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Elektromobilität: Deutsche Hersteller liegen bei Patenten vorn

Die Studie einer Patentkanzlei bescheinigt den deutschen Anbietern bei der Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen gründliche Vorbereitung. und sieht Patente als Indikator.
Indikator: Deutsche Hersteller halten weltweit am meisten Patente im Bezug auf die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen. Im Hinblick auf Serieneinsatz sind sie aber zurückhaltender. | Foto: Daimler
Indikator: Deutsche Hersteller halten weltweit am meisten Patente im Bezug auf die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen. Im Hinblick auf Serieneinsatz sind sie aber zurückhaltender. | Foto: Daimler
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Johannes Reichel

Nach einer aktuellen Studie der Patentkanzlei Grünecker liegen die deutschen Nutzfahrzeughersteller bei der Anmeldung von Patenten zur Elektrifizierung von Lkw und Transportern vorn. Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung. Im Gegensatz zu E-Pkw könnten die Anbieter bei E-Vans und E-Trucks sehr gut mithalten, erklärte der Autor der Studie, Patentanwalt und Autoindustrieexperte Jens Koch. Er bescheinigte den Herstellern eine "gründliche Vorbereitung auf die Zukunft mit elektrischen Lkw", wofür die Zahl der Patente ein verlässlicher Indidator seien. Insgesamt stammten rund ein Drittel der veröffentlichten Patente für E-Nutzfahrzeuge bezogen auf die vergangenen zehn Jahre von deutschen Herstellern und deren Töchtern, erklärt Koch weiter. Er sieht zudem weniger Gefahr von chinesischen Lkw-Bauern als vielmehr durch amerikanische und japanische Hersteller, die in den letzten Jahren "deutlich dynamischer" seien als die deutschen Produzenten.

Allerdings muss man bei der Betrachtung berücksichtigen, dass sich chinesische Anbieter indirekt am Know-How der europäischen Lkw-Bauer beteiligen, bei Volvo Trucks Group und Daimler ist der chinesische Fahrzeughersteller Geely jeweils der größte Einzelaktionär. Vom Geely-Chairman Li Shufu wiederum ist bekannt, dass er neben der Elektrifizierung von Pkw (Volvo Pkw, LEVC) vor allem auch die Elektrifizierung von Lkw vorantreiben will. Zur IAA stellen die Volvo-Trucks-Hersteller Volvo und Renault Trucks entsprechende E-Lastwagen für den urbanen Verteilerverkehr vor, die bereits 2019 in Serie gehen sollen. Im Falle von Daimler muss man auch die stark fortgeschrittene Elektrifizierung bei der Tochter Fuso mit einbeziehen:Als erster Elektro-Lkw überhaupt ging hier vor kurzem der Fuso eCanter in den Serieneinsatz, für schwere Klassen bis 23 hatte der Hersteller bereits im Herbst 2017 mit einer Elektro-Studie für Aufsehen gesorgt. Bei Mercedes-Benz Trucks und jüngst auch MAN sind entsprechende schwere Verteiler-Modelle zwar in Feldtests, allerdings glaubt man hier nicht vor 2021 oder 2022 an einen rentablen Serienbetrieb.

Der Forschungs- und Entwicklungsvorstand der neuen Traton-Gruppe aus MANund Scania Anders Nielsen erklärte gegenüber der SZ, man habe für die Konzernmarken MAN, Scania und VWN 800 Patente angemeldet. Er hält es ab dem Jahr 2025 für realistisch, dass E-Lkw ökonomisch günstiger zu betreiben seien als konventionelle Diesel-Modelle. Zügiger wollen die deutschen Nutzfahrzeuganbieter dagegen bei den Transportern zu den E-Pionieren von Renault und Nissan aufschließen:Zur IAA geht bei VW Nutzfahrzeuge der e-Crafter in Serie, der bei MANals eTGE vertrieben wird. Daimler ist seit kurzem mit dem eVito am Start, dem 2019 ein elektrifizierter Sprinter folgen soll.

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