Fachkonferenz EXCHAiNGE: Wieviel Ethik verträgt die Logistik?

Am 25. und 26. Juni diskutiert die Führungsriege des internationalen Supply Chain Managements auf der 3. Internationalen Fachkonferenz "EXCHAiNGE – The Supply Chainers‘ Conference" über zukunftsfähige Lieferketten. Im Fokus stehen unter anderem Ethik und Arbeitsbedingungen.
Tobias Schweikl

Jedes Jahr treffen sich in Frankfurt mehr als 200 internationale Supply-Chain-Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft zur Fachkonfererenz "EXCHAiNGE – The Supply Chainers‘ Conference". Diskutiert werden erfolgreiche Handlungsstrategien für zukunftsfähige logistische Netze. Die Konferenz findet in diesem Jahr zum ersten Mal im House of Logistics and Mobility (HOLM) direkt auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens statt.

Schwerpunktthemen der EXCHAiNGE 2015 sind beispielsweise die Auswirkungen der Industrie 4.0 und des Internets der Dinge auf logistische Netze, neue Ansätze zur Bestandsoptimierung in kollaborativen Netzen, Optimierungspotenziale von Cloud-Lösungen sowie die Etablierung zuverlässiger Risikomanagement-Strategien. Zu den Highlights der Veranstaltung gehören die beiden großen Podiumsdiskussionen.

Um echte "Best Practices" geht es bei der Diskussion am Donnerstag: Hier blicken drei ehemalige Gewinner des Supply Chain Management Awards aus völlig unterschiedlichen Branchen auf ihre Projekte zurück. Dr. Andreas Backhaus, BASF SE, Dr. Paulus Bucher, Adva Optical Networking SE, und Andreas Mätzler, Infineon Technologies AG, stellen sich in Kurzinterviews den Fragen von LOGISTIK HEUTE-Chefredakteur Thilo Jörgl: Was ist gut gelaufen, was hätte man besser machen können, wohin wird die Reise gehen?
Die Podiumsdiskussion am Freitag beschäftigt sich mit "Ethik in der Supply Chain". Hier erörtern Prof. Dr. Uwe Clausen vom Fraunhofer IML, Dietlind Freiberg, McDonald’s Deutschland, und Dr. Johannes Merck, Otto Group, aktuelle Fragen bezüglich der Arbeitsbedingungen in unseren Liefernetzwerken. Nicht nur in den Billiglohnländern, sondern auch in Europa fragen sich sowohl Unternehmen als auch Kunden zunehmend, was "fair" ist. Ein kontroverses Thema, das unter der Moderation von Dr. Michael Arretz, mia GmbH & Co. KG (zuvor bei Kik Textilien und der Otto Group), auch kontrovers diskutiert werden wird.
Rund um die Podiumsdiskussionen greifen jeweils zwei parallele Sessions weitere aktuelle Themen des Supply Chain Managements auf. Bei "Digitization" fragt Moderator Markus Meißner von AEB, wie weit die Unternehmen beim Trendthema Industrie 4.0 eigentlich heute bereits sind. Welche cyber-physischen Systeme brauchen wir wirklich, wie erfasst die Digitalisierung unsere Supply Chains, und vor allem: Wie gelingt es uns zukünftig, Treiber zu sein und nicht Getriebene?

Die erste Parallelsequenz am Freitag beschäftigt sich mit Risk Management in der Supply Chain. Viele Supply Chains hinken heute bei diesem Thema den organisatorischen und technischen Möglichkeiten hinterher. Die Sequenz zeigt anhand praktischer Beispiele, wie Unternehmen moderne Technologien zur besseren Bewertung von Risiken und deren Auswirkungen auf die Lieferketten nutzen können. Die zweite Session dieses Tages wirft einen Blick in die Zukunft: mit „Social Manufacturing“. Wie geht es weiter, wenn durch Crowd Sourcing und Open Innovation neue Produktideen entstanden sind? Wie muss eine Supply Chain aussehen, damit aus Entwürfen Produkte werden? Und können traditionelle Supply Chains – Händler und Hersteller – etwas davon lernen?
Im Rahmen der Abendveranstaltung am 25. Juni wird zum zehnten Mal der Supply Chain Management Award verliehen. Seit 2006 würdigt die renommierte Auszeichnung herausragende Leistungen industrieller Wertschöpfungsketten. Eine Premiere ist in diesem Jahr die Live-Jury: Zum ersten Mal wird der Award-Gewinner live gewählt. Alle Experten im Publikum können ihre Bewertung abgeben, das Ergebnis fließt in die direkt vor Ort stattfindende Jurysitzung mit ein.
Unternehmen, die ihre Lieferketten optimiert und es durch konsequente Kostensenkung geschafft haben, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, können sich noch bis zum 20. März 2015 bewerben.

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