Einachs-Gardinenanhänger: Weniger Maut dank Leichtbau

Fünf Einachs-Gardinenanhänger mit drei Metern Innenhöhe und ein zu passender Lkw-Aufbau vorne – die Oldenburg Kunststofftechnik spart dank gewichtsreduzierter Bauweise Maut in der Schweiz.

Der Gesamtzug kommt auf eine Nutzlast von nahezu drei Tonnen. | Bild: Fliegl
Der Gesamtzug kommt auf eine Nutzlast von nahezu drei Tonnen. | Bild: Fliegl
Tobias Schweikl

Die Oldenburg Kunststoff-Technik GmbH hat beim Hersteller Fliegl Fahrzeugbau GmbH fünf Einachs-Gardinenanhänger in Leichtbauweise bestellt. Die Fahrzeuge mit drei Metern Innenhöhe, 8.340 Millimetern Innenlänge und einem Leergewicht von nur 2.640 Kilogramm kommen als Gesamtzug auf eine Nutzlast von fast drei Tonnen. Damit ist der dreiachsige Gliederzug als 11,99-Tonner in der günstigsten Mautklasse unterwegs, das zahle sich vor allem in der Schweiz aus.

„Wir fahren pro Woche etwa 15 Touren in die Schweiz, wo die Maut sehr teuer ist. Jetzt hat der gesamte Zug nur drei Achsen, aber wir können dennoch fast drei Tonnen transportieren“, so Michael Oldenburg, Geschäftsführer des Kunststoff-Spezialisten aus Chieming am Chiemsee.

Erreicht wird das niedrige Gewicht unter anderem durch den Rahmen in Leichtbauweise, Luftkessel aus Aluminium und den ebenfalls leichteren Ladeboden. Dieser fällt mit einer Stärke von 24 Millimetern etwas dünner aus als gewöhnlich.

„Wir transportieren Verpackungsmaterialien wie Luftpolster- oder Schaumfolien, da ist die Flächenlast eher gering“, so Oldenburg.

Vereinzelt laden die Fahrzeuge auch Stretchfolie. Da die Kartonagen oft ohne Paletten direkt auf dem Boden stehen, muss dieser absolut trocken sein. Der Boden ist daher extra versiegelt und ringsum verfugt; am leicht schrägen Außenrahmen mit Load-Lock-Profil ist zusätzlich eine Abdichtung aus Gummi befestigt, die Plane bietet unten einen Spritzwasserschutz. Das Dach ist als Schiebeverdeck ausgeführt, der Dachholm für die Automobilindustrie bietet eine Innenbreite zwischen den Holmen von ca. 2.490 Millimetern.

Chieming liegt im Voralpenraum, dort dauert der Winter etwas länger als im Rest der Republik. Dank Anti-Ice-System läuft Regen- und Schmelzwasser vom Dach ab und gefriert nicht zu Eisplatten. Weitere Sonderausstattungen: Die von den Fahrern gewünschten Wendelflex-Leitungen schleifen nicht auf dem Boden, dank LED-Scheinwerfer ist der rückwärtige Arbeitsbereich gut ausgeleuchtet, und der I-Lock-Türverschluss erleichtert das Öffnen und Schließen.

Auf der langen Strecke

Neben den Einachs-Gardinenanhängern samt Lkw-Aufbau erweiterte Oldenburg seinen Fuhrpark um drei Langsattelauflieger vom Typ SZS 300 MegaRunner „Twin 180“ X-tra Long. Mit ihnen soll ein Linienverkehr zwischen dem Standort in Bayern und dem neuen Oldenburg-Werk in Sachsen-Anhalt aufgebaut werden. Die neuen Trailer dienen auch als zusätzlicher „Stauraum“ auf dem Hof und reduzieren die Wartezeit des Fahrers. Geplant ist, zwei Trailer pro Zugmaschine zu betreiben, um schnell wechseln zu können.

Die Langsattelauflieger haben eine Innenlänge von 15.030 Millimetern, ein Leergewicht von 5.980 Kilogramm und eine zulässige Nutzlast von 23.020 Kilogramm. Auch bieten sie ein Schiebeverdeck mit Hubdach und dem robusten „Roof non-elastic“, bei dem sich der Dachholm kaum durchbiegt, was das Be- und Entladen erleichtern soll. Auch hier sorgt ein Anti-Ice-System für sichere Fahrt ohne Eisplatten auf dem Dach.

Beidseitige, geschraubte Palettenanschläge, der Heavy-Blocker-Rammschutz hinten sowie 140 Millimeter hohe Crashblocker an der Stirnwand schützen Ladung, Fahrer und Fahrzeug. Der 30 Millimeter starke Ladeboden ist versiegelt und ringsum verfugt, dank längslaufender Unterzüge bietet er eine hohe Punktbelastbarkeit, die Staplerachslast darf 7.100 Kilogramm betragen.

Rund 90.000 Kilometer pro Jahr sollen die neuen Fahrzeuge bei Oldenburg zurücklegen. Auch die Anschaffung eines Gigaliners sei geplant.

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