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Fahrbericht Citroën Berlingo 2CV Fourgounette: Zeitreise mit Wellblech

In Kooperation mit dem italienischen Karosseriebauer Caselani erwuchs mehr als nur eine Hommage an die legendäre Kasten-Ente der 50 er Jahre. Unter dem (Plastik)-Wellblech verbirgt sich moderne Berlingo Technik – für unsere Tour selbstredend elektrisch. Der E-Van ist jedenfalls ein Hingucker für jede Lieferflotte.

Umbau mit Kultpotential: Der Berlingo 2CV Fourgounette neben der über 70 Jahre alten Ur-Ente.| Foto: Citroen
Umbau mit Kultpotential: Der Berlingo 2CV Fourgounette neben der über 70 Jahre alten Ur-Ente.| Foto: Citroen
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Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Thomas Kanzler)

Am 7. Oktober 1948 präsentiere Citroën den 2CV auf dem Pariser Automobilsalon, die erste Kleinlimousine mit Vorderradantrieb weltweit bot ausreichend Platz, war unprätentiös, sympathisch, sparsam und eroberte so das Publikum. Schon im Frühjahr 1951 folgte der Lieferwagen auf 2CV-Basis – der erste Großserien-Kastenwagen mit Frontantrieb und mit ursprünglich 9 PS.

Italienischer Citroën Enthusiast Fabrizio Caselani

Seit 2017 bietet die italienische Karosserie-Schmiede Umbausätze an, mit denen ein Citroën Jumper so modifiziert werden kann, dass er wie der legendäre Citroën Typ H aussieht. Im Februar 2018 stellte der Karosseriebauer einen HG-Bausatz für die Modifizierung des Jumpy und des Spacetourer vor. Nun also wird der Berlingo zur Kasten-Ente. Caselanis Mission ist es, einem legendären Modell aus der Vergangenheit neues Leben einzuhauchen und gleichzeitig die moderne Ausstattung und die viel höhere Leistung eines aktuellen Fahrzeugs zu integrieren.

Lassen wir erst einmal Citroën-Designchef Pierre Leclercq zu Wort kommen:

„Wir sind sehr stolz darauf, dass unser Bestseller Berlingo von Caselani neu aufgelegt wurde, inspiriert vom legendären 2CV Fourgonnette, der sowohl in der Geschichte von Citroën als auch in der Automobilbranche seine Spuren hinterlassen hat. In den Ateliers des Karosseriebauers Caselani wurde mit dem Design begonnen und wir haben dann Hand in Hand zusammengearbeitet. Unsere eigenen Designer haben die Arbeit genau im Auge behalten, um sicherzustellen, dass der ursprüngliche 2CV Fourgonnette nicht zu wörtlich interpretiert wird, das Ergebnis jedoch wirklich die DNA von Citroën in sich trägt.“

Das Design des 2CV-Umbausatzes für den Berlingo 2CV Fourgonnette vertraute Caselani wieder David Obendorfer an, der bereits 2017 den Typ H auf Basis des Citroën Jumper und den Typ HG für Jumpy/SpaceTourer entworfen hat.

„Bei den Designvorgaben ging es nicht darum, die Formen des alten Transporters im engeren Sinne einfach zu kopieren. Vielmehr ging es darum, in die Vergangenheit zu reisen und seinen einzigartigen Charme auf ein Fahrzeug des 21. Jahrhunderts zu übertragen. Als entfernter Nachkomme wurde der Berlingo vollständig als Hommage an den Citroën 2CV der 1950er Jahre entworfen“, erklärt Caselani-Designer David Obendorfer.

Citroën, Peugeot, Opel, Toyota – und auch Fiat

Moderne Automobile sind oft kaum noch zu unterscheiden. Der Stellantis-Konzern treibt es mit seinem Kleintransporter auf die Spitze. Die Konzerntöchter Peugeot, Fiat, Opel und Citroën – und auch Toyota nutzen alle das als Pkw und Kleintransporter erhältliche Hochdachfahrzeug. Aufgrund der Kostenoptimierung unterscheiden sich die Modelle nur marginal. Die meisten Kunden in diesem Segment wird das nicht stören. Wer dagegen etwas sehr Besonderes will, kann nun zur limitierten (200 Stück) Neuauflage der Kasten-Ente greifen.

Der markante Umbau wirkt wirklich gut gelungen, die Berlingo-Basis ist eigentlich nur noch an den Fensterflächen zu erkennen. Die Seiten sind fast gänzlich beplankt, die Front durch den Bausatz völlig verändert – hier werden tatsächlich Motorhaube und der Frontbereich komplett durch neue Teile ersetzt. Caselani kommt ursprünglich vom Bootsbau und ist somit mit der Fertigung von GFK-Teilen vertraut. Und er hat eine ausgeprägte Leidenschaft für historische Citroën Modelle – mit eigener Fahrzeug-Sammlung.

„Eine spannende Herausforderung, denn der ursprüngliche Transporter hatte ganz andere Proportionen. Er hatte einen sehr kurzen vorderen Überhang, eine schöne lange Motorhaube und einen optisch eigenständigen Laderaum – ganz andere Merkmale als die des heutigen Berlingo. Daher habe ich mich mehr auf den eindrucksvollen Gesamteindruck des Originalfahrzeugs konzentriert als auf die einzelnen Designelemente, um sie wie den 2CV Fourgonnette aussehen zu lassen“, verdeutlicht Obendorfer noch.

Und wie fährt sich der Retro-Look Stromer?

Kurz gesagt – genauso wie der Serien Berlingo. Wir sind komfortabel unterwegs, die Bedienung ist unkompliziert. Caslani bietet den Umbau für alle Berlingo Modelle an, ob Verbrenner oder elektrisch, ob Kastenwagen oder Bus mit Fenstern – und auch für beide verfügbaren Längen. Die von uns pilotierte elektrische Version hat eine Reichweite von bis zu 275 Kilometer. Die Transporter-Variante kann bis zu 1.000 Kilogramm zuladen und hat das dreifache Nutzvolumen der Ur-Kasten-Ente. Der Akku kann an einer öffentlichen Ladestation in 30 Minuten auf 80 Prozent aufgeladen werden. Innen ist der Wellbech-Berlingo nicht vom Serienmodell zu unterscheiden. (Hier geht es zum Verlags-Test des Stellantis-Stromers)

Nur die Resonanz der Umwelt verrät, dass man mit einem ganz besonderen Fahrzeug unterwegs ist. Dreht sich nach einem Serien Berlingo/Partner/Combo/Doblo/ProAce keiner um, ist die Begeisterung, wenn wir mit der 2CV Fourgonette auftauchen, überall groß.

Was bedeutet das?

Mon dieu, die alte Wellblechente kommt mit ihrem luftgekühlten Zweizylinder und anfangs unglaublichen 9 Pferdestärken weiter als ein Berlingo Electric?! Die Reichweite der Elektro-Fourgonette ist leider eher mau. Wen das nicht stört, bekommt mit dem 2CV-Retro-Mobil ein modernes E-Fahrzeug mit richtig viel Platz. Man muss sich das Extravagante Modell aber auch leisten können bzw. wollen: Die Elektro-Fourgonnette als Lastenfahrzeug gibt es ab 49.000 Euro; die vollelektrische Pkw-Version 59.000 Euro. Wer möchte, kann einen vorhandenen Berlingo auch für 16.000 Euro nachträglich umrüsten lassen Bestellen kann man das Kultmobil bei Citroën und direkt bei Caselani.

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