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Flüssigerdgas: dena-Studie empfiehlt Markteinführung von LNG-Lastwagen

Energieagentur spricht sich für LNG zur Verringerung der Abhängigkeit von Erdöl und Verbesserung der Klimabilanz des Verkehrsbereichs aus
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Johannes Reichel

Nach ersten Produktvorstellungen auf der IAA Nutzfahrzeuge und ersten Praxisversuchen empfiehlt jetzt eine Studie der Deutschen Energie Agentur dena eine Forcierung von Flüssigerdgas als Alternativem Kraftstoff. Der Straßengüterverkehr in Deutschland verzeichne enorme Wachstumsraten mit steigenden Treibhausgasemissionen und sei fast vollständig von Erdöl abhängig, so die Agentur in einer Pressemitteilung. Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas – LNG) habe als alternativer Kraftstoff das Potenzial, die Energieversorgung zu diversifizieren und auch die Klimabilanz der Lkws sowie aller damit transportierten Waren zu verbessern. Die dena verweist bei dabei auf eine jüngst auch auf Deutsch veröffentlichte Studie zum Thema (download unter www.dena.de ).

„Die dena unterstützt die Strategie der Europäischen Kommission, LNG als Alternative zum Diesel zu etablieren“, so dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. „Für einen erfolgreichen Markteintritt von LNG müssen Politik und Industrie aber an einem Strang ziehen. Die Industrie wird nicht in LNG-Tankstellen oder LNG-Lkws investieren, solange die Politik keine klaren Rahmenbedingungen vorgibt.“


Laut dena sind von 1990 bis 2012 die Emissionen im Schwerlastverkehr um 40 Prozent gestiegen. In Großbritannien, Schweden, den Niederlanden und den USA würden LNG-Lastwagen bereits erfolgreich eingesetzt. In Deutschland gebe es dagegen bisher weder LNG-Tankstellen noch Testflotten. Die EU-Strategie „Clean Power for Transport“ fordert Deutschland auf, bis 2016 politische Maßnahmen für den Aufbau eines LNG-Tankstellennetzes zu entwickeln. In der Studie untersucht die dena die Potenziale von LNG im Schwerlastverkehr und schlägt Maßnahmen für die Markteinführung vor. Die wichtigsten politischen Empfehlungen sind aus Sicht der Energieagentur: konkrete Zielvorgaben für die Etablierung von LNG als Kraftstoff, die zeitnahe Verlängerung der Energiesteuerermäßigung für Erdgas und Biomethan sowie die Integration von gasbetriebenen Nutzfahrzeugen in öffentliche Flotten. „Der Markt allein wird es aber nicht richten – die Bundesregierung muss die Markteinführung politisch koordinieren, zum Beispiel im Rahmen einer ministerienübergreifenden Plattform“, so Kohler weiter. Als Vorbild sehe er dabei die Initiative Erdgasmobilität der dena.


Erdgas ist laut dena der sauberste fossile Kraftstoff. Zudem kann es mit biogenem oder synthetischem Methan veredelt werden. Ein Mischkraftstoff aus 80 Prozent LNG und 20 Prozent Biomethan könne bei einem Marktanteil von vier Prozent im Straßengüterverkehr bereits heute zirka 240.000 Tonnen CO2 pro Jahr gegenüber Diesel vermeiden, rechnen die Energieexperten vor. Mit der Einführung neuer, effizienter Motoren wollen die Fahrzeughersteller ab 2015 auch mit reinem fossilen LNG Klimavorteile von zehn Prozent und mehr ermöglichen.

Flüssigerdgas im Schwerlastverkehr biete weitere Vorteile: Es wird per Tankschiff importiert und erhöht damit nicht nur die Unabhängigkeit von Erdöl, sondern auch von Pipelinegas. Aufgrund der hohen Energiedichte können LNG-Lastwagen auch lange Strecken von bis zu 1000 Kilometer zurücklegen. Außerdem sind LNG-betriebene Lkws leiser als ihre Diesel-Pendants. So sinkt die Lärmbelästigung in Innenstädten bei Warenlieferungen oder Müllabfuhr.

Damit warb auch Hersteller Iveco auf der IAA:Mit dem Stralis Euro 6 LNG ließe sich ein LNG-Modell problemlos in bestehende Dieselfuhrparks integrieren, betonte Friedrich Lesche, Leiter des Fahrzeugumbaucenters in Ulm damals. Das sei bei größeren Lebensmittelflotten in den Niederlanden sowie bei Hellmann in Deutschland bereits erfolgreich geschehen. Dort habe sich LNG bewährt. Auch Scania hatte auf der IAA ein LNG-Modell seiner P-Reihe für den Verteilerverkehr präsentiert.

Die EU fördert die LNG-Technologie mit dem Konzept der „Blue Corridors“. Demnach soll entlang der europäischen Hauptverkehrsadern bis 2025 alle 400 Kilometer eine LNG-Tankstelle zur Verfügung stehen.

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