DSV: Logistik-Ausbildung gibt allen eine Chance

Jungen Menschen mit Unterstützungsbedarf in einem Logistikberuf ausbilden – DSV Solutions in Vaihingen startete dazu ein Projekt in Kooperation mit dem Berufsbildungswerk Mosbach-Heidelberg.

Stephan Manzeck absolviert den praktischen Teil seiner BBW-Ausbildung bei DSV Solutions. (Foto: Johannes-Diakonie)
Stephan Manzeck absolviert den praktischen Teil seiner BBW-Ausbildung bei DSV Solutions. (Foto: Johannes-Diakonie)
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Täglich durchlaufen rund 20.000 Kommissionierungspositionen das 40.000 Quadratmeter große Logistikzentrum der DSV Solutions in Vaihingen. In den Hallen prüfen Fachlageristen die Waren nach Empfang auf Qualität, erfassen sie im Bestandsystem und bereiten sie für den nächsten Transport vor – sie halten die Lieferketten am Laufen. Mit dabei sind auch junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf, die den praktischen Teil ihrer Ausbildung aktuell am Vaihinger Standort in Kooperation mit dem Berufsbildungswerk (BBW) Mosbach-Heidelberg der Johannes-Diakonie absolvieren. Jan Krumpietz bildet im Berufsbildungswerk Jugendliche zu Fachlageristen aus. An jedem Donnerstag kommt er mit jeweils fünf Auszubildenden zum Transport- und Logistikdienstleister nach Vaihingen, um dort tief in die berufliche Wirklichkeit eines Logistikunternehmens einzutauchen.

„Wir wollen unsere Auszubildenden möglichst gut auf das Arbeitsleben vorbereiten“, erklärt Krumpietz.

Für die Zusammenarbeit mit DSV Solutions sei er daher sehr dankbar. Hier würden die BBW-Auszubildenden ohne Abstriche in den Betrieb eingebunden. Sie holen und verpacken Ware, nehmen Lieferungen an, lernen Flurförderwagen und andere Geräte zu bedienen. Die Arbeit bei einem globalen Logistikdienstleister bringt die Jugendlichen nicht nur fachlich weiter, sie stärkt Krumpietz Erfahrungen zufolge auch den Selbstwert.

„Alle sind mächtig stolz, hier arbeiten zu können“, berichtet der Ausbilder.

Während viele Unternehmen in der Corona-Pandemie ihre Angebote an Praktikumsstellen eher herunterfahren, möchte DSV Solutions die Türen für den Nachwuchs ganz bewusst offenhalten. Das gelte auch für junge Menschen mit Unterstützungsbedarf, betont Sina Scheytt, Operations Manager am DSV-Standort Vaihingen

„Wir wollen allen Jugendlichen eine Chance geben. Dahinter stecken neben sozialer Verantwortung auch ganz praktische Gründe.“

Corona und der wachsende Onlinehandel haben die ohnehin prosperierende Logistikbranche noch einmal beflügelt. Das Unternehmen baut seine Lagerflächen aus – und der Bedarf an Arbeitskräften wächst mit. Christina Anger, BBW-Standortleiterin in Heidelberg, betätigt:

„Die Logistikbranche bietet für unsere Ausbildungsteilnehmenden gute Jobperspektiven.“

Und während viele klassische Handwerksberufe von Nachwuchssorgen geplagt seien, stoße der Einstieg ins Logistikfach bei Jugendlichen durchaus auf Interesse. Die Zahl der Auszubildenden sei seit Jahren auf hohem Niveau – mit Tendenz zu weiterem Wachstum.

Einer von ihnen ist Stephan Manzeck. Der junge Mann führt selbstständig einen Schleppwagen durch die DSV-Hallen und ist sichtlich stolz darauf. Manzeck hat über die berufliche Vorförderung im BBW zur Lagerlogistik gefunden und auch dort seinen Staplerführerschein erworben. Den praktischen Teil der Ausbildung kann er nun komplett bei DSV Solutions absolvieren. Von seinem Heimatort Pforzheim hat er es nicht weit zur Arbeit.

Die Atmosphäre hier habe ihm sofort gefallen, und er habe hier schon viel gelernt: Container entladen, Ware packen und kommissionieren, erzählt Manzeck.

„Ich könnte mir vorstellen, auch nach der Ausbildung hier zu arbeiten.“

Die Chance für eine Übernahme nach der Ausbildung ist dank der Zusammenarbeit zwischen Berufsbildungswerk und Unternehmen in jedem Fall gegeben.

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