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Elektrische Trailer-Achse SAF TRAKr: SAF-Holland fährt die Produktion hoch

Die elektrische Trailerachse SAF TRAKr von SAF-Holland nutzt die Rekuperation, um Emissionen und den Kraftstoffverbrauch des Gesamtzugs zu senken. Mitte 2024 soll das Portfolio um die Kombination mit dem Modul-Fahrwerk erweitert werden.

Die modulare, elektrische Rekuperationsachse SAF TRAKr für Achslasten von neun bis zehn Tonnen reduziert die CO2 Emissionen von Nutzfahrzeugen. Foto: SAF-Holland
Die modulare, elektrische Rekuperationsachse SAF TRAKr für Achslasten von neun bis zehn Tonnen reduziert die CO2 Emissionen von Nutzfahrzeugen. Foto: SAF-Holland
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Tobias Schweikl
(erschienen bei Transport von Daniela Sawary-Kohnen)

Nach einer mehrjährigen Testphase ist im Oktober 2022 die Fertigung der SAF TRAKr in Verbindung mit dem INTRA-Fahrwerk im Stammwerk in Bessenbach gestartet. Jetzt soll sie laut SAF-Holland kontinuierlich hochgefahren werden und zur Jahresmitte das Portfolio um die Kombination mit dem Modul-Fahrwerk ausgeweitet werden.

Nach der Einführung in den europäischen Markt, sei 2023 der Vertrieb der SAF TRAKr in Australien und Neuseeland angelaufen. In weiteren Regionen, beispielsweise Nordamerika und Indien, komme die Trailerachse derzeit in Testfahrzeugen zum Einsatz.

Der Einsatz von elektrifizierten Trailerachsen gewinne bei emissionsarmen Transporten, etwa mit Kühlaufliegern und bei innerstädtischen Anwendungen, immer mehr an Bedeutung, so der Hersteller. Ein weiterer Innovationstreiber für die E-Technologie seien die VECTO-Verordnung (Vehicle Energy Consumption Calculation) und andere gesetzliche Vorschriften. Demnach seien zeitnah mehr als 50 Null-Emissions-Zonen in Europa geplant, unter anderem in Berlin, Paris und London.

Strengere Lärmschutznormen würden ebenso dazu beitragen, leisere Fahrzeuge zu produzieren. Um die globale Erwärmung wie geplant begrenzen zu können, müssten außerdem CO2-Emissionen bis 2050 um bis zu 95 Prozent gesenkt werden. Olaf Drewes, Director Group Innovation Trailer bei SAF-Holland:

„Hier sehen wir große Chancen für elektrifizierte Trailerachsen: Sie reduzieren CO2- und Geräuschemissionen und entsprechen damit gesetzlichen Anforderungen, zum Beispiel an nächtliche Kühltransporte im innerstädtischen Lieferverkehr. Auch dem Branchentrend hin zu mehr ‘green transport‘ tragen die E-Achsen Rechnung.“

Die Transportbranche befinde sich im Wandel und das Thema CO2-Emmissionen gewinne durch aktuelle Verordnungen für Nutzfahrzeuge, wie VECTO, insgesamt an Bedeutung.

Die Trailerachse SAF TRAKr nutzt die Rekuperation, um die Emissionen und den Kraftstoffverbrauch des Gesamtzugs zu senken. Dafür wandelt die zentral angeordnete Hochspannungs-Generatoreinheit die kinetische Energie des Trailers in elektrische Energie um. Die erzeugte Energie wird in einer Li-Ion-Batterie gespeichert und anschließend genutzt, um die elektrischen Verbraucher des Anhängers, etwa die Kühlaggregate oder Pumpen, vollelektrisch zu betreiben.

Haupteinsatzgebiete sind dafür Kühlauflieger sowie Containerchassis für Kühlcontainer, Lebensmittel-Tankwagen, Silofahrzeuge, Walking Floors oder Plateaufahrzeuge mit Kran.

Für Fahrer ist der rein elektrische Betrieb des Kühlaggregates unterwegs laut dem Hersteller ein spürbarer Komfortgewinn, denn so sind sie wesentlich weniger Geräuschemissionen ausgesetzt.

Für Flexibilität und Wartungsfreundlichkeit sind die Betriebsstrategie und die einzelnen Komponenten der SAF TRAKr laut SAF Holland optimal aufeinander abgestimmt. Zahlreiche Bauteile sind fest in die E-Achse eingebaut und so können Fahrzeughersteller die SAF TRAKr mit wenig Aufwand montieren oder nachrüsten und dabei Standard-Schnittstellen nutzen.

Um Radköpfe und Räder zu demontieren, müssen weder das zentral angeordnete Getriebe mit dem daran angeflanschten Generator noch weitere HV-Komponenten demontiert werden, heißt es aus dem Unternehmen. Verschleißteile wie Bremsbeläge oder Bremsscheiben seien identisch zu den Komponenten der nicht elektrifizierten Achsen von SAF-Holland. Das vereinfache und sichere die Versorgung mit Ersatzteilen.

Hochvolt-Generatormodul

Die SAF TRAKr nutzt ein Hochvolt-Generatormodul für die elektrische Rekuperation, ihre maximale Leistung liege systembedingt bei 17 kW. Die Achse ist für Achslasten von neun bis zehn Tonnen ausgelegt und wahlweise als wasser- oder luftgekühlte Variante verfügbar.  

Sie ist erhältlich mit verschiedenen Scheibenbremsen für 19,5‘‘- und 22,5‘‘-Singlebereifung sowie für das Fahrwerksystem SAF Intra. Die Zwillingsbereifung sei in der Entwicklung, hieß es.

Ab Mitte 2024 soll die SAF TRAKr auch in Kombination mit dem Modul Fahrwerk bestellbar sein. Der modulare Aufbau ist speziell für weltweit unterschiedliche Anforderungen der Wirtschaftsräume EMEA, AMERICAS und APAC konzipiert. Beim Rekuperationssystem kooperiere man mit externen Partnern.

Der Generator arbeitet unabhängig vom Zugfahrzeug im Fahrbetrieb und wird bei ABS-Bremseingriffen oder Fahrdynamik-Regelungen abgeschaltet, um die Fahrstabilität zu gewährleisten.

Bei einer Fahrzeuggeschwindigkeit von weniger als 15 Stundenkilometer wird der Generator laut Hersteller ebenfalls deaktiviert, um das notwendige Anfahrmoment und damit den Kraftstoffverbrauch der Zugmaschine in diesen Phasen nicht zu erhöhen. Aufladeoptionen sind Energiegewinnung durch die Achse während der Fahrt sowie das Laden über das externe Stromnetz im Stillstand, zum Beispiel beim Be- oder Entladen des Fahrzeugs.

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