichkeit ist zunächst nachgeordnet. So wird beispielsweise der Lkw im Aldi Süd-Vertriebsgebiet Butzbach (Frankfurt und dessen nördliches Umland) jede Filiale in der nahen Zukunft beliefern, erklärt der Logistikleiter des Vertriebsgebiets, Olaf Bockwinkel.

Herausforderung Tankstelleninfrastruktur

Eine große Herausforderung ist die Tankstelleninfrastruktur. So gebe es im Vertriebsgebiet Butzbach acht CNG-Tankstellen, wovon sich drei für Lkw eignen. Für das erste sei Aldi Süd eine Partnerschaft mit zwei Tankstellen eingegangen. „Die regional verfügbaren und für Lkw geeigneten Erdgastankstellen ohne Umwege zu erreichen, ist eine große Herausforderung“, beschreibt Andreas Kremer, Leiter Logistikmanagement bei Aldi Süd. „Hierzulande bieten nur etwa sechs Prozent der Tankstellen Erdgas an – und nicht alle lassen sich mit Sattelzügen nutzen“, urteilt der Praktiker.

Hinsichtlich der Emissionen versprechen die Sattelzugmaschinen, die Iveco in Form der 400 PS starken Stralis NP-Modelle liefert, deutliche Reduktionen. Laut Hersteller stoßen die neuen Lkw von Aldi Süd im Vergleich zu einem Diesel-Lkw 16 Prozent weniger Kohlendioxid, 70 Prozent weniger Stickoxide und 99 Prozent weniger Feinstaub aus. Und auch die Lärmemissionen sollen um drei Dezibel geringer sein. Die Züge sind mit Auflieger 16,5 Meter lang und können mit bis zu 130 Kilogramm komprimiertem Erdgas (CNG) betankt werden. Sie kommen mit etwa 22 Kilogramm CNG pro 100 Kilometer aus. Zwei der Auflieger wurden durch die Schmitz Cargobull AG aus Horstmar und zwei durch die Göttinger Karosseriewerk Heinrich Meyer GmbH produziert.

Die Transportkälteanlagen zur Kühlung der Waren, ebenfalls vom Erdgasmotor des Zugfahrzeugs mit Strom versorgt, stammen von der Frigoblock Grosskopf GmbH aus Essen. Die zur Straße sichtbaren Seiten der Auflieger sind großflächig mit Werbefotos für den Erdgasantrieb bedruckt. Sie zeigen das Innere des Aufliegers voll mit bunten Luftballonen und dem Schriftzug „Normal tanken kann jeder. Wir fahren mit Gas.“ „Wir freuen uns, nun auch mit einem Partner aus dem Handel, eine klimaschonende Technik zu erproben und damit einen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt zu leisten“, kommentierte Sönke Weichenthal, Business Director bei Iveco.


Nächster Schritt: Test von Elektro-Lkw im Ruhrgebiet

Neben den Erdgas-Lkw testet der Lebensmitteldiscounter ab Herbst auch einen Elektro-Lkw im Warenverkehr. Das Fahrzeug soll mit 100 Prozent TÜV-zertifiziertem Grünstrom aus Wasserkraft und Energie aus Fotovoltaikanlagen von Aldi Süd versorgt werden. Dieser Test ist auf mindestens vier Jahre angesetzt, Einsatzgebiet ist das westliche Ruhrgebiet. (ld/jr)

Einen ausführlichen Bericht zum Termin in Ulm, zur Nachhaltigkeitsstrategie von Aldi Süd in der Logistik und mögliche Elektro-Lkw beim Discounter lesen Sie demnächst in der LOGISTRA.

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