Fiege investiert in Online-Plattform Heyconnect

Das Hamburger Start-up bringt Marken und Händler auf Online-Marktplätze und hilft ihnen, webbasierte Vertriebskanäle sinnvoll zu nutzen. Nun steigt der Fulfillment-Dienstleister Fiege ein.

Vertragsabschluss in Greven: Fiege und Heyconnect sind sich einig | Abb.: Fiege
Vertragsabschluss in Greven: Fiege und Heyconnect sind sich einig | Abb.: Fiege
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Dr. Karsten Düsdieker)

Jens Fiege weiß: Marktplätze wie Amazon, Otto, Zalando und andere sind stark im Vormarsch. „Die Bedeutung von Online-Marktplätzen steigt und ebenso der Druck auf Marken, dort präsent zu sein. Heyconnect ist der perfekte Partner für uns, da er zu den führenden Experten in der Plattform-Ökonomie zählt“, begründet der Fiege-Vorstandsvorsitzende den Schritt. „Mit der Investition in Heyconnect gehen wir einen weiteren Schritt in unserer strategischen Ausrichtung, Europas führender Anbieter im Bereich Omnichannel Fulfillment zu werden. Wir verbinden Marken und Endkunden über alle Absatzkanäle", ergänzt Fiege. Das Zauberwort lautet für ihn: Marktplatz-Integration.

In zehn Ländern sollen Marken – dank Heyconnect – unkompliziert in wenigen Wochen Zugang zu über 30 Marktplätze erhalten. „Im kommenden Jahrzehnt werden Plattformen zum wichtigsten Player im E-Commerce. Wir bieten Marken die Services, mit denen sie ihr Geschäft auf Plattformen zukunftsfähig aufstellen“, erklärt Heyconnect-Geschäftsführer Florian Curdt. 2012 gegründet, betreut Heyconnect zurzeit über 150 Marken für Mode, Wohnen und Kosmetik. Das Unternehmen erstellt Content, bindet Systeme an, wickelt Bestellungen und Abrechnung ab.

„Für Marken stellt sich nicht die Frage, ob sie auf Plattformen aktiv sind, sondern wie. Wir haben über die Jahre eine enge Beziehung zu großen Plattformen aufgebaut. So können wir schnell auf veränderte Anforderungen reagieren und Marken bestens platzieren“, umreißt Mitgründer und Geschäftsführer Marcel Brindöpke umreißt Geschäftsmodell und Versprechen.

Hohe Ansprüche, hohe Risiken

Doch Marktplatzbetreiber und Endkunden erhöhen laufend ihre Ansprüche, speziell beim Service. „Wenn Endkunden ihre Ware nicht rechtzeitig bekommen oder der Retourenprozess inklusive Zahlungsrückabwicklung nicht zufriedenstellend läuft, wird das vom Plattformbetreiber sofort abgestraft – da werden auch schneller als gedacht Accounts gesperrt“, erläutert Curdt. Zwar betreibt Heyconnect drei Lager, um die geforderte Servicequalität zu sichern; bei Heyconnect angeschlossene Händler verantworten aber ihre Logistik selbst. Daran ändert auch der Einstieg von Fiege nichts.

Der Kuchen soll wachsen

„Es freut uns ungemein, dass Fiege uns über sein Kerngeschäft die weitere Skalierung ermöglicht“, so Brindöpke. „Mit Fiege versprechen wir uns zudem ein starkes Wachstum in neuen Sortimenten, neuen Ländern und auf offenen Plattformen wie Amazon oder Ebay.“

Fiege soll in dieser Kooperation sämtliche Vertriebskanäle eng miteinander verzahnen, damit Endverbraucher – egal, ob sie in der Filiale, im Webshop, per App oder Online-Marktplatz einkaufen – ihre Ware in gleich hoher Servicequalität erhalten.

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