Flurförderzeuge: Extraschmale Hubwagen von Linde

Linde Material Handling hat neue Fahrerstandhubwagen vorgestellt. Die Geräte sind besonders schmal und wendig.

Das Chassis der neuen Fahrerstandhubwagen von Linde Material Handling besteht aus zwei massiven, bis knapp über den Boden reichenden Stahlschürzen, die den Fahrer schützen und leichte Rempler abfangen. | Bild: Linde Material Handling
Das Chassis der neuen Fahrerstandhubwagen von Linde Material Handling besteht aus zwei massiven, bis knapp über den Boden reichenden Stahlschürzen, die den Fahrer schützen und leichte Rempler abfangen. | Bild: Linde Material Handling
Tobias Schweikl

Die neuen Fahrerstandhubwagen des Flurförderzeugherstellers Linde Material Handling sind schmaler als eine Europalette. Die Fahrzeuge wurden entwickelt, um Paletten zwischen Bereitstellungsflächen hin- und her zu bewegen und auf beengten Lkw-Ladeflächen zu positionieren. Schmale und wendige Geräte sind hier von Vorteil.

Dennoch sollen die Niederhubwagen „Linde T20 FP“ und „Linde T25 FP“ mit einer Tragfähigkeit 2,0 beziehungsweise 2,5 Tonnen, sowie der Doppelstockbelader „Linde D10 FP“ mit einer Tragfähigkeit 1,0 Tonnen, bedienerfreundlich sein.

Die neuen Niederhubwagen Linde T20 FP und Linde T25 FP verfügen über ein 720 Millimeter breites Chassis. Weil die Geräte damit schmaler sind als die transportierten Europaletten, sollen sich Schäden an den Lkw-Transportwänden verhindern lassen, die sonst immer wieder beim Rangieren auf der Ladefläche passieren. Auch beim schnellen Manövrieren im Wareneingang und Versand oder auf engen Fahrwegen mache sich die reduzierte Fahrzeugbreite positiv bemerkbar, so der Hersteller.

Der Doppelstockbelader Linde D10 FP wurde dafür entwickelt, Lkw besonders platzsparend zu beladen. Das Gerät schafft 1.000 Kilogramm im Doppelstockbetrieb und alternativ 2.000 Kilogramm auf dem Initialhub oder 1.200 Kilogramm auf dem Haupthub.

Alle drei neuen Modelle verfügen über eine feste Fahrerstandplattform. Der Bediener steigt über die Rückseite ein; zwei Haltegriffe rechts und links sowie der nur 200 Millimeter hohe Fahrerstand erleichtern den Zugang. Das Bedienumfeld im Fahrzeug ist auf die Bedürfnisse des jeweiligen Mitarbeiters angepasst. Die Fahrerstandplattform ist 538 Millimeter breit und optional vom Chassis abgekoppelt, um Stöße aufgrund von Bodenunebenheiten bestmöglich abzufedern und den Bediener vor vorzeitiger Ermüdung zu schützen. Der ergonomisch geformte Lenker hat beidseitig leichtgängige Steuerhebel, damit sich alle Fahr- und Hubfunktionen mit einer Hand bedienen lassen.

Durch die sichtoptimierte Konstruktion der Niederhubwagen soll der Blick des Bedieners auf Fahrbahn und Last nur wenig eingeschränkt werden. Elektromagnetische, elektrische und hydraulische Systeme sorgen für ein angepasstes Bremsverhalten, unter anderem in Abhängigkeit vom Lastgewicht. Aus Sicherheitsgründen ist die komplette Bodenmatte als Totmannschalter ausgelegt: Verlässt der Bediener das Gerät, stoppt es sofort ab und bleibt stehen – selbst an abschüssigen Rampen.

Das Chassis besteht aus zwei massiven, bis knapp über den Boden reichenden Stahlschürzen, die den Fahrer schützen und leichte Rempler abfangen. Zusammen mit den nach innen verlegten Haltegriffen und dem mittig angeordneten Lenker sollen sie dafür sorgen, dass der Bediener mit Schultern, Armen und Händen jederzeit innerhalb der schützenden Fahrzeugkonturen bleibt. Zur weiteren – teils optionalen – Sicherheitsausstattung zählen die kurvenabhängige Fahrgeschwindigkeit „Linde Curve Control“, die Fahrgeschwindigkeitsanpassung in Abhängigkeit von der Last auf dem Freihub „Linde Speed Management“ und die blaue LED-Leuchte mit Warnfunktion „Linde BlueSpot“.

Der Drehstrommotor mit 2,3 bzw. 3 kW Leistung bringt die Niederhubwagen auf Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 14 km/h und den Doppelstockbelader auf 10 km/h. Das eröffnet laut Hersteller insbesondere auf längeren Fahrstrecken Potenzial für höhere Umschlagleistung. Um einsatzspezifisch justieren zu können, lässt sich die Höchstgeschwindigkeit der Niederhubwagen auf Wunsch jedoch auf 8, 10, 12 oder 14 km/h festlegen. Die Steigfähigkeit beträgt modellabhängig bis zu 13 Prozent mit Last und bis zu 20 Prozent ohne Last.

Über mehrere Optionen und Module sollen die Geräte bestmöglich für die vor Ort herrschenden Einsatzbedingungen angepasst werden können:

  • Höhenverstellbarer Lenker: Je nach Körpergröße kann der Bediener den Lenker auf einer Länge von 110 Millimetern verschieben.
  • Stützrollen: Für den optimalen Mix zwischen Stabilität und Bodenhaftung stehen drei unterschiedliche Dämpfungsgrade zur Wahl.
  • Flottenmanagement: Das Linde connect-Baukastensystem reicht von Zugangssteuerung über Schocksensorik und Wartungsmanagement bis zur umfangreichen Einsatzanalyse.
  • Integriertes Ladegerät: Es ist sowohl für Blei-Säure-Batterien als auch für Lithium-Ionen-Batterien verfügbar, lässt sich an jede Steckdose hängen und macht unabhängig von installierten Ladegeräten.
  • Multifunktions-Farbdisplay: Alle wichtigen Fahrzeugparameter wie Betriebsstunden, Ladezustand sowie Wartungs- und Fehlermeldungen werden optisch aufbereitet dargestellt.

Darüber hinaus bietet Linde Material Handling eine Kühlhausversion für Umgebungstemperaturen bis minus 35 Grad Celsius an. Auch Halterungen für Datenterminals, Scanner oder Schrumpffolie sowie diverse Ablagefächer oder unterschiedliche Ausführungen der Lastrollen sind erhältlich.

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