DPD und GLS: Mikrodepots und Lastenräder in Nürnberg

City-Logistik-Konzept wird unter wissenschaftlicher Leitung der TU Nürnberg in der Innnenstadt sowie einem Wohngebiet erprobt.
Nürnberger Kombinierer: Torsten Mendel (2.v.l., Niederlassungsleiter DPD in Nürnberg), Prof. Dr. Ralf Bogdanski (3.v.l., TH Nürnberg), sowie Mirko Schmidt (GLS, 4.v.l.) und Klaus Huber (GLS, rechts) gemeinsam mit Paketzustellern. | Foto: CNA
Nürnberger Kombinierer: Torsten Mendel (2.v.l., Niederlassungsleiter DPD in Nürnberg), Prof. Dr. Ralf Bogdanski (3.v.l., TH Nürnberg), sowie Mirko Schmidt (GLS, 4.v.l.) und Klaus Huber (GLS, rechts) gemeinsam mit Paketzustellern. | Foto: CNA
Johannes Reichel

Die KEP-Unternehmen DPD und GLS haben ein Pilotprojekt zur City-Logistik gestartet, bei der die Kombination von Lastenrädern und Mikrodepots erprobt werden soll. Der Feldtest findet unter wissenschaftlicher Leitung der Technischen Hochschule Nürnberg in der Innenstadt sowie in einem Wohngebiet statt und wird vom bayerischen Innenministerium, der IHK Nürnberg sowie der Stadt gefördert. Bei zwei räumlich getrennten Teilprojekten sollen Pakete für Einzelhandel und Endkunden in zentral gelegenen Containern, Fahrzeugen oder Immobilien deponiert werden. Von dort nutzen die Zusteller emissionsfreie Alternativen wie zum Beispiel Lastenfahrräder oder Sackkarren. Dies führe zu einer effizienten Entlastung hochfrequentierter Zustellbezirke, so die Überzeugung der Projektinitiatoren.
Ziel der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr als Hauptförderer des Projektes ist es, gerade für die „letzte Meile“ innovative und ökologisch tragfähige Lösungen zu entwickeln, um die verkehrlichen Belastungen zu reduzieren. Dr. Michael Fraas, Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, unterstreicht die Bedeutung innovativer Citylogistik-Konzepte: "In Zeiten veränderter Verbrauchergewohnheiten und aufgrund der Herausforderungen des zunehmenden Online-Handels muss der stationäre Einzelhandel die Chance haben, seiner Kundschaft die Ware schnell und kurzfristig bereitzustellen."
Projektleiter Prof. Dr. Ralf Bogdanski ergänzte: „KEP-Dienstleistungen sind eine unverzichtbare Grundversorgung der Stadt und sichern damit auch eine lebendige Einzelhandelskultur. Das Mikro-Depot-Konzept mit der fußläufigen Zustellung und dem Einsatz von Lastenfahrrädern erfüllt die ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeitsziele von Kommunen, KEP-Diensten und Handel in sehr hohem Maße."
Gerd Seber, Group Manager Sustainability & Innovation bei DPD, unterstrich: „Eine intelligente City-Logistik ist notwendig, um auch weiterhin den innerstädtischen Handel mit Waren zu versorgen und die Bewohner der Stadt mit dem weltweiten Online-Handel zu verbinden. Zustellkonzepte auf Basis von Mikro-Depots können dabei eine sehr gute Antwort auf die Herausforderungen des wachsenden innerstädtischen Verkehrs sein.“
Auf Basis umfassender Analyseergebnisse sollen die Mikro-Depots ab Sommer 2016 im täglichen Praxisbetrieb getestet werden. Nürnberg habe für das Projekt den idealen Standort geboten, so die Initiatoren. Konzeptionelle Basis habe eine Studie des Bundesverbandes Internationaler Expres- und Kurierdienste (BIEK) gebildet (LOGISTRA berichtete).

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