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Fashion-Logistik: Taggleiche Lieferungen als neuer Standard

Die Fashion Expert Days des Automatisierungsspezialisten TGW zeigte die größten Investitionstreiber der Modelogistik. Die Branche ist gekennzeichnet von höheren Service-Leveln, einer zunehmend unvorhersehbaren Nachfrage und einer immer schwierigeren Mitarbeitersuche.

Eine Blitzumfrage per App unter den Besuchern bestätigte: in den kommenden fünf Jahren werden taggleiche Lieferungen oder die Sendungszustellung am nächsten Tag Branchen-Standard sein. | Bild. TGW werden.
Eine Blitzumfrage per App unter den Besuchern bestätigte: in den kommenden fünf Jahren werden taggleiche Lieferungen oder die Sendungszustellung am nächsten Tag Branchen-Standard sein. | Bild. TGW werden.
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Tobias Schweikl

Mehr als 120 Fashion-Fachleute – darunter Vertreter von GAP, Puma und Urban Outfitters – waren der Einladung des Automatisierungsspezialisten TGW zu den Fashion Expert Days in den TGW Evolution Park nach Marchtrenk, Oberösterreich, gefolgt. Dort diskutierten sie mit Wissenschaftlern, Lösungsanbietern und Vertretern bekannter Fashion-Marken über logistische Trends und Herausforderungen in der Bekleidungsbranche.

Die Supply Chain-Experten betonten, dass vor allem ein höheres Service-Level aufgrund gestiegener Kundenerwartungen sowie der Mitarbeitermangel die Treiber für Automatisierungsprojekte in ihren Unternehmen sind. Das bestätigte auch eine Blitzumfrage per App unter den Besuchern: Demnach rechnen 100 Prozent der Befragten damit, dass in den kommenden fünf Jahren das Service-Level so weit steigt, dass taggleiche Lieferungen oder die Sendungszustellung am nächsten Tag Branchen-Standard sein werden. Die Mehrheit der Befragten setzt zur Lösung dieser Herausforderungen auf hochautomatisierte Lösungen.

Zum Thema unvorhersehbare Nachfrage betonte Franziskos Kyriakopoulos, CEO bei 7LYTIX, dass Big Data-Analysen und Methoden aus dem Bereich Predictive Analytics gut für kurzfristige Planungsszenarien genutzt werden können. Mittelfristige oder sehr langfristige Vorhersagen seien jedoch ungenau, da die Vorhersagen auf Daten aus der Vergangenheit beruhen und sich nur schwer fortschreiben lassen.

In diese Kerbe schlug auch Raffaele Destro, Industry Manager für Fashion bei TGW. Er unterstrich die entscheidende Bedeutung von Flexibilität in der Supply Chain: „Unternehmen müssen in der Intralogistik auch darauf vorbereitet sein, dass sich Geschäftsmodelle, Artikelstrukturen oder das Verhältnis zwischen stationärem Handel und E-Commerce ungeplant und schnell ändern.“

Um Unternehmen auf die Zukunft vorzubereiten, bietet TGW hochautomatisierte Systeme wie den „FlashPick“ für die automatisierte Einzelstück-Kommissionierung und den Taschensorter „OmniPick“. Dank ihrer Modularität und Flexibilität sollen sich diese beinahe alle Kundenanforderungen eignen.

„Beide Lösungen wurden so designt, dass sie unabhängig vom jeweiligen Vertriebskanal funktionieren. Dementsprechend decken FlashPick und OmniPick jede Kombination aus Retail, Großhandel und E-Commerce problemlos ab“, erklärt Destro.

Zero-Touch-Logistik

Wie weit die Entwicklung inzwischen bei OmniPick geht, zeigte Maximilian Beinhofer, Head of Cognitive Systems Development bei TGW. Mithilfe Künstlicher Intelligenz entwickelten die Österreicher den Kommissionier-Roboter „Rovolution“, der Ware aus einem Behälter greift und sie vollautomatisch in einen Auftragskarton (FlashPick) oder eine Tasche legt (OmniPick). In Verbindung mit einer automatischen Entleerung der Tasche wird daraus ein sogenanntes Zero-Touch-System. Das heißt: Kein Mitarbeiter muss manuell in den Prozess eingreifen.

Ob Modernisierung oder Neubau: Die großen Bekleidungsanbieter auf den Fashion Expert Days betonten, dass ihre Automatisierungsreise weitergeht. GAP plant laut Kevin Kuntz, Senior Vice President of Global Logistics Fulfillment, sein inzwischen neuntes Shuttle-System – in einem Lager in Columbus im US-Bundesstaat Ohio. Und der deutsche Sportartikelspezialist Puma treibt die Zentralisierung seines europäischen Distributionsnetzwerks voran. Maximilian Molkenthin, Senior Head of Logistics, berichtete, dass die neue europäische Logistikdrehscheibe im bayerischen Geiselwind im Frühjahr 2021 den Betrieb aufnehmen soll. Herzstück der Anlage ist ein FlashPick-System für die automatisierte Einzelstück-Kommissionierung.

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