Flottenemissionen in Europa sinken - nur Vans stagnieren

Bei Pkw vermeldet die europäische Umweltbehörde EEA für 2020 einen deutlichen Rückgang um zwölf Prozent auf 107,8 gCO2/km, nur bei Vans ist Stagnation und ein marginaler Elektroanteil zu verzeichnen.

Leerstelle: E-Vans kommen nur langsam in Fahrt. Trotz steigendem Angebot an E-Vans, zuletzt getrieben von Stellantis, werden die Stromer noch selten gewählt in den KEP-Fuhrparks. Ausnahme: Die Deutsche Post DHL, die sich selbst mit StreetScooter versorgt und den Markt anführt. | Foto: Peugeot
Leerstelle: E-Vans kommen nur langsam in Fahrt. Trotz steigendem Angebot an E-Vans, zuletzt getrieben von Stellantis, werden die Stromer noch selten gewählt in den KEP-Fuhrparks. Ausnahme: Die Deutsche Post DHL, die sich selbst mit StreetScooter versorgt und den Markt anführt. | Foto: Peugeot
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Laut neuesten Daten der Europäischen Umweltbehörde EEA sind im vergangenen Jahr die Flottenemissionen bei neuzugelassenen Pkw stark gesunken. Nach der Statistik gingen die CO2-Emissionen um 12 Prozent auf 107.8 gCO2/km zurück. Die Umwelt-Dachorganisation Transport & Environment (T&E) führt den starken Rückgang auf die strengen EU-Ziele zurück, die die Hersteller gezwungen hätten, ihren Klimaimpact zu reduzieren. Allerdings seien noch strengere Regularien ab 2025 nötig, damit ab 2035 alle neuverkauften Fahrzeuge "Null-Emissions-Fahrzeuge" seien.

“Noch bis vor zwei Jahren stiegen die Neuwagenemissionen an, aber der scharfe Rückgang im vergangenen Jahr zeigt, dass Autohersteller auf die CO2-Standards reagiert haben. Einige haben sich sogar zur vollen Elektrifizierung bekannt, dennoch werden striktere CO2-Standard nötig sein, um sicherzustellen, dass die gesamte Industrie bis 2035 Verbrennermotoren auslaufen lässt", erklärte Lucien Mathieu, Straßenfahrzeuge und E-Mobility Analyst bei T&E.

Die Europäische Union wird am 14. Juli neue CO2-Vorgaben präsentieren. Die NGO empfiehlt, dass die EU das 2025er-Ziel höher setzt und zusätzlich ein bindenden Zwischenziel für 2027 installiert. Alle Benzin- und Diesel-Fahrzeuge sollen spätestens bis 2035 auslaufen. Bei aller Freude über die richtige Tendenz wies die NGO darauf hin, dass im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge die Emissionen neuer Transporter nur um 1,5 Prozent auf 157,7 gCO2/km gesunken seien. Zudem betrage der Anteil an elektrischen Modellen lediglich 2,3 Prozent im Jahr 2020. Nach dem Dafürhalten der Umwelt-NGO seien die Vorgaben so schwach, dass die meisten Vanhersteller sie erfüllen könnten, ohne ein einziges Elektro-Fahrzeug verkaufen zu müssen. Die kommende Neuregelung gebe der EU eine einzigartige Gelegenheit, die Vorgaben zu verschärfen und endlich den Markthochlauf von elektrisch angetriebenen Transportern zu forcieren.

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