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Farizon Auto: Große Pläne mit leichten und schweren Nutzfahrzeugen

Eine weitere Geely-Tochter drängt 2023 nach Europa: Mit Farizons Supervan erweitert der chinesische Hersteller sein Spektrum und skizziert Pläne für ein ambitioniertes Portfolio, das vom leichten Transporter bis zum schweren (und autonomen) Lkw reicht. Auch Nischen wie Methanol-Range-Extender hat man im Blick.

Ambitionierte Pläne: Farizon will nicht weniger als ein Vollsortimenter für nachhaltige Nutzfahrzeuge werden. | Foto: Farizon
Ambitionierte Pläne: Farizon will nicht weniger als ein Vollsortimenter für nachhaltige Nutzfahrzeuge werden. | Foto: Farizon
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Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Mit Farizon Auto hat eine weitere Tochter des chinesischen Geely-Konzerns Pläne für eine Expansion in Richtung Europa skizziert und in einer Präsentation präzisiert. So will man bereits im Jahr 2023 auf dem europäischen Markt aktiv werden, den man zugleich als Hauptabsatzmarkt für die Produkte der Geely-Nfz-Marke sieht. Das Portfolio erstreckt sich gemäß der Darstellung von elektrisch angetriebenen Transportern und schweren Lkw auf zwei Plattformen GLA und GTA über Methanol-Range-Extender- und elektrische Allrad-Antriebe für Lkw bis hin zur autonom angetriebenen Fracht-Plattform. Alle die Pläne gedeihen unter der Ägide des früheren Renault-Trucks-Chef Designers und jetzigen Vice President & Design Director bei Farizon New Energy Commercial Vehicle Group, Hervè Bertrand.

"Die Kernwerte, auf denen Farizon beharrt, sind nicht nur ein besseres Nutzererlebnis durch durch technologische Innovation, sondern auch auf eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen, die die Erde respektiert der Erde durch die Umsetzung des Null-Kohlenstoff Konzept in jedem Aspekt der Unternehmensentwicklung Entwicklung", formuliert Bertrand sein Credo.

Dass man es Ernst meint, darf man bei der Stringenz, die Geely-Chef Li Shufu bei seinen bisherigen Projekten an den Tag legte, voraussetzen. Volvo Cars führte er seit der Übernahme 2010 zu neuer Blüte, inklusive dem stylishen und erschwinglichen E-Ableger Polestar. Die totgeglaubte Britenmarke LEVC erfand er quasi als nachhaltiges Black Cab und LCV-Brand komplett neu. Dazwischen avancierte Shufu mit Geely unter anderem zum größten Aktieneigner an Volvo AB sowie Daimler Trucks. Lynk&Co ist ein spannendes Auto-Abo-Projekt, Zeekr ein Tesla-Konkurrent par exellence, Lotus nimmt neuerlich Anlauf und Smart würde ohne Geely wohl längst in der reichen Historie einstiger Daimler-Marken vergraben sein. Farizon selbst ist jetzt auch kein Start-up mehr, schließlich liegt die Gründung im Jahr 2014, Farizon Auto dann 2016.

Ein Supervan für alle Fälle

Das Vorzeigeprojekt bei der Nutzfahrzeugmarke ist sicherlich der Supervan. Der fußt auf der kleineren GMA-Elektro-Plattform, soll zeitnah auf den Markt kommen und auf einer "Skateboard"-artigen Elektrobasis zahlreiche Derivate und Spielarten, vom Kastenwagen, über Pickups, Kombis und geschlossene Kofferaufbauten ermöglichen soll, bei verschiedenen Radständen und Dachhöhen. Auch eine autonom angetriebene Transporteinheit ist hier angedacht. Die Länge reicht von 5 bis 5,5 Meter, die Höhe liegt zwischen zwei und 2,5 Meter, die Breite beträgt zwei Meter, die Ladevolumina des 3,5-Tonners liegen dank eines niedrigen Ladebodens in einer breiten Spanne von 6,5 bis 11 Kubikmeter, die Nutzlast bei einem Leergewicht von zwei Tonnen bei für ein E-Fahrzeug recht üppigen 1,5 Tonnen. Als Energiespeicher dient ein Lithium-Eisenphosphat-Akku mit 50 bis 80 kWh Kapazität.

