Werbung
Werbung
Werbung

Elektrofahrzeuge: Mehr Reichweite durch Thermo-Management

Die mangelnde Reichweite ist oft ein Hauptargument gegen Elektroautos. Zur IAA 2015 kommt Bosch jetzt mit einer Lösung für die Wintermonate.
Das Thermo-Managementsystem von Bosch nimmt im Elektrofahrzeug anfallende Wärme und Kälte dort auf, wo sie anfällt und transportiert sie dahin, wo sie benötigt wird. | Foto: Bosch
Das Thermo-Managementsystem von Bosch nimmt im Elektrofahrzeug anfallende Wärme und Kälte dort auf, wo sie anfällt und transportiert sie dahin, wo sie benötigt wird. | Foto: Bosch
Werbung
Werbung
Tobias Schweikl

Mit eingeschalteter Heizung schrumpft die ohnehin knappe Reichweite vieler Elektrofahrzeuge weiter. Der Automobilzulieferer Bosch stellt auf der IAA 2015 nun ein „intelligentes Thermomanagement“ für Elektroautos vor, das die Reichweite im winterlichen Stadtbetrieb um bis zu 25 Prozent steigern soll.
Ermöglicht werden soll dies durch eine Wärmepumpe kombiniert mit Kühlmittelpumpen und -ventilen. Eine Pumpe soll mit 1.000 Watt elektrischer Leistung Wärme eine Heizleistung von 2.000 bis 3.000 Watt generieren. Der Wirkungsgrad konventioneller Zuheizer liegt nur etwa halb so hoch.
Das System nimmt im Fahrzeug anfallende Wärme und Kälte dort auf, wo sie anfällt und transportiert sie dahin, wo sie benötigt wird. Beispielsweise entsteht im Elektroauto Wärme bei der Versorgung des Elektromotors mit Strom oder wenn Bremsenergie in Strom umgewandelt und in die Batterie eingespeist wird. Oder wenn die Batterie gekühlt werden muss, um im optimalen Temperaturfenster um 35 Grad Celsius zu bleiben. Durch die Abwärmenutzung von Elektromotor und Leistungselektronik sowie einem geregelten Umluftbetrieb mit Luftentfeuchtung wird zusätzlich der Kälte- und Wärmebedarf reduziert. [pagebreak]
Das System ist das Ergebnis des öffentlich geförderten Projekts „Ganzheitliches Thermomanagement im E-Fahrzeug“ (GaTE), das die Grundlagen für ein optimiertes Thermomanagement erarbeiten soll. Projektpartner sind neben Bosch auch der Klimatechnikspezialist Mahle Behr GmbH & Co. KG sowie weitere Unternehmen. Die einzelnen Komponenten stammen weitgehend aus bereits bestehenden Serienanwendungen. Die Lösung stünde also kurzfristig zur Verfügung.
Bei batteriebetriebenen Antrieben spielen Wärme und Kühlung eine wesentlich größere Rolle, als bei Benzinern oder Dieseln. Während ein Verbrennungsmotor Wärme im Überfluss abgibt, muss bei Elektrofahrzeugen der Innenraum rein elektrisch beheizt werden. Der dazu notwendige Strom kommt aus der Batterie und reduziert so die Reichweite. Laut Bosch kann in den Wintermonaten bis zur Hälfte der gespeicherten Energie für die Klimatisierung des Innenraums nötig sein.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung