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Erste Abbiegeassistenten erhalten Betriebserlaubnis

Ersten zwei Systeme erhalten Allgemeine Betriebserlaubnis und können damit gefördert werden. Ministerium stellt fünf Millionen Euro für Neufahrzeuge und Nachrüstsysteme bereit.

Besser im Blick: Abbiegeassistenten sollen die meist schweren Unfälle mit Lkw vermeiden helfen. Die Abnahme der ersten Systeme erfolgte im Beisein von Verkehrsminister Scheuer in Regensburg. | Foto: BMVI
Besser im Blick: Abbiegeassistenten sollen die meist schweren Unfälle mit Lkw vermeiden helfen. Die Abnahme der ersten Systeme erfolgte im Beisein von Verkehrsminister Scheuer in Regensburg. | Foto: BMVI
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Johannes Reichel

Das Bundesverkehrsministerium hat jetzt bei einer Veranstaltung in Regensburg den Startschuss für die Föderung von nachrüstbaren Abbiegeassistenten für Lkw gegeben und zwei Systemen die Allgemeine Betriebserlaubnis erteilt. Die technische Abnahme der ersten nachgerüsteten Abbiegeassistenzsysteme sei ein entscheidender Schritt.

"Damit haben wir jetzt sichere Systeme für den nachträglichen Einbau auf dem Markt. Fünf weitere Hersteller stehen im engen Austausch mit dem Kraftfahrt-Bundesamt. Ab jetzt gibt es keine Entschuldigung mehr, Lkw nicht umzurüsten", kommentierte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). 

Förderfähig ist ein System dann, wenn durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen oder einen benannten Technischen Dienst eine Einzelabnahme erfolgt oder eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) vorliegt. Das BMVI-Förderprogramm war im Rahmen der "Aktion Abbiegeassistent" gestartet. Die Mittel seien nach wenigen Tagen gebunden gewesen. Das Ministerum stellt insgesamt 5 Millionen Euro bereit, um die freiwillige Ausrüstung von Lkw zu unterstützen. Gestellt werden konnten sowohl Anträge für Neuzulassungen als auch Anträge für Nachrüstlösungen von Fahrzeugen, die vor einer EU-weiten Ausrüstungspflicht in den Verkehr gebracht werden.

Systeme bei Edeka und Doll bereits im Einsatz

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat in der vergangenen Woche die ABE für die ersten Abbiegeassistenzsysteme an die Firma LUIS Technology GmbH und die Firma Wüllhorst Fahrzeugbau GmbH erteilt. Zwei Speditionen - Transportgesellschaft Doll KG und Edeka Südbayern - haben ihre Fahrzeuge mit diesen Systemen nachrüsten lassen. Die technische Abnahme erfolgte in der DEKRA-Niederlassung Regensburg.

Kamera statt Ultraschall

Zu dem System des Herstellers Luis erklärte der Anbieter, Abbiegeassistenten auf Ultraschall-Basis seien nicht in der Lage, sich bewegende Objekte von stehenden Objekten zu unterscheiden. Das sogenannte "Turn Detect" arbeite stattdessen Kamera- und Software-basiert, filtere statische Objekte wie parkende Autos oder Ampelmasten heraus und schützt so den Fahrer vor Abstumpfung bei zu häufigen Fehlalarmen. Gegenüber Ultraschall-basierten Systemen komme das Luis-System nach Herstellerangaben auch problemlos in die sogenannte „zweite Reihe“ und erfasst Fahrradfahrer, die bis zu sechs Meter seitlich vom Lkw fahren. Gerade diese Fahrradfahrer sind besonders gefährdet. Laut der Forschung der Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr) kam es in 70 Prozent der Abbiegeunfälle zu Zusammenstößen mit Fahrradfahrern. Das Luis-System könne unabhängig von Fahrzeugtyp und -klasse verbaut werden.

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