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Elektro-Mobilität: Nachrüst-E-Achse soll City-Zufahrt sichern

Spezialfahrzeugbauer Paul geht zusammen mit BPW in Sachen elektrisch angetriebener den nächsten Schritt und kündigt den serienmäßigen Umbau ausgedienter MB Vario-Modelle an. Geringere Betriebskosten sollen für schnelle Amortisation sorgen.
Auf Achse: Spezialfahrzeugbauer Paul steigt in die Serienumrüstung von ausgedienten MB-Vario mit der BPW-Elektroachse ein. | Foto: BPW
Auf Achse: Spezialfahrzeugbauer Paul steigt in die Serienumrüstung von ausgedienten MB-Vario mit der BPW-Elektroachse ein. | Foto: BPW
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Johannes Reichel

Die Unternehmensgruppe Paul, einer der europäischen Marktführer im Bereich Sonderfahrzeugbau, hat den serienmäßigen Umbau von ausgedienten Mercedes-Benz Vario zu Elektrofahrzeugen in Zusammenarbeit mit der BPW Bergische Achsen KG angekündigt. Die Kooperation zur Umrüstung wurde im Rahmen einer Veranstaltung für Kommunen in Vilshofen bekannt. Dabei wird der gesamte konventionelle Antriebsstrang aus Motor, Getriebe, Differentialachse, etc. ersatzlos entfernt. Den Antrieb übernimmt eine neuartige elektrische Achse des Transport- und Fahrwerkspezialisten, die auf der IAA 2016 erstmals präsentiert worden war. Das Fahrzeug soll durch den Umbau nicht schwerer werden, das Gewicht der Batterien will man durch den Entfall von Motor, Getriebe und Abgasreinigung kompensieren. Die Elektrifizierung soll das Fahrzeug sogar agiler machen, der Anbieter führt ein Plus an Drehmoment ins Feld, zudem könnten die Räder einzeln angesteuert werden. Daneben verringere sich der Wendekreis durch sogenanntes "active steering control" der Hinterachse.

Aufgrund seiner Robustheit und technischen Voraussetzungen sei der MB Vario auch nach seinem offiziellen Produktionsende eine der gebräuchlichsten Plattformen für Nutz- und Spezialfahrzeuge von Kommunen, Polizei und Bundeswehr, aber auch von vielen kommerziellen Unternehmen: Die hohe Nutzlast und Zuverlässigkeit sowie das großzügige Fahrerhaus prädestinierten aus Pauls Sicht die Baureihe als Basis für Umbauten. Die Haltedauer bei den oft nur saisonal eingesetzten Spezialfahrzeugen ist traditionell lang – und ein ab Werk elektrisch angetriebener Nachfolger des Modells ist nicht in Sicht, argumentiert der Umrüster weiter. Außerdem böten sich kommunale Fahrzeuge für die Elektrifizierung aufgrund ihrer Fahrprofile ideal an. "Viele der Fahrzeuge fahren weniger als 100 km an Tag und werden jeden Abend auf demselben Betriebshof geladen", erläuterte Paul.

„Viele Kommunen laufen Gefahr, künftig Fahrverbote auch gegen sich selbst aussprechen zu müssen – schließlich gehören sie selbst zu den größten Betreibern dieselgetriebener Nutzfahrzeugflotten", argumentierte Walter Pötzinger, Geschäftsführer der Paul Nutzfahrzeuge GmbH. Durch die Umrüstung könnten diese Spezialfahrzeuge über weitere Jahre im Einsatz bleiben. Das rechne sich, wirbt Pötzinger, auch weil der E-Antrieb in Betrieb und Wartung günstiger sei als der Verbrennungsmotor. Markus Schell, persönlich haftender geschäftsführender Gesellschafter von BPW sieht in der seriennahen Umrüstung bei Paul ein wichtiges Signal, auf das nicht nur Fuhrparkbetreiber bei Kommunen, Behörden und Unternehmen gewartet hätten. "Es ist auch ein wichtiger Meilenstein für die Elektromobilität insgesamt“, erklärte der BPW-Manager.

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