Elektromobilität: Feldversuch mit Oberleitungs-Lkw

In Hessen und Schleswig-Holstein will man die Alltagstauglichkeit von Oberleitungs-Lkw untersuchen. Dazu werden jeweils mehrere Kilometer Autobahn elektrifiziert.

Heißer Draht: Neben der Teststrecke von Scania und Siemens in Schweden soll es nun auch Teststrecken für Oberleitungs-Lkw in Deutschland geben. | Foto: Scania
Heißer Draht: Neben der Teststrecke von Scania und Siemens in Schweden soll es nun auch Teststrecken für Oberleitungs-Lkw in Deutschland geben. | Foto: Scania
Redaktion (allg.)

Im Rahmen des Aktionsprogramms „Klimaschutz 2020“ hatte die Bundesregierung bereits im Dezember 2014 beschlossen, einen Feldversuch mit Oberleitungs-Lkw durchzuführen. Zwei Projekte in Hessen und Schleswig-Holstein haben nun den Zuschlag bekommen und erhalten Gelder aus einem Förderprogramm des Bundesumweltministeriums. Die für den Feldversuch notwendige Oberleitungsinfrastruktur in den beiden Bundesländern wird mit insgesamt 28,6 Millionen Euro gefördert. Aufgrund der zeitlichen Begrenzung des Förderprogramms muss die Oberleitungsinfrastruktur bis Ende 2018 aufgebaut sein. Daran soll sich dann eine zwei bis drei Jahre dauernde Praxiserprobung der Oberleitungs-Lkw im realen Betrieb anschließen. Diese Praxiserprobung wird ebenfalls vom Bundesumweltministerium mit Mitteln in Höhe von drei bis vier Millionen Euro pro Projekt gefördert.

 

Die Teststrecke in Schleswig-Holstein verläuft zwischen Reinfeld und dem Lübecker Hafen. Sie hat eine Länge von rund 25 Kilometern und verläuft zu großen Teilen über die A1. Geplant ist, circa sechs Kilometer Oberleitung auf der A1 in beiden Fahrtrichtungen zwischen der Anschlussstelle Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck zu installieren. Die Lkw-Umläufe (zwei mal 25 Kilometer) sollen künftig rein elektrisch gefahren werden können. Dazu muss die Batterie während der Fahrt an der Oberleitung genügend Energie für die restlichen 38 Kilometer aufnehmen. In Hessen befindet sich die Versuchsstrecke zwischen dem Gewerbegebiet Darmstadt-Nord/Weiterstadt und der Anschlussstelle Zeppelinheim/Cargo City Süd des Frankfurter Flughafens. Sie beträgt rund 15 Kilometer. Hier sollen auf der A5 circa sechs Kilometer Oberleitung in beiden Fahrtrichtungen aufgebaut werden. Einen ausführlichen Hintergrundbericht zu den beiden Feldversuchen mit Oberleitungs-Lkw lesen Sie in der nächsten Ausgabe 4 der Zeitung Transport, die am 24. Februar erscheint. (tbu)

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