In China laufen bereits erfolgreich E-Nutzfahrzeuge

Bereits Realität in China sind die leichten Lkw und Transporter Xingxiang V, ein elektrisch angetriebener Dreitonner im VW-Transporter-Maß, mit 42 kWh-Lithium-Eisenphosphat-Akku, der 3,5-Tonnen-Small-Truck Fengrui F 3 E mit Pritschen- oder Kippaufbau (62 kwh-Akku, 310 km Reichweite) sowie der in zwei Längen erhältliche 8-Tonner-Leicht-Lkw Xingzhi H9E, der mit einem 106 oder 162 kWh großen Akku zwischen 260 und 390 Kilometer weit kommen soll und zwischen 21 und 35 Kubik Volumen bietet. Sogar einen elektrisch angetriebenen 12-Meter-City-Bus mit CATL-Akkus (350/422 kWh) hat der Hersteller mit dem Xingji C12E bereits im Portfolio.

Auch mit einem Batteriewechsel-System nach dem Vorbild des chinesischen Wettbewerbers Nio für den Lkw-Bereich liebäugelt der Anbieter und sieht es als die schnellste Möglichkeit des Energieersatzes. In China hat der Hersteller bereits erste Battery Swap-Stationen mit lokaler Energieversorgung aus Sonne und Wind installiert, die sich binnen 48 Stunden auf- und in 24 Stunden abbauen lassen. Ein Akkutausch dauert demnach drei Minuten, bis zu 200 Tauschvorgänge pro Tag sollen möglich sein. Bis zu 50.000 Ladevorgänge soll das System halten.

Methanolsynthese als Alternative

Zudem führt der Hersteller eine nach eigenen Angaben "weltweit fortschrittlichste grünen Methanolsynthese durch CO2-Hydrierungstechnologien" ins Feld, womit man den Kohlenstoffkreislauf in Nutzfahrzeugen revolutionieren will. Die von Farizon unabhängig entwickelte CO2-Abscheidungs- und Reinigungstechnologie von Farizon gewinnt CO2 aus Industrieabgasen zurück Abgas. Die ETL-Technologie ermöglicht eine einstufige Synthese von grünem Methanol mit CO2 und H2 als Rohstoffen. Innovativ ist, dass das Methanol zusammen mit LNG hergestellt wird, um sicherzustellen dass das gesamte aktive Gas vollständig genutzt wird. Farizon verfügt über die weltweit größte industrielle Produktions Anlage für die Methanolsynthese durch Kohlendioxid Hydrierung, die Anyang Green Methanol Factory. Vier Motoren hat man entwickelt, die letzten Testfahrten wurden in Dänemark bis Ende 2022 absolviert. Bereits am Start ist man mit der Range-Extender-Technologie in einem Kühl-Lkw in China, bei der man sich führend sieht.

An schweren Fernverkehrs-Lkw soll der Homtruck mit Level-4-Technologie und Frontlenkerkabine reüssieren, mit Sensoren an Bord wie Lidar, Millimeterwellen-Radar und Ultraschall-Radar, zusammen mit 5G und V2X-Kommunikation. Der Homtruck soll per auch Software-Upgrades Over the Air (OTA) stets auf dem Stand bleiben. Einen Schritt weiter denkt dann bereits die völlig autonom fahrende Sattelzugmaschine Homtruck Cabless, die für fixe Relationen oder den Betrieb in geschlossenen Hubs gedacht ist. Auf der Grundlage von Satellitenverbindungen für in China ansässige Kunden will man hochpräzise zentimetergenaue Positionierung und Satellitenkommunikation zu jeder Zeit und an jedem Ort sicherstellen können, was einen sicheren Betrieb in komplexen Umgebungen und abgelegenen Gebieten und gewährleiste soll. All diese Pläne will man Zwischenschritt Level 3 (2023) und 4 (2026) bis 2030 in die Realität umsetzen.

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