EXCHAiNGE 2015: Die digitale Welle rollt auf die Logistik zu

Auf der internationalen Fachkonferenz EXCHAiNGE unterstrichen die Experten den Stellenwert der Logistik-IT für den künftigen Unternehmenserfolg.
Prof. Dr. Michael Henke, der Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, betonte, dass Industrie 4.0 und Digitalisierung mit Change Management einhergehen müssen. | Foto: Andre Baschlakow
Prof. Dr. Michael Henke, der Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, betonte, dass Industrie 4.0 und Digitalisierung mit Change Management einhergehen müssen. | Foto: Andre Baschlakow
Tobias Schweikl

Der Weg in die Zukunft des Supply-Chain-Managements ist digital – daran ließen die Experten der Internationalen Fachkonferenz "EXCHAiNGE – The Supply Chainers‘ Conference" keine Zweifel. Rund 180 Logistikfachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten Ende Juni im Frankfurter House of Logistics and Mobility zwei Tage lang über die Auswirkungen der Industrie 4.0 und des Internets der Dinge auf logistische Netze. Ebenfalls Thema waren neue Ansätze zur Bestandsoptimierung in kollaborativen Netzen, Optimierungspotenziale von Cloud-Lösungen sowie die Etablierung zuverlässiger Riskmanagement-Strategien.
In seiner Auftakt-Keynote zur dritten Welle der Digitalisierung betonte Professor Dieter Kempf, Präsident des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. BITKOM und Vorsitzender des Vorstands des IT-Dienstleisters DATEV, dass IT-Megatrends das Wachstum befeuern würden. Als Beispiel nannte er Big-Data-Analytics, wobei es um das Erkennen von Zusammenhängen und Mustern sowie um Vorhersagemodelle gehe. In Deutschland stehe im Umgang mit Daten hingegen immer noch die "Sparsamkeit" im Vordergrund. Das werde als Prinzip in Zukunft nicht mehr funktionieren, so Kempf. Es gehe darum, am Strand liegen zu bleiben und sich von der kommenden Welle überrollen zu lassen oder aktiv zu werden und darauf zu surfen. [pagebreak]

In den Weckruf zu mehr Veränderung stimmte auch Prof. Dr. Michael Henke ein, der die Konferenz an beiden Tagen moderierte. Der Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML betonte, dass "Industrie 4.0 und Digitalisierung mit Change Management beginnen müssen. Anders geht es nicht." Auch die Einstellung der Mitarbeiter gegenüber neuen Technologien müsse offener werden. Diese so genannten cyber-physischen Systeme müssen einerseits auf Arbeitsebene mit bereits bestehenden Technologien kombiniert werden. Andererseits muss aber auch das Management darauf vorbereitet werden. "Das bedeutet nicht weniger als die Transformation von Organisationen", so Henke.
Die Frage, wie dieser Prozess am besten beginnt, beantworteten Dr. Frank Kühn und Marion King, beide Partner der Integrated Consulting Group: "Einfach anfangen" lautete das Credo der beiden Change Management-Experten. "Die Erfahrungen bestätigen: Warten hilft nicht, man muss jetzt anfangen", so Kühn. "Dabei müssen die Veränderungsprozesse gut moderiert und die Menschen von Anfang an mit auf die Reise genommen werden." Die beiden "Change Agents" boten den Konferenzteilnehmern denn auch gleich die Möglichkeit, in kurzen Brainstormings und persönlichen Coachings herauszufinden, wie sich die auf der EXCHAiNGE vorgestellten Inhalte in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

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