Elektro-Lkw: Ansorge liefert für Nestlé emissionsfrei

Der Transport- und Logistikdienstleister erprobt für seinen Kunden Nestlé einen vollelektrischen Volvo FH. Der 44-Tonner soll zukünftig im kombinierten Verkehr eingesetzt werden.

Soll als 44-Tonner im kombinierten Verkehr fahren: der e-Truck von Volvo. (Foto: Nestlé Deutschland AG)
Soll als 44-Tonner im kombinierten Verkehr fahren: der e-Truck von Volvo. (Foto: Nestlé Deutschland AG)
Tobias Schweikl
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Seit November erprobt Nestlé-Partner Ansorge eine vollelektrische Sattelzugmaschine Volvo FH. Das Fahrzeug ist mit einem maximalen Gesamtgewicht von 44 Tonnen unterwegs und komme auf eine Reichweite von 300 km. Geplant ist, den Lkw im intermodalen Verkehr einzusetzen. Es soll Kunden mit Sortimenten von Nestlé Waters und Maggi beliefern.

Mit dem Elektroantrieb werden Herstellerangaben zufolge gegenüber herkömmlichen Diesel-Verbrennungsmotoren die Emissionen an C02 und Stickoxiden um etwa 80 Prozent gesenkt. Bei einer Aufladung mit dem aus der eigenen Photovoltaikanlage generierten Strom am Ansorge-Standort Singen wäre der E-Truck sogar komplett CO2e-neutral unterwegs und trägt so zur nachhaltigen Logistikstrategie von Nestlé bei.

Matthias Fleischer, Director Supply Chain & IT bei Nestlé Deutschland, zeigt sich zufrieden mit dem Projekt:

„Wir sind sehr stolz, dass wir mit unserem ersten E-Truck unsere Bemühungen für weniger Emissionen im Transport gemeinsam mit Ansorge und Volvo als starke Partner auf eine neue Stufe heben konnten. Durch moderne, intermodale Transportkonzepte und nachhaltige Antriebstechnologien leisten wir unseren Beitrag, um unser globales Ziel von Netto Null Emissionen bis 2050 zu erreichen.“

Wie Björn Stammer, Leiter Logistik bei Nestlé Deutschland, ergänzen berichtet, fußt die Nachhaltigkeitsstrategie des Lebensmittelkonzerns jedoch nicht nur auf Elektromobilität:

„Neben dem Ausbau der Flotte an E-Trucks setzt Nestlé auch auf andere Technologien wie etwa Antriebe auf (Bio) Gas- und Wasserstoffbasis. Diese sind bereits im Einsatz und werden in engem Austausch mit unseren Logistik-Partnern kontinuierlich ausgebaut.“

Doch ganz gleich, welcher alternative Antrieb es am Ende ist, Wolfgang Thoma, geschäftsführender Gesellschafter bei Ansorge, ist überzeugt, dass der Weg zu Zero Emission im Güterverkehr nur mit damit beschleunigt werden kann:

„Deshalb ist der aktuelle Einsatz von Gas- und E-Fahrzeugen in unserem Fuhrpark gelebte Praxis und in Verbindung mit dem intermodalen Verkehr von höchstem Stellenwert.“

In den nächsten 15 Monaten soll die Lkw-Flotte des Transport- und Logistikdienstleisters um neun weitere E-Trucks erweitert werden.

Erstmals öffentlich vorgestellt wurde Volvos E-Truck Ende Oktober auf der Roadshow der European Clean Trucking Alliance (ECTA) in Brüssel. Dort unterzeichnete Nestlé eine gemeinsame Erklärung mit anderen Industrievertreter:innen und Transportbetreiber:innen, in der eine ehrgeizige EU-Politik zur Dekarbonisierung des EU-Straßengüterverkehrs gefordert wird.

Ein gutes Beispiel für die intelligente Kombination unterschiedlicher Verkehrsträger ist Nestlé Waters: Bereits heute transportieren S.Pellegrino und Acqua Panna ihr Mineralwasser von Italien nach Deutschland größtenteils mit der Bahn. Wie der Konzern erklärt, werden so insgesamt 84 Prozent der gesamten Strecke mit dem Zug zurückgelegt. Verglichen mit dem herkömmlichen Lkw-Transport reduziere sich der CO2e-Ausstoß damit um durchschnittlich 8.300 Tonnen pro Jahr. Durch die Verwendung alternativer Antriebe will das Unternehmen die Emissionen im Vor- und Nachlauf weiter deutlich reduzieren.

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