E-Lkw: Sauberer Transport in der Kartonagefertigung

Der Vollpappeverarbeiter Friedrich Wenner GmbH fährt nun einen emissionsfreien E-Lkw von MAN. Der Strom dafür kommt aus der eigenen Fotovoltaikanlage.

Solarzellen auf den Dächern von Produktions- und Lagerhallen der Friedrich Wenner GmbH produzieren den Strom für den neuen E-Lkw MAN eTGM. | Bild: MAN
Solarzellen auf den Dächern von Produktions- und Lagerhallen der Friedrich Wenner GmbH produzieren den Strom für den neuen E-Lkw MAN eTGM. | Bild: MAN
Tobias Schweikl

Die Friedrich Wenner Versmolder Vollpappen-Verarbeitungswerk GmbH nimmt einen vollelektrischen MAN eTGM in den regulären Transportbetrieb auf. Der 264 kW (360 PS) starke 26 Tonner mit Kofferaufbau transportiert künftig leise und emissionsfrei Vorprodukte und Fertigerzeugnisse der Kartonagefertigung. Ganzheitlich ökologisch produziert die Friedrich Wenner GmbH Strom für den Elektro Lkw mit der eigenen Fotovoltaikanlage selbst.

Am 6. Mai 2020 nahm Geschäftsführer Stephan Potthoff-Wenner die Schlüssel des neuen Lkw von Verkaufsleiter Ferdinand Zeh und Verkaufsberater Till Kortekamp, beide vom MAN-Verkaufsbüro Bielefeld, entgegen.

„Mit diesem Elektro Lkw erfüllen wir einmal mehr unser ökologisches Versprechen, dem wir uns seit Jahren verpflichtet fühlen. Der MAN eTGM ergänzt in idealerweise Weise die umfangreichen Maßnahmen, die wir in den letzten Jahren auf den Weg gebracht haben, um den CO2- Ausstoß unseres Unternehmens nachhaltig zu reduzieren“, erläutert Stephan Potthoff-Wenner.

Bei dem vollelektrischen Verteilerfahrzeug handelt es sich um einen MAN eTGM in der Konfiguration eines dreiachsigen Fahrgestells 6x2-4 mit lenk- und liftbarer Nachlaufachse für ein zulässiges Gesamtgewicht von 26 Tonnen. Für den feuchtigkeitsgeschützten Transport der Kartonagen ist das Fahrzeug mit einem Trockenfrachtkoffer aufgebaut.

Angetrieben wird das Elektro-Verteilerfahrzeug von einem 264 kW (360 PS) leistenden Elektromotor, der ein Drehmoment von max. 3.100 Nm abruft. Nebenaggregate wie Servolenkung, Luftkompressor sowie die Klimaanlage werden elektrisch betrieben und über das Energiemanagement bedarfsabhängig gesteuert.

Über Bremsenergie-Rückgewinnung (sogenannte Rekuperation) wird die Bewegungsenergie des Fahrzeugs in den Schub- und Bremsphasen in elektrische Energie umgewandelt und in die Batteriespeicher zurückgeführt. Eine Anzeige im Cockpit informiert den Fahrer über den aktuellen Energieinhalt der Batterien.

Die Energie für den Lkw liefern Lithium-Ionen-Batterien aus dem Volkswagen-Konzern. Diese sind unter dem Fahrerhaus über der Vorderachse angeordnet, wo bei herkömmlichen Fahrzeugen der Diesel-Antriebsstrang platziert ist. Weitere Batterien befinden sich am Fahrzeugrahmen.

Die Reichweite des MAN eTGM beträgt laut Hersteller je nach Einsatzgebiet, klimatischen und topografischen Bedingungen bis zu 200 Kilometer. Das Aufladen der Batterien ist entweder mit einer Ladeleistung von 22 oder 44 kW mit Wechselstrom oder als „High Power Charging“ mit 150 kW Gleichstrom möglich.

Beratung und Schulung inklusive

Um den Einstieg in die Elektromobilität zu erleichtern, bietet MAN seinen Kunden bei der Anschaffung eines eTGM mit MAN Transport Solutions eine individuelle Beratung. Außerdem erhalten die Fahrer des MAN eTGM ein Fahrertraining durch MAN ProfiDrive, das speziell auf die Anforderungen beim Fahren eines vollelektrischen Fahrzeugs ausgelegt ist.

Der an die Friedrich Wenner GmbH übergebene Elektro-Lkw gehört zu einer Kleinserie von Fahrzeugen, die MAN in diesem Jahr an verschiedene Kunden in ganz Europa ausliefert. Bereits seit September 2018 sind neun Elektro-Lkw vergleichbarer Bauart bei neun Firmen des österreichischen Council für nachhaltige Logistik (CNL) in der täglichen Praxis unterwegs. Ebenso setzt die LGI Logistics Group seit Dezember 2018 einen MAN eTGM in der Teilelogistik für Porsche am Produktionsstandort in Stuttgart-Zuffenhausen ein.

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