Feinstaub: Der Lkw als Luftauffrischer

Rollende Luftfilter: Im Stadtstaat Singapur sorgt eine Feinstaubpartikelfilter-Dachbox auf Entsorgungs-Lkw der ALBA Group für reinere Umgebungsluft und eine verbesserte Feinstaubbilanz von Fahrzeugen.

Die PureAir-Dachbox auf einem ALBA-Entsorgungs-Lkw in Singapur. | Bild: MANN+HUMMEL
Die PureAir-Dachbox auf einem ALBA-Entsorgungs-Lkw in Singapur. | Bild: MANN+HUMMEL
Tobias Schweikl
(erschienen bei PROFI-Werkstatt von Tobias Schweikl)

Der Filtrationsspezialist MANN+HUMMEL und der Recycling- und Umweltdienstleister ALBA Group haben zu Beginn letzten Jahres ein Pilotprojekt gestartet, das für eine weitreichende Verbesserung der Luftqualität in Singapur sorgen soll. Als Teil eines von der ALBA Group entwickelten Innovationspakets für den Stadtstaat Singapur kommt die „MANN+HUMMEL PureAir“-Feinstaubpartikelfilter-Dachbox seither auf Entsorgungs-Lkw des Umweltdienstleisters zum Einsatz.

„Ressourcen- und Klimaschutz stehen bei uns klar im Fokus“, so Thomas Mattscherodt, Head of Project Management Office ALBA W&H Smart City Pte Ltd, Singapur. „Durch die Recyclingaktivitäten der ALBA Group konnten wir allein im Jahr 2019 mehr als 4,2 Millionen Tonnen Treibhausgase im Vergleich zur Primärproduktion und 32,3 Millionen Tonnen Primärrohstoffe einsparen. In unseren Bestrebungen, unseren eigenen ökologischen Fußabdruck kontinuierlich weiter zu reduzieren, haben wir mit den PureAir Feinstaubpartikelfiltern eine Technologie gefunden, die die Feinstaubbelastung unserer Lkw bei der Sammlung effektiv reduziert.“

Diese Zusammenarbeit soll nun ausgeweitet werden, es sollen weitere Entsorgungs-Lkw mit den Dachboxen ausgestattet werden. Das übergeordnete Ziel sei es, die Technologie zukünftig in weiteren Märkten zu etablieren, so MANN+HUMMEL. Die Anwendung der Dachbox sei gerade bei Lkw sinnvoll, da eine geringere Durchschnittsgeschwindigkeit sowie eine hohe Feinstaubkonzentration in der Umgebung die beste Filtrationsleistung ergeben. Dies führe zu einer Verbesserung der Emissionsbilanz der Fahrzeuge.

„Obwohl die Anzahl elektrisch betriebener Fahrzeuge weltweit zunimmt, ist Feinstaub, vor allem in Großstädten, noch immer ein großes Problem“, sagte Franck Bento, Director Sales New Products bei MANN+HUMMEL. „Unsere Technologie ist ein wichtiger Baustein zur Lösung dieses Problems, deswegen werden wir die Zusammenarbeit mit der ALBA Group fortsetzen und freuen uns, schon bald weitere Dachboxen im Einsatz zu sehen“, führte Bento fort.

Feinstaubpartikelfilter auf Bussen und Lkw

Die Feinstaubpartikelfilter-Dachbox kann grundsätzlich in unterschiedlichen Anwendungen wie Bussen und Lkw eingesetzt werden. Die verbauten Filterelemente sind besonders energieeffizient: Sie ermöglichen bei einem sehr niedrigen Strömungswiderstand einen maximalen Volumenstrom und eine hohe Abscheideleistung. Über 90 Prozent der sogenannten PM10-Staubpartikel, d.h. Partikel bis zehn Mikrometer Größe, ließen sich mit dem Feinstaubpartikelfilter aus der Luft entfernen, so der Hersteller. Das standardmäßig eingesetzte Filterelement ist auf PM10 ausgelegt, kann aber je nach Bedarf angepasst werden.

Ventilatoren verstärken den Luftstrom, da sie zusätzlich zum Fahrtwind Luft aus der Umgebung anziehen. Somit sind die Fahrzeuge auch im stehenden Betrieb in der Lage, Feinstaub aus der Umgebungsluft herauszufiltern. Der geringe Energiebedarf sorgt für einen nachhaltigen Betrieb der Dachbox.

Außerdem lässt sich die Dachbox individuell gestalten, um etwa zum Corporate Design von Unternehmen zu passen oder als Werbeträger genutzt zu werden. Neben der stetigen Optimierung von Aerodynamik, Größe und Effizienz hat MANN+HUMMEL weitere Varianten des mobilen Feinstaubpartikelfilters entwickelt. Für Pkw konnte das Unternehmen bereits auf der IAA 2019 in Frankfurt sein Konzept zur Integration von Feinstaubpartikelfiltern im Frontend vorstellen.

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