Flotten: Welche neuen Gesetze 2024 für Fahrzeuge gelten

Im Jahr 2024 steigt die CO2-Bepreisung, die Mautpflicht wird aufTransporter über 3,5 Tonnen erweitert und Müdigkeits- und Aufmerksamkeitswarner werden obligatorisch. Das müssen Flottenbetreiber beachten.

Im Jahr 2024 treten viele neue Regelungen in Kraft, die Flottenbetreiber betreffen. (Bild: AdobeStock, weyo)
Im Jahr 2024 treten viele neue Regelungen in Kraft, die Flottenbetreiber betreffen. (Bild: AdobeStock, weyo)
Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Gunnar Knüpffer)

Flottenbetreiber müssen sich 2024 einer Vielzahl neuer Herausforderungen stellen. „Mit den ambitionierten Klimazielen von Bund und EU kommen nicht nur neue Aufgaben, sondern auch Kosten auf die Flottenbetreiber zu“, sagt Silke Evers, Geschäftsführerin EuroShell Deutschland GmbH & Co. KG. So passt der Gesetzgeber die Mautordnung 2024 weiter an: Ab 1. Juli 2024 gilt die Mautpflicht auch für kleinere Transporter über 3,5 Tonnen für die Benutzung von Bundesfernstraßen. Davon ausgenommen sind emissionsfreie Fahrzeuge (bis 31. Dezember 2025) sowie Fahrzeuge unter 7,5 Tonnen unter anderem von Handwerksbetrieben. Die neuen Mautregelungen sollen auch dazu beitragen, dass Unternehmen schneller auf klimafreundlichere Antriebe umrüsten.

„Je klimafreundlicher Technologie und Kraftstoff der Fahrzeuge sind, desto geringer fallen dabei die Mautzahlungen aus“, erklärt Evers. Fuhrparkbetreiber sollten daher Optionen für die Dekarbonisierung der Flotte immer in die Kalkulationen einbeziehen. Die offiziellen Mautsätze hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr allerdings bisher noch nicht bekannt gegeben. 

Zusätzlich greift die CO2-Preiserhöhung des Bundes ab 1. Januar 2024. Der Preis für CO2-Zertifikate wird dabei von 30 Euro auf 40 Euro pro Tonne erhöht. Von der Preiserhöhung sind alle fossilen Energieträger wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel betroffen. 

„Die Mautreform und ein steigender CO2-Preis erhöhen den Kostendruck auf Flottenmanager. Der Umstieg auf alternative Antriebe lohnt sich somit immer mehr. Mit einem wachsenden Anteil von Elektro- oder Hybridfahrzeugen stellen viele Flottenbetreiber schon heute die Weichen für die Dekarbonisierung ihrer Flotte”, ergänzt Evers.

Ab 7. Juli 2024 benötigen Neuzulassungen Fahrassistenten

Auch bei der Neuanschaffung von Fahrzeugen müssen sich Flottenmanager auf Änderungen einstellen. Nachdem Fahrassistenten bereits seit 2022 für neu entwickelte Autos verpflichtend waren, wird die Vorschrift ab dem 7. Juli 2024 auf alle Neuzulassungen ausgeweitet. Zu den vorgeschriebenen Assistenzsystemen zählen unter anderem Müdigkeits- und Aufmerksamkeitswarner, die den Körper des Fahrers indirekt überwachen. Dies macht eine KI-gestützte Fahr- und Lenkanalyse möglich. Außerdem werden in allen Neufahrzeugen verpflichtend Geschwindigkeitsassistenten verbaut, die sogenannte Intelligent Speed Assistance (ISA). 

Bis spätestens 2033 will die EU alle Papier- und Checkkarten-Führerscheine durch fälschungssichere Exemplare austauschen lassen. Dies erfolgt stufenweise nach Geburtsjahr der Fahrer und Ausstellungsdatum des Dokuments. Bis zum 19. Januar 2024 haben die Geburtenjahrgänge 1965 bis 1970 noch die Möglichkeit, ihren Führerschein zu tauschen. Ein Umtausch vor dem eigenen Stichtag ist außerdem für alle Fahrer möglich. Wer die Frist verstreichen lässt, riskiert ein Verwarngeld von 10 Euro. Der Umtausch kostet 25 Euro pro Person.

Unterstützung im Geschäftsalltag bietet zum Beispiel der Shell Fleet Hub: „Damit stellen wir Kunden ein Onlineportal für die Tankkartenverwaltung zur Verfügung“, erklärt Evers. So könnten sie ihre gesamte Flotte immer im Blick behalten – inklusive der Verwaltung aller Karten, Übersicht aller Transaktionen sowie Zugriff auf alle Rechnungen. Über Shell Fleet Hub lassen sich Maut- und Straßengebühren online kontrollieren, Tankkosten bleiben stets aktuell im Blick.