„EXPRESSO Connect“ vorgestellt: Herstellerübergreifendes IoT-System zum digitalen Geräte-Monitoring

Kleinen und mittelständischen Unternehmen soll mit "EXPESSO Connect" der niederschwellige Einstieg in die Digitalisierung der Logistikprozesse gelingen. Anlagen könnten teilweise in nur einem Tag online gehen.

Die Anbindung von Ladebrücken, Toren, Warenträgern, Flurförderzeugen und anderen intralogistischen Systemen erfolgt in EXPRESSO Connect über kompakte Erfassungsmodule, die alle technisch relevanten Betriebsdaten über den 4G LTE-Standard an einen Zentralserver übermitteln. | Bild: Expresso
Die Anbindung von Ladebrücken, Toren, Warenträgern, Flurförderzeugen und anderen intralogistischen Systemen erfolgt in EXPRESSO Connect über kompakte Erfassungsmodule, die alle technisch relevanten Betriebsdaten über den 4G LTE-Standard an einen Zentralserver übermitteln. | Bild: Expresso
Tobias Schweikl

Von der Expresso Deutschland GmbH & Co. KG kommt eine IoT-Lösung, die kleinen und mittelständischen Unternehmen den kostengünstigen und einfachen Einstieg in die Digitalisierung ermöglichen soll. „EXPRESSO Connect“ wurde vom Geschäftsbereich Service & Digital Solutions des Unternehmens entwickelt und soll Einsparpotenziale intralogistischer Abläufe werksübergreifend transparent machen. Die Lösung sei zudem schnell einsatzbereit. In einem ersten Projekt habe der Kunde innerhalb von nur einem Tag das Monitoring von zwölf Anlagen in Betrieb nehmen können, so Expresso.

„EXPRESSO Connect“ ist ein modulares und an verschiedene Anforderungen adaptierbares Gateway. Es beruht auf der systematischen Erfassung und Übermittlung der digitalen und analogen Informationen aller technischen Einheiten an ein zentrales Datenportal und deren Analyse, Dokumentation und Visualisierung auf einem Dashboard. Dies kann unabhängig von bestehenden Netzwerken sowie fabrikatsunabhängig und werksübergreifend geschehen. Bedient wird das System am PC, am Tablet oder am Handy.

„Dabei lässt sich unsere Systemlösung sowohl für die laufende Zustandsüberwachung aller beteiligten Geräte und Anlagen im Rahmen eines umfassenden Condition Monitoring einsetzen als auch für die vorausschauende Instandhaltung. Der große Vorteil ist, dass der gesamte Datenverkehr in EXPRESSO Connect völlig autark und unabhängig vom Netzwerk des Kunden abläuft – das ist ein erhebliches Sicherheitsplus für den Anwender“, sagt Jan-Peter Schulz, der Bereichsleiter von Service & Digital Solutions.

Den Installationsaufwand beschreibt der Hersteller als minimal, das gesamte Datenmanagement erfolge weitgehend automatisiert und der Anwender müsse sich nicht in komplexe Software einarbeiten. Die Anbindung aller intralogistischen Systemeinheiten, die von EXPRESSO Connect berücksichtigt werden sollen – zum Beispiel Ladebrücken, Tore, Warenträger, Flurförderzeuge oder Transportwagen – erfolgt über kompakte Erfassungsmodule, die alle technisch relevanten Betriebsdaten über den drahtlosen 4G LTE-Standard an einen von Expresso bereitgestellten Zentralserver übermitteln.

Mit der Auswerte- und Visualisierungs-Software auf seinem Desktop oder mobilen Endgerät hat der Anwender darauf direkten Zugriff. Er kann Informationen über die aktuellen Betriebszustände aller eingebundenen Geräte, Anlagen, Fahrzeuge und Behälter abrufen, einsehen und bewerten.

Typische Einsatzbereiche, die der Nutzer damit abdecken kann, sind die Fernüberwachung von Maschinen mittels Sensoren, die Kontrolle von automatisierten Prozessen in Logistik und Produktion, die Visualisierung spezieller Betriebs- und Prozessparameter, die Visualisierung und Echtzeitanalyse von Daten zum Condition Monitoring sowie Grenzwertüberwachungen, Zustandsabfragen sowie Verbrauchsmessungen.

Auf der Grundlage der gewonnenen Daten lassen sich dann auch Energieverbräuche analysieren, CO2-Emissionen bilanzieren sowie Wartungszyklen optimieren, Maschinenausfälle vermeiden und Stillstandzeiten reduzieren.

„Bei alledem unterstützt unsere Digitalisierungslösung durch vordefinierte Sensor-Module die einfache Anbindung, Installation und Inbetriebnahme der EXPRESSO Connect Boxen im Plug-and-Play-Verfahren“, betont Jan-Peter Schulz.

Zu den ersten Unternehmen, die EXPRESSO Connect in Betrieb genommen haben, gehört ein europäischer Lebensmittel-Hersteller. Er nutzt die IoT-Lösung zur nachträglichen Digitalisierung von zunächst zwölf Bestandsanlagen in verschiedenen Abteilungen und Werken. An anderer Stelle konnte EXPRESSO Connect seine Leistungsfähigkeit bei der Digitalisierung logistischer Verladeprozesse unter Beweis stellen.

„Über die Vorteile bei der Dokumentation der Lkw-Sicherung, der Torauslastung und der Lkw-Zuordnung hinaus ließ sich über unser System ein erheblicher Mehrwert durch die Reduzierung der Verluste an Heizwärme beim Verladen von Lkw und Wechselbrücken generieren. Nach der Auswertung der erfassten Daten und einer Optimierung der Verladeabläufe wurden die Toröffnungszeiten so angepasst, dass sich Energieeinsparungen von bis zu 25 Prozent errechnen ließen“, so Jan-Peter Schulz.

Weitere Anwendungsbeispiele für EXPRESSO Connect liegen im Bereich der Flughafenlogistik bei der Optimierung des Gepäckwagenhandlings und in der Produktionslogistik durch die Digitalisierung der Nutzungsdaten von Flurförderzeugen. Da die IoT-Lösung als offenes System konzipiert ist, ist Ihr Einsatz nicht gebunden an Fabrikate oder Marken. Und da sie mit einer vollständigen eigenen Datenübertragung arbeitet, lässt sie sich auch unabhängig und parallel zu bestehenden Unternehmens-Netzwerken installieren.