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Das Thema Lastenräder wird präsentiert von

DPD nutzt Wechselbrücke als Mikrodepot in Konstanz

Erstmals nutzt der Dienstleister in Konstanz eine Wechselbrücke im öffentlichen Raum als Mikro-Depot für die Belieferung mit Lastenrädern, in der die Bikes auch über Nacht abgestellt werden. Effizientere Zustellung in der engen Altstadt.

Doppelnutzen: Die Wechselbrücke auf einem fest angemieteten Platz dient als Umschlaglager und als Bike-Garage. | Foto: DPD
Doppelnutzen: Die Wechselbrücke auf einem fest angemieteten Platz dient als Umschlaglager und als Bike-Garage. | Foto: DPD
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Johannes Reichel

Der KEP-Dienstleister DPD erprobt in Konstanz am Bodensee eine neue Form der City-Logistik. In Abstimmung mit der Stadtverwaltung hat der Logistiker am zentral gelegenen Platz "Döbele" eine öffentliche Stellfläche angemietet. Bereits seit April erfolgt von dort aus eine Zustellung in der Konstanzer Innenstadt per Lastenrad. Jetzt dient der Container, eine Wechselbrücke vor Ort auch als Mikrodepot. Anders als bei Pilotprojekten des Wettbewerbers UPS, bei dem die im Zentrallager vorkommissionierten Brücken angeliefert werden, fungiert die Wechselbrücke in Konstanz als Abstellort über Nacht für die vor Ort eingesetzten Lastenräder sowie als Umschlagpunkt für die Pakete, die morgens angeliefert und anschließend mit den elektrisch betriebenen Fahrrädern ausgeliefert werden. Es ist das erste Projekt dieser Art, bei dem der Anbieter eine Wechselbrücke im öffentlichen Raum zu einem Mikrodepot umfunktioniert. Der am Döbele abgestellte Container biete Platz für eine große Zahl an Paketen und könne perspektivisch auch zwei bis drei Mal am Tag angefahren werden. So könnten die Lastenrad-Zusteller mehrere Touren hintereinander zurücklegen. In der Anfangsphase ist pro Lastenrad allerdings nur eine Tour vorgesehen.

Koppelung mit Solarpanel zum Aufladen der Bike-Akkus geplant

Derzeit arbeitet das zuständige Depot Villingen-Schwenningen noch mit Wechselakkus, die gemeinsam mit den Paketen morgens zum Mikrodepot gebracht werden. Im nächsten Schritt soll der Container noch mit einem Solarpanel ausgestattet, um die Räder direkt vor Ort aufzuladen. So will man eine autarke Stromversorgung umsetzen. Die Konstanzer Innenstadt weist teils enge, mit Lieferwagen nur schwer erreichbare Straßen auf. Gleichzeitig passe die Paketstruktur.

„Lastenräder eignen sich vor allem für Zustellbereiche, in denen wir besonders viele Privatempfänger beliefern“, erklärt Gerd Seber, Group Manager City Logistics & Sustainability bei DPD Deutschland.

Touren verfügten in diesem Fall über viele Einzelstops, bei denen vorrangig kleinere Pakete zugestellt würden. Da die Suche nach Halteflächen in Innenstadtgebieten mit einem Lastenrad deutlich einfacher sei, erfolge die Zustellung hier auch sehr effizient. Gleichzeitig ergebe sich ein positiver Effekt: "In Konstanz ist es nach 10 Uhr morgens nicht mehr gestattet, die Innenstadt mit Lieferwagen zu befahren. Dank der Lastenäder ist dieses Fahrverbot für uns kein Problem mehr“, so Seber weiter.

Aus seiner Sicht sind Wechselbrücken im öffentlichen Raum eine hervorragende Möglichkeit, um einfach wie wirtschaftlich Mikrodepots einzurichten. "Städte sind bislang aber sehr zögerlich damit, entsprechende Flächen zur Verfügung zu stellen. Wir appellieren an die Kommunen, dem Beispiel Konstanz zu folgen und alternative Zustellmodelle möglich zu machen“, warb Seber um Unterstützung.

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