EAV liefert in EU: E-Cargobike nimmt Brexit-Hürden

Britischer Hersteller vermeldet erste Post-Brexit-Lieferungen auf den Kontinent und will den Vertrieb für sein schweres Lasten-Pedelec jetzt forcieren, auch weltweit.

Geliefert statt geliefert: Nach massiven administrativen Umstellungen in Vertrieb und Produktion nimmt das EAV2Cubed wieder Fahrt auf dem Kontinent auf. | Foto: EAV
Geliefert statt geliefert: Nach massiven administrativen Umstellungen in Vertrieb und Produktion nimmt das EAV2Cubed wieder Fahrt auf dem Kontinent auf. | Foto: EAV
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der britische Spezialist für elektrisch unterstützte leichte Nutzfahrzeuge Electric Assisted Vehicles (EAV) hat jetzt die Auslieferungen seines vierrädrigen Pedelecs EAV2Cubed in Deutschland und Norwegen verkündet, zugleich die ersten "Post-Brexit"-Fahrzeuge, die das 2018 von ehemaligen Formel-1- und Luftfahrt-Ingenieuren gegründete Start-up-Unternehmen ausliefert.

"Der Brexit war nicht ohne Herausforderungen. Wie viele britische Marken waren wir besorgt über den potenziellen Einfluss auf unser Geschäft. Vor allem mussten wir die gewaltige Menge an neuen Verwaltungsvorschriften anpassen, sowohl beim Teileankauf wie beim Export, erklärte Leigh Barmby, COO und Direktor von EAV.

Was früher mal eine simple "straightforward"-Prozedur einer Auslieferung nach Europa war, sei nun ein ebenso komplexer Vorgang wie der Export in die USA. Aber man lerne die neuen Abläufe, was enorm wichtig sei, weil man Marktführer in Europa in der Mikro-Mobilität sei und die Verkäufe in die EU über die letzten Monate signifikant angezogen hätten. Der Hersteller habe nun von Portugal bis Schweden nach Europa ausgeliefert und zahlreiche weitere Aufträge erhalten. Nun sei man gezwungen die Strategie im Hinblick auf den internationalen Vertrieb zu überdenken.

Gordischer Knoten durchschlagen: Luftqualität und City-Maut

Man habe sehr gutes Kundenfeedback über den Einsatz mit dem EAV2Cubed erhalten und sei sicher, das richtige Produkt zu haben. "Es gibt eine echt Notwendigkeit, die umwelttechnischen Anstrengungen der letzten Jahre aufrecht zu erhalten. Unser klares Ziel ist es, konventionelle Transporter und Autos in den Städten zu ersetzen mit hocheffizienten Transportlösungen, die sowohl die City-Maut wie auch die Luftreinhaltungsfragen lösen", erklärte Barmby weiter. 

Und das unter Maßgabe, dass die Anwender keinen Verlust an Effizienz für ihr Geschäftsmodell hinnehmen müssen, tatsächlich habe sich die Effizienz eher erhöht, wirbt der COO. Jetzt nehme man im nächsten Schritt den globalen Vertrieb des Leichtelektrofahrzeugs in den Blick und wie man so schnell wie möglich einen maximalen Effekt erzielen könne.

Vierrädriges Konzept mit hoher Recyclierbarkeit

Der Hersteller setzt auf ein vierrädriges, 2,74 Meter langes und einem Meter breites Lastenpedelec auf einem leicht recyclierbaren Stahlrahmen sowie mit biologisch abbaubaren Composit-Materialien, das in einer großvolumigen Box bei einem Eigengewicht von 125 Kilo bis zu 150 Kilo Nutzlast verstauen kann, gesamt bis zu 380 Kilogramm. Je nach Batteriepaket reicht die Tretunterstützung für 26 bis 96 Kilometer und immer bis 25 km/h Tempo. Der Wendekreis beträgt 4,6 Meter.

 

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